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    Auf dem Feld: Der ECW Sande

    Die Region Wilhelmshaven hat wieder einen Eishockeyclub – und der spielt groß auf: Der ECW Sande ist gleich in seiner ersten Saison in die Verbandsliga aufgestiegen. Teilweise kamen mehr als 1.000 Zuschauer zu den Spielen der „Jadehaie“ in die neue Eishalle bei Wilhelmshaven. Ein Treffen mit Witalij Saitz – Vereinspräsident, Spieler und Hallenbetreiber.

    Hallenbetreiber und Eishockey-Spieler Witalij Saitz.
    Der Self-Made-Mann
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    Witalij Saitz stammt aus Kasachstan. Dort hat er Eishockey gespielt, bis er mit 18 Jahren nach Deutschland kam, ohne Eltern und die beiden Schwestern. Saitz begann als Hilfsarbeiter, wurde Gastronom und ist heute als Unternehmer in der Logistik- und Immobilienbranche tätig. 2015 eröffnete er die Eishalle in Sande bei Wilhelmshaven. Mit dem neu gegründeten Eishockey-Verein ECW Sande stieg er ohne Punktverlust in die Verbandsliga auf – als Präsident und Stürmer der Jadehaie in der eigenen Halle. Witalij Saitz lebt mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in Westerstede.

    Herr Saitz, Sie haben schon mit sieben Jahren Eishockey gespielt, heute besitzen Sie eine Eishalle. Ein Kindheitstraum?
    Nein, soweit konnte ich als junger Mensch gar nicht denken. Ich bin mit 18 Jahren aus Kasachstan nach Deutschland gekommen. Das war nicht leicht. Tagsüber bin ich in die Sprachschule gegangen, danach habe ich für fünf Mark in der Stunde beim Bauern die Kuhställe ausgemistet.

    Sie betrieben später Großraumdiskos, wechselten vor zehn Jahren in die Transportbranche. Und Sie machten eine 20 Jahre dauernde Eishockey-Pause. Warum?
    Ich musste erst einmal auf meine Zukunft schauen. Als ich finanziell ganz gut auf den Beinen stand, da kam die Sehnsucht nach dem Eis zurück.

    Wie sind Sie auf die Idee gekommen, eine Eishockey-Halle zu betreiben?
    Ich war auf dem Weg zu einem Termin, 2012 war das, da rief ein Bekannter an: Ob ich die Einrichtung für eine Eishockey-Halle kaufen wollte. Ich habe meinen Geschäftspartner Eugen angerufen, abends um zehn, und gefragt: Wollen wir eine Eishalle bauen? Er hat gesagt: Du bist bekloppt.

    2015 haben Sie die Eishalle in Sande eröffnet. Geschäft oder Hobby?
    Beides. Eishockey ist mein Hobby. Das Hobby kann nur funktionieren, wenn man vernünftig mit den Kosten umgeht. Die Menschen, die hier zum Eislaufen kommen, das sind unsere Kunden, die müssen zufrieden sein. Wir haben viele gute Partner, darunter natürlich einen, der uns mit Strom versorgt (lacht).

    Ihr neu gegründeter Verein hat den Titel in der Landesliga ohne Punktverlust geholt ...
    … ein Riesenerfolg, das gab es so noch nie. Wir haben den Pokal ordentlich mit Bier gefüllt.

    Sie haben einige erfahrene Spieler im Kader und eine Legende hinter der Bande.

    Unser Trainer Sergey Yashin war 1988 Olympiasieger. Was der draufhat, das ist der Wahnsinn. Und der trainiert auch unsere Jugend. Darauf wollen wir langfristig bauen.

    Im Herbst beginnt die Saison in der Verbandsliga Nord. Wo ist die Grenze für die Jadehaie?

    Wir denken nur vorwärts. Wir können in dieser Halle bis zur Oberliga spielen. Das sind noch drei Ligen, noch zwei Aufstiege – und die werden wir schaffen (lacht).

    Sie sind Stürmer. Was muss ein Stürmer können?
    Denken, Schlittschuhlaufen, Pass annehmen und, wenn’s gut geht, zusehen, dass man die Tore schießt. Oder in einem Wort: Attacke!

    Wie oft schaffen Sie es selbst aufs Eis?
    Dreimal die Woche! Nach dem Training bist du nass, ausgepowert, einfach fertig. Das brauche ich. Das ist pures Abschalten.

    Sie sind der Betreiber der Halle und Präsident des Vereins. Sind Sie auf dem Eis der Chef?
    Ich möchte auf dem Eis genauso wie die anderen Jungs sein. Es gibt keine Schonung – nicht durch meine Mitspieler, nicht durch den Trainer. Wir haben eine klare Abmachung: Wenn ich nicht mehr mit den Jungs mithalte, tauscht mich der Trainer aus.

    Sie haben zwei Kinder – dürfen die denn Eishockey spielen?
    Mein Sohn Aleksander ist vier Jahre alt und er steht schon auf dem Eis. Und er trägt die Nummer 73, wie sein Vater. Einmal in der Woche zieht er alles an, Schoner, Helm, die ganze Ausrüstung und geht so auf die Straße (lacht).

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