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    E-Bike und Fahrrad: Rechtliche Unterschiede

    Eine Marktanalyse von Bosch im Jahr 2017 ergab, dass E-Bikes knapp fünf Prozent der 73 Millionen Fahrräder in Deutschland ausmachen. Aufgrund der steigenden Beliebtheit von Elektrofahrzeugen lautet die Prognose, dass in zehn Jahren sogar jedes zweite Rad ein E-Bike sein wird. Die Vorteile eines motorbetriebenen Fahrrads liegen dabei auf der Hand. Doch gibt es auch rechtliche Unterschiede zu einem herkömmlichen Rad? Müssen im Straßenverkehr Sonderregelungen beachtet werden?

    ©ferkelraggae - stock.adobe.com

    E-Bikes: Fahrrad oder Kfz?

    Elektrobetriebene Fahrräder werden in verschiedene Typen kategorisiert, für die jeweils unterschiedliche gesetzliche Vorschriften gelten. So gibt es neben dem Begriff des klassischen E-Bikes noch das Pedelec sowie das S-Pedelec. Ein Pedelec wird wie ein normales Fahrrad behandelt, sodass hier keine zusätzlichen Vorgaben zu beachten sind. Das S-Pedelec – kurz für Speed-Pedelec – dagegen gilt als Kleinkraftrad und somit als Kraftfahrzeug mit besonderen Richtlinien. Die Kategorie des E-Bikes selbst ist in der Rechtsprechung allerdings teilweise umstritten, da es sowohl selbstständig als auch motorisiert mit bis zu 25 km/h gefahren werden kann.

    Regeln für E-Bikes: Was sagt das Gesetz?

    Wenn das E-Bike wie ein Kfz klassifiziert wird, dann werden auch Ordnungswidrigkeiten im Straßenverkehr härter sanktioniert, wie zum Beispiel das Fahren in alkoholisiertem Zustand. Fahrrad- und Pedelecfahrer machen sich erst ab einer Promillegrenze von 1,6 strafbar, solange es nicht schon vorher zu einem Unfall oder der Gefährdung von Personen kommt. Beim E-Bike und dem S-Pedelec dagegen gilt schon das Fahren mit mindestens 0,5 Promille als Ordnungswidrigkeit und ab 1,1 Promille als Straftat.

    Fahrrad mit Rücklicht
    Westend61 / Dieter Heinemann
    Über eine funktionierende Beleuchtung müssen alle Fahrräder verfügen, die am Straßenverkehr teilnehmen. (Bild: fotolia)

    Die folgende Übersicht bietet Ihnen einen guten Überblick über die weiteren Unterschiede zwischen den Vorschriften für Fahrrad- und E-Bike-Fahrer innerhalb Deutschlands.

    Helmpflicht

    Für Fahrräder und Pedelecs gibt es keine Helmpflicht. Radfahrer sind aber zu ihrer eigenen Sicherheit - besonders bei hohen Geschwindigkeiten - dazu angehalten, einen Helm zu tragen. Bei S-Pedelecs und E-Bikes ist das Tragen eines Helms gesetzlich verordnet. Grundsätzlich reicht ein gewöhnlicher Fahrradhelm aus. Wer jedoch regelmäßig mit mehr als 20 km/h unterwegs ist, dem wird ein spezieller E-Bike- oder sogar Motorradhelm empfohlen.

    Beleuchtung

    Jedes Fahrrad muss über funktionierende Scheinwerfer und Schlussleuchten verfügen. Bei Nacht müssen diese eingeschaltet werden. Wer mit einem S-Pedelec unterwegs ist, muss – genau wie Motorradfahrer – auch am Tage mit Licht fahren. Seit 2018 gilt darüber hinaus die Vorgabe, dass die Scheinwerfer dem EU-Standard ECE 113 entsprechen müssen.

    Führerschein

    Für Fahrräder und Pedelecs wird kein Führerschein benötigt. Das bedeutet, dass auch Kinder damit auf deutschen Straßen unterwegs sein dürfen. Für das E-Bike wird ein Mofa-Führerschein benötigt, welcher ab einem Alter von 15 Jahren absolviert werden kann. Für ein S-Pedelec muss man entweder den Führerschein der Klasse AM oder B vorweisen und somit mindestens 16 Jahre alt sein.

    Versicherung

    Für Fahrräder und Pedelecs besteht keine Versicherungspflicht. Eine Hausratversicherung ist aber zur Absicherung gegen Diebstahl empfohlen. Auch eine Haftpflichtversicherung, welche im Falle von selbst verursachten Schäden mit dem Pedelec greift, ist möglich. Da es sich bei S-Pedelecs und E-Bikes rechtlich um Kraftfahrzeuge handelt, ist eine Kfz-Haftpflichtversicherung vonnöten. Das Versicherungskennzeichen muss am E-Bike befestigt und beleuchtet werden. Eine Kaskoversicherung kann zusätzlich sinnvoll sein.

    Mehr Informationen zum E-Bike, zum Beispiel zu den Vorteilen und Klassifizierungen von Elektrorädern sowie weiteren gesetzlichen Vorschriften, bietet Ihnen der Verband für bürgernahe Verkehrspolitik e.V. auf seiner kostenfreien Ratgeberseite.

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