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    Ein Kräutergarten auf dem Balkon Denn das Schöne liegt so nah

    Batteriegroßspeicher:
    Testbetrieb startet

    Am 1. Juli nahm der Hybridgroßspeicher in Varel seine Arbeit auf. Nach dem nun begonnenen Testbetrieb wird er ab Herbst praktisch zeigen, welche Vorteile Großbatterien dieser speziellen Bauart auf Energiewende-Strommärkten bieten können.

    Dr. Magnus Pielke
    Der Projektleiter
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    Dr. Magnus Pielke ist überzeugt, dass Batterien aller Größen für die erfolgreiche Energiewende eine immer wichtigere Rolle spielen werden. Deshalb treibt er deren Verbreitung auch mit der Batterietochter be.storaged voran.
    Jörg Torben Harms
    Der Teilprojektleiter
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    Jörg Torben Harms muss nicht lange überlegen, wenn man ihn fragt, wo er dieses Jahr die meiste Zeit verbracht hat: Auf der Baustelle der Großbatterie. Nebeneffekt: Die Strecke zwischen seinem Heimatort Oldenburg und Varel kennt er jetzt im Schlaf.

    Von der A29 aus muss man gut aufpassen, um auf Höhe der Abfahrt Varel/Obenstrohe einen Blick auf die „Riesenbatterie“ werfen zu können. So nennen die Medien gerne den Hybridgroßspeicher, den japanische Projektpartner zusammen mit EWE seit Jahresbeginn aufgebaut haben, neben dem Vareler Umspannwerk von EWE NETZ. Besucher sollten zurzeit auch die Einfahrt kennen, denn auch von der Oldenburger Straße aus verbirgt Sommergrün Speicher und Umspannwerk. Hinter dem sattgrünen Vorhang ist das „Containerdorf“, wie eine Zeitung den Speicher mit dem kompliziert klingenden Namen vor kurzem auch nannte, über die vergangenen Monate stetig gewachsen.

    Von Baustelle kaum noch was zu sehen

    „Seit April ging es in Riesenschritten voran“, bestätigt Teilprojektleiter Jörg Torben Harms, EWE NETZ. Zusehends stapelten sich auf den fertig vorbereiteten Fundamenten Container, neben Leitungsgräben türmten sich Sandhaufen und Berge aus Karton und Kunststoff entstanden überall dort, wo insgesamt 1.760 einzeln verpackte Lithium-Batteriemodule entpackt und in die Batteriecontainer getragen wurden. Längst ist wieder aufgeräumt, auch die Wege auf dem neu umzäunten Gelände sind mittlerweile geteert. „Noch wichtiger waren zügige Fortschritte aber überall dort, wo sie weniger ins Auge fielen, wie der Anschluss ans Mittelspannungsnetz über das benachbarte Umspannwerk“, so Harms.

    33.000 Batteriezellen startklar machen

    Währenddessen testeten Mitarbeiter der japanischen Projektpartner Hitachi Chemical, Hitachi Power Solutions und NGK Insulators die Kommunikationsanbindung jeder einzelnen Batterie. Letzter Schritt: 120 Natrium-Schwefel-Batteriemodule, jedes so groß wie ein Bett mit dicker Boxspring-Matratze, wurden langsam auf Betriebstemperatur vorgewärmt und die jeweils 23 Kilo schweren Lithium-Ionen-Batteriemodule vorgeladen, mit Strom aus dem Netz. Am 1. Juli hieß es: Alles startklar für den Testbetrieb – dem letzten, wichtigen Vorlauf, bevor die Anlage ab Herbst in den regulären Betrieb geht.

    Bis dahin wird das Zusammenspiel aller Komponenten der Speicheranlage gründlich getestet – von den Wechselrichtern bis zu jeder einzelnen Batteriezelle, von denen insgesamt mehr als 33.000 verbaut sind. Projektleiter Dr. Magnus Pielke: „Wir erleben unsere japanischen Partner dieses Demonstrationsprojekts als äußerst genau und gründlich. Gemeinsam mit EWE NETZ haben wir jetzt alle technischen Voraussetzungen für einen sicheren und erfolgreichen Testbetrieb erfüllt.“ Die japanischen Projektpartner kontrollieren und steuern die Batterieelemente, während EWE NETZ die Netzsituation und die Ein- und Ausspeisungen des Speichers zur Netzstabilisierung im Blick behält.

    Praktische Antworten auf die Energiewende finden

    Pielke: „In der Demonstrationsphase, die im Herbst beginnt, wollen Hitachi Chemical, Hitachi Power Solutions, NGK Insulators und EWE-Tochter be.storaged das Zusammenspiel der beiden kombinierten Batterietechniken und deren gemeinsame Fahrweise optimieren. Vereinfacht gesagt soll der Speicher zeigen, wie gut er das Stromnetz stabilisieren kann und wie wirtschaftlich sein spezieller Beitrag zur Bewältigung der Energiewende ist. Denn ob die Strommärkte seinen Beitrag ausreichend belohnen, wird sich erst in der Demonstrationsphase bis Anfang 2020 zeigen.“

    Der Hybridgroßspeicher in Varel in Bildern
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