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    Gar nicht miefig! „Klar können Mädels das auch!“

    Auf der Jagd nach dem Wind

    Volle Puste voraus! hallonachbar.de war zu Besuch im Windpark Hatten und hat sich angeschaut, was EWE als Motor der Energiewende bewegt.

    Ewald Heyen und Anna Verbeek
    Die Windexperten
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    Anna Verbeek (35) und Ewald Heyen (39)
    Anna Verbeek ist bei EWE in der Projektentwicklung tätig und kümmert sich um die Finanzierung, Planung und Kooperation, wenn neue Anlagen gebaut werden sollen. Ewald Heyen ist Asset-Manager bei EWE und begleitet die komplette Betriebsphase einer Windkraftanlage von Auf- bis Abbau.

    Eine Anlage im Windpark Hatten
    Benne Ochs
    Anna Verbeek  und Ewald Heyen im Windpark Hatten.

    Echte norddeutsche Windstärken hat das Wetter heute nicht an Bord. An diesem Februarmorgen weht lediglich eine verfrühte Frühlingsbrise über die Felder, deren zart sprießende Gräser noch von Tau bedeckt sind. Es ist 9 Uhr am Morgen im Windpark Hatten südlich von Oldenburg. Für Ewald Heyen steht ein technischer Check auf dem Programm, Anna Verbeek begleitet ihn für das Fotoshooting von hallo nachbar. Bevor sie die Eingangstür der Windkraftanlage V 208978 aufschließen, halten beide kurz inne und genießen das warme Sonnenlicht auf dem Gesicht. Nach einem verregneten Winter sind Helligkeit und leichte Wärme eine willkommene Energiequelle. „Das fühlt sich doch richtig wie Frühling an“, meint Anna Verbeek, als sie ihren Schutzhelm aufsetzt und ins Innere der Windkraftanlage geht.

    Planung von Windkraftanlagen: Überzeugungsarbeit ist gefragt

    Beide arbeiten bei EWE ERNEUERBARE ENERGIEN, Anna Verbeek als Projektmanagerin und Ewald Heyen als Asset-Manager. Ihre Mission lässt sich mit einfachen Worten zusammenfassen: die Energiewende voranzutreiben und damit auch Menschen für Windkraft zu begeistern. „Meine Aufgabe ist es, Flächen für den Bau neuer Windkraftanlagen zu identifizieren“, sagt Anna Verbeek. Und das ist gar nicht so einfach, wie man denkt. Denn für den Bau eines Windparks ist vor Ort nicht nur das Windaufkommen elementar. Das Areal muss groß genug sein, um ausreichenden Abstand zu Wohnhäusern einhalten zu können. Auch der Naturschutz spielt eine wichtige Rolle: Bei der Planung von Windkraftstandorten werden etwa Brutgebiete von seltenen Vogelarten oder das Vorkommen von Fledermäusen bedacht und natürlich auch die Belange von Anwohnern und Gemeinde berücksichtigt. Anna Verbeek und ihre Kollegen binden die künftigen Windparknachbarn frühzeitig in die Planung mit ein. „Dabei begegnen wir auch manchem Vorbehalt gegen Windkraft“, erzählt die 35-Jährige. „Hier die eigene Überzeugung einzubringen, dass Windkraft einen sinnvollen Beitrag zur Energiewende liefert, ist mir wichtig.“

    Ewald Heyen in einer Windkraftanlage
    BenneOchs
    Ewald Heyen kontrolliert die Technik in einer Windkraftanlage.

    Energiewende in den Händen der Anwohner

    Dass Anwohner auch Teilhaber an Energiewendevorhaben sein können, hat EWE etwa beim Windpark Hatten gezeigt. Hier entstanden 2016 acht Windkraftanlagen mit jeweils 3,3 Megawatt Leistung. Sie liefern jährlich für rund 28.000 Haushalte klimaneutrale Energie. Zwei Anlagen hat EWE für die Eigentümer der Pachtflächen gebaut. Die Einwohner der Gemeinde Hatten konnten sich über einen Sparbrief beteiligen: In Kooperation mit der örtlichen Sparkasse erhalten die Bürger zehn Jahre lang einen deutlich über dem Marktniveau liegenden Zinssatz. Individuelle Beteiligungsmodelle hat EWE zudem für die Windparks Spolsen im Landkreis Friesland und Köhlen bei Cuxhaven entwickelt. Auch in Brandenburg wird das Thema immer wichtiger: 2021 soll ein erster EWE-Windpark im Landkreis Barnim in Betrieb gehen. In Zusammenarbeit mit der Energiegenossenschaft und der Gemeinde Breydin laufen die Vorbereitungen bereits auf Hochtouren. EWE kümmert sich um die Planung, Erschließung und den Bau von insgesamt vier Anlagen.

    Rückenwind für die Energiewende

    Längst hat sich herumgesprochen, dass Windenergie das Rückgrat für eine nachhaltige Energiezukunft ist. Bundesweit liefern Windräder über 18 Prozent des Strombedarfs, im windstarken Norden liegt der Anteil erneuerbarer Energien im Netz sogar deutlich höher. Gerade in Norddeutschland erzeugen Windkraftanlagen an manchen Tagen mehr Strom, als zu diesem Zeitpunkt benötigt wird. Solche Überschüsse für windschwache Tage zu speichern ist ein Schlüssel für die Energiewende. EWE hat etwa im niedersächsischen Varel einen riesigen Batteriespeicher gebaut. Insgesamt speichert er mit bis zu 22,5 Megawattstunden den Strombedarf einer Stadt mit rund 25.000 Einwohnern für knapp fünf Stunden. Beim Ausbau der Windkraft ist insgesamt noch viel Luft nach oben. Sowohl der Trend zur Elektromobilität als auch die Idee, Wärme künftig aus nicht fossilen Energieträgern zu erzeugen, führen zu einem stetig wachsenden Stromverbrauch. Um eine deutliche Reduktion von CO2-Emissionen zu erreichen, muss dieser Bedarf aus erneuerbaren Energien gedeckt werden. EWE verfolgt diesen Weg bereits seit drei Jahrzehnten. Im niedersächsischen Ort Manslagt nahm EWE 1989 eine ENERCON-E-32-Anlage in Betrieb, die mit 300 Kilowatt Leistung neue Maßstäbe setzte.

    Pioniere unter den Windparkbetreibern

    Moderne Anlagen schaffen heute locker das Zehnfache, inzwischen sind an guten Windstandorten selbst 4 Megawatt machbar. Um den Windstromanteil im deutschen Strommix kontinuierlich auszubauen, hat EWE auch ältere Windparks im Visier: Anlagen, die vor 20 Jahren ans Netz gegangen sind, liefern nur einen Bruchteil der Energie von modernen Windrädern. Wenn die alten Anlagen durch neue ersetzt werden, kann das Potenzial vorhandener Windkraftstandorte noch besser genutzt werden. Dieses Prinzip bezeichnen Fachleute als Repowering. Darüber hinaus engagiert sich EWE als Investor und Partner im Bereich Windenergie. Die Oldenburger Experten bringen ihre Erfahrung in die Zusammenarbeit mit Planungsbüros und Windparkbetreibern ein. Als einer der Pioniere setzt EWE weiterhin alles daran, Rückenwind für die Energiewende zu schaffen. „Ich bin sicher, dass Windenergie eine echte Alternative zu Strom aus Atomkraft und aus fossilen Quellen ist. Diese Energiezukunft mitzugestalten und damit auch unser Klima zu erhalten, macht meinen Job besonders interessant“, sagt Anna Verbeek.

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