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    Hallo Zukunft!

    Bastelbude, Ort für Erfindungen und jede Menge „Design Thinking“: Im TECHLAB suchen Bernard Wessels und seine Kollegen nach neuen Wegen für Energieerzeugung, Mobilität und das smarte Zuhause.

    BenneOchs
    Bernard Wessels
    Der Tüftler
    Mehr erfahren
    Bernard Wessels, 38, aufgewachsen in Lüsche, hat es vor 16 Jahren nach
    Oldenburg geführt. Mittlerweile lebt der passionierte "Weltverbesserer"
    mit Familie und Hund Humpi im schönen Sandkrug. Auch im beruflichen
    Umfeld versucht er, die Welt - aktuell im Kontext der Energiewende - zu
    verbessern; dabei darf ihm der Spaß allerdings nicht fehlen. Wer mehr
    über ihn und seine Projekte erfahren will, findet ihn auf Instagram
    (@boerni_w).

    Auf den ersten Blick sieht es hier ein bisschen aus wie in einem großen Spielzimmer für Technikbegeisterte. Neben 3-D-Druckern, Lötkolben und Werkbänken stehen Computer und ein Dutzend mehr High-Tech-Kram, der nicht nur Fans der Sitcom „Big Bang Theory“ begeistern würde. Das TechLab in der EWE-Zentrale in Oldenburg ist in Wahrheit aber nicht nur Bastelbude, sondern so etwas wie eine Keimzelle für die Zukunft. Sie gehört zu enera, einer EWE-Initiative, die im Zeichen der Energiewende im Programm „Schaufenster intelligente Energie“ (kurz: „Sinteg“) des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie tätig ist. Vor ein paar Jahren formulierte TechLab-Gründer Christian Arnold eine Leitidee: Lasst uns im Auftrag der Energiewende einen Ort für Innovationen schaffen. Das Ganze soll den Menschen mit seinen individuellen Bedürfnissen stets in den Mittelpunkt stellen. Heißt im Klartext: Die Sachen, die hier entwickelt werden, sollen nicht nur einen praktischen Nutzen haben, sondern auch von den Leuten angenommen werden und sie begeistern.

    Design Thinking vom „Smartgeber“

    „Seit wann es das TechLab genau gibt, weiß keiner mehr so genau“, schmunzelt Bernard Wessels, „ich gehöre auf jeden Fall zu den Gründungsmitgliedern.“ Der 38-Jährige ist hier sogenannter Design-Thinking-Coach und nebenbei einer der „EWE Smartgeber“ beim gleichnamigen YouTube-Kanal. „Eine der Hauptfragen, die wir uns immer wieder stellen: Warum werden bestimmte Technologien von manchen Menschen stärker und von anderen eher schwächer angenommen?“

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    Smartgeber Börni im Einsatz bei seinen "Energiewende-Cribs"

    Mit Guerilla-Methoden mehr Energiebewusstsein schaffen
    Drei aktuelle Kernthemen sind „Energieerzeugung“, „Mobilität“ und „Smart Home“. „Wir haben im Research-Raum festgestellt, dass sich die meisten Menschen, genauer gesagt etwa neunzig Prozent, eigentlich nicht wirklich für Energie interessieren. Strom soll verfügbar und billig sein. Das ist grundsätzlich auch okay. Zusätzlich wollen wir die Leute aber für das Thema Energieversorgung sensibilisieren und begeistern. Sie sollen sich fragen: Wie kann ich eigentlich auch mal selbst Strom produzieren?“ Um das Bewusstsein wieder etwas zu schärfen, führen Wessels und seine Kollegen etwa regelmäßig kleine Feldtests durch. Dabei werden verschiedene Testpersonen mit kleinen Photovoltaikanlagen, sogenannten „Guerilla-Anlagen“, versorgt, die man sich auf den Balkon oder in den Garten stellen kann und knapp 200 bis 250 Watt Strom produzieren – genug Energie, um damit eine Mikrowelle oder einen Ventilator zu betreiben.

    Energie vs. Mobilität: Technik-Antworten für die Zukunft

    Auch beim Thema „Elektromobilität“ gibt es allgemeinhin noch viele Vorurteile. Obwohl immer mehr Autohersteller auf umweltschonende Hybrid- und Elektromodelle setzen, bleibt „Reichweite“ ein Reizwort, an dem sich viele potenzielle Käufer aufhängen. Gibt es genügend Ladesäulen in der Region? Kann man mit einem E-Auto überhaupt von Oldenburg bis nach München fahren? „Die meisten Menschen nutzen ihr Auto primär für den täglichen Transport, etwa Pendler. Für die wäre ein Elektroauto optimal. Ohnehin finde ich die Verbindung zwischen Energiegewinnung und Mobilität spannend. Ich habe etwa eine Photovoltaikanlage auf dem Dach – mit dem Strom betreibe ich mein E-Bike. Mit der gewonnen Energie kann man auch problemlos ein Elektroauto aufladen“, sagt Wessels.

    „Die Frage ist immer: Was brauchen die Menschen? Daher kommt auch stets die Inspiration. Hinzu kommt die regionale Komponente – die meisten Menschen in Oldenburg haben wahrscheinlich andere Bedürfnisse als die in Hamburg oder im Silicon Valley.“ Eine Gelegenheit, um gemeinsam mit den Menschen aus der Region auf neue Ideen zu kommen, wird es im September in Oldenburg geben. „Wir wollen, dass sich die Leute einbringen und erzählen, was sie spannend finden. Wer möchte, kann sich vorab bei uns melden, damit wir gemeinsam über Elektromobilität nachdenken“, sagt Wessels. Interessierte schreiben an: machfertig@thetechlab.de. Details zur Veranstaltung folgen.

    TECHLAB und EWE – ein starkes Team

    Viele schauen in Sachen Innovation hierzulande immer nach Berlin oder Hamburg, aber für Bernard Wessels ist es wichtig, mit EWE einen regionalen Versorger als Partner zu haben: „Wir haben dadurch eine ganz enge Verbindung zur Stadt Oldenburg. Das erleichtert uns viele Sachen, etwa, wenn wir Events vor Ort organisieren wollen. Schlicht gesagt: Wir bieten den Menschen ein Gehör. Es gibt viele, die Zukunft mitgestalten wollen, und dazu haben sie bei uns die Möglichkeit. Wir bieten verschiedene Möglichkeiten, wo man sich ausprobieren kann. In der Vergangenheit gab es etwa den ,Mach fertig-Montag’, wo die Besucher eigene Projekte bearbeiten konnten und etwa aus einem alten Radio ein Internetradio gebaut haben. Jetzt freuen wir uns auf die Veranstaltung im September.“ Und bestimmt auch auf viele weitere Tage im vermeintlichen Spielzimmer für Technikbegeisterte.

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