hallo nachbar
Suche
Suche schließen

    Dazu haben wir 179 Artikel gefunden

    Teilen
    
    Lichterglanz mit LED Grüner Strom, grüner Speicher!

    "Unsere Batterie ist grün"

    Im Projekt brine4power forscht EWE an der größten Batterie der Welt. Sie ist umweltfreundlicher als die Lithiumzellen im Smartphone und mindestens 20 Jahre lang speicherfähig. Die Idee erklärt Projektleiter Ralf Riekenberg im Interview. 

    Ralf Riekenberg
    Der Projektleiter
    Mehr erfahren
    Ralf Riekenberg, 56, 
    leitet das Projekt brine4power als Prokurist der EWE GASSPEICHER GmbH. Der Maschinenbau- und Umwelttechnik-Ingenieur hat in knapp 30 Jahren schon viele technische Bauten für EWE realisiert, vom Umspannwerk über die Mülldeponie bis zum Erdgasspeicher. Der Familienvater lebt mit seiner Frau in Oldenburg. In seiner Freizeit singt er gern: als Tenor im A-Cappella-Quntett "Men at Voice".

    Herr Riekenberg, warum entsteht die größte Batterie der Welt ausgerechnet im EWE-Gebiet?

    Weil wir die natürlichen Voraussetzungen für eine so genannte Redox-Flow-Batterie haben. Unser regionaler Vorteil ist das unterirdische Salz. Hier können wir Hohlräume schaffen oder vorhandene Kavernen nutzen. Das Salz wiederum bildet mit Wasser eine Lösung, welche die Basis für unsere grüne Batterie ist.

    Das müssen Sie genauer erklären!

    Herkömmliche Redox-Flow-Batterien arbeiten mit umweltgefährdenden Substanzen wie Vanadium und Säuren. Wir nehmen stattdessen Polymere, also Kunststoffe.

    Hat das schon mal jemand ausprobiert?

    Noch nicht in sehr großem Maßstab. Unser Partner, die Friedrich-Schiller-Universität in Jena, hat gezeigt, dass es grundsätzlich funktioniert.

    Was ist die größte Herausforderung in diesem Forschungs- und Entwicklungsprojekt?

    Die Forscher an der Universität Jena stimmen die Polymere jetzt genau auf unsere vollgesättigte Salzlösung ab. Das Ziel ist, exakt die gleichen stabilen Eigenschaften zu erreichen wie bei den herkömmlichen Mischungen.

    Was kostet das und wer bezahlt das?

    Wir planen drei Phasen. In den Testphasen 1 und 2 rechnen wir mit rund zwei Millionen Euro. Für die Phase 2b, den Bau einer größeren Testanlage, werden wir versuchen, Fördermittel aus dem „6. Energieforschungsprogramm für eine umweltschonende, zuverlässige und bezahlbare Energieversorgung“ des Bundeswirtschaftsministeriums zu erhalten. In Phase 3, der größten und letzten Ausbaustufe, werden wohl dreistellige Millionenbeträge gebraucht.

    Wann soll die Batterie fertig sein?

    Wenn die Testphasen 1 und 2 erfolgreich verlaufen, kann der Großspeicher 2023 in Betrieb gehen. Das ist eine sehr ambitionierte Zeitvorstellung, aber wir brauchen die Stromspeicher.

    Für den überschüssigen Strom aus erneuerbaren Energien?

    Unsere Batterie ist grün, und nur so ergibt ein Speicher für Strom zum Beispiel aus Offshore-Windkraft Sinn. Aber nicht nur die Produktion schwankt, auch die Nachfrage. Langfristig entsteht hier ein wachsender Regelungsbedarf, und den decken wir mit unserer Großbatterie.

    Wie fanden Sie diesen Artikel?

    27 Bewertungen