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    Smart Data: Die fabelhafte Welt der Zahlen

    Daten intelligent analysieren im Auftrag der Energiewende: Zu Besuch bei den zwei EWE-Data-Scientists Dr. Matthias Postina und Jana-Vanessa Dering, die im Data Lab für die digitale Zukunft tüfteln.

    Portraitbild von Jana-Vanessa Dering und Dr. Matthias Postina
    Das Datenteam
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    Jana-Vanessa Dering ist studierte Wirtschaftsinformatikerin und arbeitet wie Dr. Matthias Postina (promovierter Informatiker) im Data Lab von enera in der Oldenburger EWE-Zentrale. Beide haben ein Faible für Zahlen, komplexe Zusammenhänge und große Datenbanken.

    Die Zukunft unseres Energieverbrauchs sieht wahrscheinlich aus wie in einem Science-Fiction-Film: Der smarte Wecker weckt uns mit sanftem Tageslicht, erinnert uns an die wichtigsten Termine des Tages oder liefert uns Stauinfos für die Fahrt zur Arbeit, während ein digitaler Haushaltsroboter den Latte macchiato ans Bett bringt. Die intelligente Dusche mit Typerkennung weiß nicht nur, dass wir uns im Winter am liebsten mit 29 Grad warmem Wasser abbrausen, sondern spielt auch wohltemperierte Musik dazu ab. Und der smarte Kleiderschrank? Empfiehlt, welche Kleidung heute am besten zum Wetter passt. Diese Utopie ist eigentlich gar nicht so weit weg, denn die Zukunft ist bereits im vollen Gange und nennt sich: Digitalisierung. Zwei der Protagonisten, die bei EWE daran arbeiten, sind Dr. Matthias Postina und Jana-Vanessa Dering, die beim hausinternen enera-Projekt in Oldenburg als IT Innovation Manager und Data-Scientist tüfteln. Ihre Aufgabe: Daten analysieren und überlegen, was sich daraus für Erkenntnisse gewinnen lassen, um Energie besser und effizienter nutzen zu können. Postina, promovierter Informatiker, der im Data Lab mit einem Team von acht Kollegen zusammenarbeitet, beschreibt seine Faszination folgendermaßen: „Das Spannende ist, dass hier modernste Technologie und die neue Verfügbarkeit von Daten zusammenkommen. Wir erleben auf dem Gebiet aktuell riesige Qualitätssprünge. Und das Potenzial ist riesig.“

    Jana-Vanessa Dering und Dr. Matthias Postina sitzen an einem Besprechungstisch.
    © Henning Ross
    Dr. Matthias Postina und Jana-Vanessa Dering beim Daten-Brainstorming. Eine Tasse Kaffee gehört dazu. (Bild: Henning Ross)

    Brainwave & Data-Mining: Schlaue Methoden von Smart Data

    Was komplex und wissenschaftlich klingt, ist eigentlich ganz einfach: Menschen verbrauchen täglich Strom und Gas, also Energie. Bislang wurden einmal im Jahr die Messgeräte abgelesen und neue monatliche Abschlagszahlungen ermittelt. Wie wäre es aber, wenn man in Zukunft den eigenen Energieverbrauch anhand großer Datenmengen viel aktiver analysieren würde? Wenn man auf smarte Weise Strom und Gas regulieren und viel effizienter einsetzen könnte, damit sie exakt auf die individuellen Bedürfnisse passen? Wenn der Verbrauch dadurch sparsamer würde? „Unsere Methoden heißen etwa Brainwave oder Data-Mining und beschreiben, wie man bestimmte Probleme mithilfe von Daten lösen kann“, erklärt Jana-Vanessa Dering. Vereinfacht gesagt geht es darum, große Datenmengen anzuschauen und zu versuchen, darin Muster zu erkennen, die wiederum gewisse Antworten liefern könnten.

    Wo sind Ladestationen für Elektroautos sinnvoll?

    Ein konkretes Beispiel sind die Daten von Ladestationen für Elektroautos in den EWE-Regionen Ems-Weser-Elbe und Brandenburg. Auf seinem Computerbildschirm im Data Lab weist Dr. Matthias Postina auf eine Karte, die das Straßennetz von Oldenburg und die bereits vorhandenen Ladesäulen anzeigt. Per sogenannter Heatmap kann man erkennen, auf welchen Straßen das Verkehrsaufkommen besonders groß ist. „Elektroautos werden in Zukunft immer wichtiger werden, also schauen wir, wo viel Verkehr ist, aber auch, wo Ladesäulen aktuell sinnvoll sind und an welchen Orten EWE noch welche bauen könnte. Da spielen viele Faktoren mit rein, etwa Infrastruktur, Stromleitungen oder die Attraktivität des Viertels: Warum wollen da viele Menschen mit einem Elektroauto hin? Das Sammeln von Daten ermöglicht es uns, Elektromobilität für Kunden noch attraktiver zu machen.“ Bereits jetzt gibt es rund 500 Ladesäulen in der Region.

    Innovation pur: Die Energiewende als intelligenter Motor

    Während in der Sport- und Gesundheitsbranche das Auswerten von Fitness-Armbändern, Apps oder digitalen Ernährungsplänen seit Jahren boomt, steht die Energiebranche noch am Anfang. Ulf Brommelmeier, enera-Projektleiter in -Oldenburg: „Wir leben hier in einer idealen Modellregion für die Energiewende. Im Projekt enera haben wir mit Netztechnologie, Windkraftanlagen, Stromspeichern und weiteren Technologien ein ,Smart Grid’, also ein intelligentes Netz, aufgebaut.“ Das Bundeswirtschaftsministerium hat den Vorbildcharakter der Region erkannt und fördert das enera-Projekt vier Jahre lang mit 50 Millionen Euro. Man arbeite bereits jetzt „mit einem der fortschrittlichsten Energiesysteme der Welt“, so Brommelmeier. Für freiwillige Testkunden in der Modellregion hat die Zukunft bereits begonnen, etwa mit Smart-Meter-Geräten, die den Verbrauch digital messen. Oder mit Smart-Home-Gadgets, die Gewohnheiten tracken und Aufschluss darüber geben, wie wir sparsamer und umweltfreundlicher leben können. Nur auf den Roboter, der uns Kaffee ans Bett bringt, müssen wir wohl noch etwas warten.

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