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    Sparsam durch den Sommer Leckerschlecker

    Auf glühenden Kohlen

    Der amtierende „BBQ-König“ Martin Schulz weiß, worauf es beim Grillen ankommt. Er verrät seine Tipps und Tricks. Damit das Barbecue zum Erfolg wird, braucht es nämlich mehr als nur ein paar tolle Grillrezepte ...

    Grill-Profi Martin Schulz
    Der Grill-Profi
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    Der amtierende "Deut­sche Meis­ter im Gril­len" Martin Schulz weiß, worauf es beim Grillen ankommt und verrät auf hallonachbar.de seine Tipps und Tricks.

    Der wackelige Dreibeingrill vom vergangenen Sommer mag für die erste Bratwurst der Saison vielleicht noch genügen – mehr allerdings auch nicht. Denn längst hat sich das Grillen zur aufwendig inszenierten Lifestyle-Beschäftigung gemausert. Wo einst Hüftsteaks in Einweggrills verschmurgelten, garen heutzutage komplexe Kreationen in hochwertigen Smokern. Deutlich wird das zum Beispiel auf der Leistungsschau der Open-Air-Brutzler: Zur Deutschen Grillmeisterschaft pilgern jährlich im August inzwischen mehr als 10.000 Jünger der glühenden Kohle. Amtierender „Deutscher Grill- & BBQ- König“ ist Martin Schulz (38) aus der Oberpfalz. Er und sein Team haben mit einem Sechs-Gänge-Menü gewonnen: vom Schweinebauch über Flap-Steaks bis zum Dessert. Schulz weiß, worauf es beim Fleisch und dem Drumherum beim Barbecue ankommt: „Es geht nicht nur um das beste Rezept. Entscheidend ist vor allem das richtige Timing.“ Damit hat der Profi ins Schwarze getroffen: Wer erinnert sich nicht an Grillnachmittage, an denen die Würste schon fast verkohlt waren, die Hähnchenschenkel aber noch lange nicht durch? Alles, was am Knochen gegrillt wird, dauert eben deutlich länger. Wer auf Nummer sicher gehen will, verwendet ein Grillthermometer. Gerade bei Geflügel ist das sinnvoll.  

    Do and don't am Grill – mit Bier den Durst, aber nicht das Fett vom Fleisch löschen

    Klar, bei der ältesten Garmethode der Menschheit sind wir alle Profis. Dennoch ist es an der Zeit, sich von einigen vermeintlichen Gewissheiten zu verabschieden – etwa der Idee, Bier über das Grillgut zu schütten, um brennendes Fett zu löschen. „Das ist ganz schlecht“, erklärt Schulz. „Es löscht die Kohlen, und zweitens fliegt dabei Asche von unten an das Grillgut.“ Er empfiehlt, lang mariniertes Fleisch vor dem Grillen abzutupfen. Das Fleisch hat den Geschmack längst angenommen, und in den Marinaden steckt das Öl, das so leicht brennt. Wer sich jetzt vom offenen Dreibeiner in den nächsten Level grillen möchte, greift am besten zu einem geschlossenen Kugelgrill. Dank des Deckels hält sich die Hitze gleichmäßiger im Inneren. Mit ihm lässt sich sogar „smoken“: Bei dieser Methode wird das Fleisch ganz langsam und schonend geräuchert. Dafür gibt es spezielle Holzchips, die in einer Metalldose auf die Glut gelegt werden und die dem Fleisch eine besondere Rauchnote verleihen. Reine Smoker, die derzeit im Trend liegen, sind nicht ganz günstig. Der Kugelgrill tut‘s aber auch, ebenso wie ein geschlossener Gasgrill. So steht einem variantenreichen Grillfest nichts im Weg. Guter Lifestyle muss ja nicht viel kosten. Hauptsache, es schmeckt!  

    Checkliste: So gelingt das Grillvergnügen. Garantiert!

    Der Grill: Ohne Grill, Grillrost, Kohle oder Briketts inklusive Grillanzünder geht gar nichts. Hilfreich: Grillzange, Alufolie und Aluschalen.
    Die Zeit: Fleisch und Fisch garen verschiedenen lang. Würstchen und Steaks brauchen etwa zehn bis zwölf Minuten, Geflügel mit Knochen mindestens doppelt so lange. Fisch benötigt nur sechs bis acht Minuten.
    • Ist auch für Nicht-Fleischesser gesorgt, etwa mit Tofu-Würsten oder knackigem Gemüse? Leckere Beilagen wie Paprikaspieße oder Feta-Tomaten-Säckchen holen auch Vegetarier an den Grill und schmecken am Ende allen.
    • Gut gegen fettige Finger: Küchenrolle oder Servietten. Ein Müllbeutel sorgt für Ordnung, eine Picknickdecke für Flair.
    Löschmittel (z. B. Wasserflaschen in ausreichender Menge) nicht vergessen!
    • Für Gute-Laune-Musik eignet sich ein Bluetooth-Lautsprecher, der mit einem MP3-Player oder dem Smartphone verbunden werden kann. Federball, Frisbee oder Boule bringen zusätzlichen Spaß.  

    Tipp vom Profi: Nicht zu viele Kohlen

    Deutscher Grill- & BBQ-König Martin Schulz

    Martin Schulz ist "Deutscher Grill- & BBQ-König", in diesem Sommer verteidigt er seinen Titel. Im Interview gibt der 46-Jährige spannende Tipps, erklärt die künftigen Trends und erzählt, wie er sich auf die kommende Meisterschaft.

    Dass man kein Bier über das Grillgut schütten soll, wenn das Fett in der Kohle brennt, wissen viele Griller. Welche klassischen typischen Fehler gibt es noch?
    Die meisten Griller nehmen zu viele Kohlen. Weniger ist hier mehr. Ein Anzündkamin voll Kohle reicht meist vollkommen aus. Wichtig ist auch, im Grill zwei Temperaturzonen zu schaffen: Eine für direktes und eine für indirektes Grillen. Hier kann dann das schon fast fertige Gargut „zwischengelagert“ werden, bis der Rest auch soweit ist. Ganz wichtig ist gute Grillkohle. Ich selbst verwende nur noch Kokosnuss-Kohlen. Die brennen sehr gleichmäßig, nicht zu heiß und sehr, sehr lange. Ein letzter Tipp: Nicht zu heiß zu grillen. Lieber fünf Minuten länger garen, denn bei zu großer Hitze kann das Grillgut trocken und zäh werden.

    Holzkohle, Gas oder Elektro: Womit grillen Sie am liebsten und warum?
    Kohle ist mein Favorit, weil es das ursprüngliche Grillen ist. Feuer anmachen, ein Bier dazu und abwarten, bis die Kohle soweit ist. Das ist dann eher ein Zelebrieren als ein schnelles Grillen. Trotzdem habe ich auch mehrere Gasgrills im Einsatz, falls es mal schnell gehen muss. Hier ist Gas einfach unschlagbar. Einen Elektrogrill nutze ich dagegen gar nicht.

    Wie breitet sich der "Deutsche Grill- & BBQ-König" auf seine diesjährige Titelverteidigung vor? Liegt der Schlüssel zum Erfolg in der Rezept-Recherche, in der Grilltechnik oder ist es die beste Grillkohle und das Equipment?
    Das wird eine Mischung aus allem. Natürlich werden wir versuchen, dieses Jahr wieder auf das Treppchen zu kommen, aber auch die anderen versuchen das. Ich denke, wenn alles gut läuft, sollten wir wieder auf einem der vorderen Plätze landen. Wichtig sind wieder tolle Gerichte. Schön bunt, optisch toll anzusehen und natürlich geschmacklich der Hit. Wir arbeiten dran.

    Wie oft grillen Sie selbst pro Jahr?
    Wir grillen für uns selbst im Schnitt etwa zwei- bis dreimal pro Woche. Dazu noch die Grillkurse und Events – also eher etwas mehr als der Durchschnittsgriller.

    Es gibt Pizzasteine für den Grillrost, hinzu kommen sogenannte „Smoker“ und „Dutch Oven“. Was wird aus Ihrer Sicht der Grill-Trend für 2018?
    Der Trend geht auf alle Fälle in die Low & Slow Ecke. Auch Feuerplatten kommen immer mehr an. Ich tendiere immer dazu, mehrere Geräte gleichzeitig am laufen zu haben, um aus allen Ecken etwas zu einem schönen Gericht zusammenstellen zu können. Einfach mal ausprobieren, es gibt kein richtig oder falsch. Das Wichtigste ist immer noch: Es muss schmecken.

    Die besten Grillrezepte für einen geselligen Abend mit Freunden und Familie

    Gegrillter Lachs

    Gegrilltes Lachsfilet mit Coleslaw und Pesto

    Zutaten für 4 Personen für den Coleslaw: 500 g Weißkohl · ca. 4 EL Weißweinessig · 2 EL Zucker · 1–2 Möhren · 1 rote Paprika · 2 EL Mayonnaise · 2 EL Joghurt · 1 EL Meerrettich (Glas) · Salz · Pfeffer · 1 EL gehackte Petersilie
    Für das Pesto: 60 g Kürbiskerne · 1–2 EL Kapern (in Marinade) · Pfeffer (grob gemahlen) · 6 EL Olivenöl · Salz · 1 Prise Kurkuma (gemahlen) · 1 Msp. Ingwer (gemahlen)
    Außerdem: 600 g Lachsfilet · 2 EL Sojasauce · 2 EL Zitronensaft · Pfeffer · 1⁄2 TL flüssiger Honig · Öl für den Grillrost · grobes Meersalz  

    Zubereitung: 1 Stunde + ca. 3 Stunden Ziehzeit
    1. Für den Coleslaw den Weißkohl putzen und dabei den Strunk entfernen. Die Blätter in dünne Streifen schneiden und in einem Sieb waschen. Gut abtropfen lassen und mit dem Essig und dem Zucker vermengen. Alles etwa 2 Stunden ziehen lassen.
    2. In der Zwischenzeit die Möhren schälen, auf einem Gemüseschneider in Julienne ziehen. Die Paprika putzen, waschen und in feine Streifen schneiden. Beides mit dem Weißkohl vermischen. Die Mayonnaise mit dem Joghurt und dem Meerrettich verrühren. Mit dem Weißkohl verkneten und ca. 1 Stunde ziehen lassen.
    3. Für das Pesto die Kerne in einer beschichteten Pfanne rösten, abkühlen lassen und grob hacken. Die Kapern abtropfen lassen und grob hacken. Mit den restlichen Pestozutaten vermischen und abschmecken.
    4. Den Lachs abbrausen und trocken tupfen. Sojasauce mit Zitronensaft, Pfeffer und Honig verrühren und den Lachs damit einpinseln. Den Grill anheizen, den Rost ölen. Den Lachs auf dem Grill auf beiden Seiten goldbraun rösten, er darf innen noch leicht glasig sein. Zum Servieren mit grobem Salz und mit Pfeffer bestreuen. Den Coleslaw mit Salz, Pfeffer und Essig abschmecken, dann die Petersilie untermischen. Den Salat auf Teller geben und jeweils ein Stück Lachs anlegen. Sofort servieren und genießen.
    (Foto: Stockfood)

    Barbecue-Hähnchenkeulen und gegrillte Maiskolben

    Grillhähnchen mit Coleslaw

    Zutaten für 4 Personen: 1 Zwiebel · 2 Knoblauchzehen · 2 EL Pflanzenöl · 60 g brauner Zucker · 1 rote Chilischote · 400 g stückige Tomaten (Dose) · 100 ml Apfelsaft · 2–3 EL Weinessig · 1 TL Paprikapulver (edelsüß) · Salz · Pfeffer aus der Mühle · etwas Worcestersauce · 12–16 Hähnchenkeulen
    Für den Mais: 4 Maiskolben · 1 EL Zucker · 2 EL flüssige Butter · Salz

    Zubereitung:
    30 Minuten + 45 Minuten Garzeit

    1. Die Zwiebel und den Knoblauch schälen und beides fein würfeln. Zusammen in einem heißen Topf unter Rühren im Öl goldbraun anschwitzen. Den Zucker darüberstreuen und leicht karamellisieren lassen. Chilischote waschen, halbieren, putzen und klein schneiden. Mit in den Topf geben, dann die Tomaten, den Apfelsaft und den Essig hinzufügen.
    2. Das Paprikapulver, Salz, Pfeffer und ein paar Tropfen Worcestersauce untermischen. Die Sauce unter gelegentlichem Rühren etwa 20 Minuten sämig köcheln lassen. Zum Schluss fein pürieren, noch mal aufkochen lassen, nach Bedarf noch etwas einköcheln lassen und abschmecken. Abkühlen lassen.
    3. Die Hähnchenkeulen abbrausen und trocken tupfen. Mit Sauce bestreichen und auf dem heißen Grill 15–20 Minuten rund- herum grillen. Zwischendurch immer wieder mit der Sauce bestreichen.
    4. Den Mais schälen, putzen und in einem Topf mit Wasser und dem Zucker für etwa 15 Minuten kochen. Mais abtropfen lassen und in 3–4 cm dicke Scheiben schneiden. Mit Butter bestreichen, salzen und auf dem Grill 8–10 Minuten rundherum goldbraun grillen. Die Hähnchenkeulen mit dem Mais vom Grill nehmen und mit der restlichen Barbecuesauce servieren. (Foto: Stockfood)

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