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    Zwei mit Herz für Fernwärme

    Zwei Männer, zwei Generationen. Der eine Mittvierziger der andere hat die 80 fast erreicht. Beide eint ein Thema: die Versorgung von Wohnungen mit Fernwärme. Eine Geschichte in Eberswalde, die bereits ein halbes Jahrhundert währt. Für Thomas Schelk, Ingenieur bei EWE, nicht nur ein Job und für Jürgen Steltz, viele Jahre Leiter des Bereiches Fernwärme in Eberswalde, nicht nur Erinnerung. Für beide ist das Thema Fernwärme eine Herzensangelegenheit. Deutlich wurde dies Anfang Dezember bei einer Festveranstaltung zum 50. Jubiläum.

    Foto: © Thomas Burckhardt
    Jürgen Steltz und Thomas Schelk Die Ingenieure
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    Jürgen Steltz ist ein Mann der ersten Stunde - in den 1970er Jahren hat er mit seinem Team die Fernwärmeversorgung in Eberswalde aufgebaut. Thomas Schelk ist als Nachfolger in die Fußstapfen des Technikers getreten. Seit 2004 baut er für EWE hocheffiziente Blockheizkraftwerke in kleineren und größeren Städten Brandenburgs.

    „So viele Menschen verirren sich nicht allzu oft zum Heizhaus hinter der Neuen Straße 3“, weiß Jürgen Steltz und freut sich, dass so viele, auch ehemalige Kollegen, gekommen waren. Allein der holprige Weg, auf dem viel Unkraut die Betonplatten hochgehoben hat, dürfte Autofahrer abschrecken. Doch eine Anlage zur Energieerzeugung ist ja auch kein Besuchermagnet, sondern soll in diesem Fall mehr als 2.000 Wohnungen im Stadtbezirk Nordend, Schulen und das Martin-Gropius-Krankenhaus mit umweltschonender Wärmeenergie versorgen. Der bei der Erzeugung ebenfalls entstehende Strom wird dabei in das öffentliche Stromnetz eingespeist. 

    Zwei Mal täglich musste entlüftet werden

    „Die Geschichte der Fernwärmeversorgung begann in Eberswalde, wie in vielen anderen Städten auch, im Rahmen des Wohnungsbauprogramms der DDR. In diesem Zusammenhang gab es von der Bezirksverwaltung den Auftrag, die Wärmeversorgung zu organisieren“, erinnert sich Jürgen Steltz. Keiner kann so die Anfangsjahre nachempfinden wie er, der den Gästen aus Politik und Wirtschaft einen umfangreichen Rückblick auf die 50-jährige Geschichte der Fernwärme in Eberswalde geben kann. Hinter ihm laufen auf einer Leinwand Bilder aus der damaligen Zeit. Und er muss lachen, als er sich noch dunkelhaarig, statt grau wiedererkennt. Gleich fallen ihm Erlebnisse aus den Angangsjahren der Fernwärme in Eberswalde ein. Unter anderem erzählt er, dass in den 1970er-Jahren die Kollegen zweimal täglich durch das Wohngebiet „Kopernikusring“ gingen, um die Heizung in den Blöcken zu entlüften. Zu einer Versorgungsstörung sei es in all den Jahren nie gekommen, erinnert er sich stolz. Ausnahme sei nur der Winter 1977/78 gewesen. „Der setzte uns zeitweise außer Gefecht", musste Jürgen Steltz auch rückblickend noch zugeben.

    Effizienter geht's nicht: Ein Blockheizkraftwerk produziert Strom und Wärme in einem

    Das EWE-Heizhaus in Nordend, beherbergt heute unter anderem ein modernes Blockheizkraftwerk. 2015 wurde dieses mit einer Investitionssumme von 1,2 Millionen Euro errichtet. Der rund acht Meter langen Anlage sieht man auf den ersten Blick nicht an, welche Kraft in ihr steckt. „Ist sie in Betrieb, dröhnt sie laut wie ein Lkw“, sagt Thomas Schelk.


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    Er ist Projektleiter Fernwärme bei der EWE und kann auch die Funktionsweise eines solchen Blockheizkraftwerks genau erklären. Er plant die Anlagen, eine fünfte wird demnächst installiert, und bringt sie ans Netzt. Wichtigster Punkt, so erklärt der Fachmann, sei in einem Blockheizkraftwerk dass sowohl Strom als auch Wärmeenergie erzeugt werde. Das mache ein Blockheizkraftwerk, das einen Wirkungsgrad von 90 Prozent hat, viel effektiver als große Kraftwerke, bei denen der Wirkungsgrad nur maximal 50 Prozent liege. Demnach lasse sich mit einem Blockheizkraftwerk Kohlendioxid einsparen.

    Im Winter läuft die Anlage rund um die Uhr, erklärt Thomas Schelk weiter. Und auch Jürgen Steltz hört interessiert zu. Denn zu seiner Zeit, sei alles noch ganz anders gewesen, aber auch schön. Am meisten erinnert sich der ehemalige Fernwärmeverantwortliche an die Kollegialität unter den Mitarbeitern. „Wir haben immer gut zusammengearbeitet und hatten auch viel Spaß zusammen“, berichtet Steltz.

    Fernwärme: Noch lange kein alter Schuh
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    Er freue sich, dass heute ein Mann wie Thomas Schelk am Ruder ist, und EWE mit Stolz ein solches Heizkraftwerk präsentiert, dabei aber auch das alte und uns Alten nicht vergesse, sagt er und lacht. 

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