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    Kolumne #36: Der Basketball-Fluch

    Ihnen geht es wahrscheinlich ganz ähnlich wie mir: Seit Beginn der Corona-Einschränkungen ist in vielen Bereichen des Alltags echter Erfindungsreichtum gefragt. Vor allem, wenn man Kinder zu Hause hat, die sich zwar eine Weile lang ganz gut selbst beschäftigen können, aber irgendwann anfangen, unglaublich nervig zu werden. Kennen Sie noch diesen Kinderschokolade-Werbespot aus den 80ern? Kinder kreischen den rasenmähenden Papa an: „Wir. Wollen. Was. Süßes!“ Papa rollt mit den Augen und zückt das Lederportemonnaie: „Hier, kauf dir was zu Naschen …“ Mutter interveniert: „Aber Heinz, wir haben doch Kinderschokolade!“ Die Eltern seufzen vor Erleichterung. Kinder glücklich, alles gut.

    Foto: © shutterstock
    Autor David Siems Der Kolumnist
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    In unserer Kolumne "Die lieben Nachbarn" nimmt David Siems im Wechsel mit Autor Klaus Werle die Höhen und Tiefen der Nachbarschaft unterhaltsam unter die Lupe. Denn die wahren Dramen spielen im Miethaus zwischen Studenten-WG, Briefkasten und Fahrradkeller. Wenn Sie die beiden gutnachbarschaftlich mit Erlebnissen oder Anekdoten unterstützen möchten, schreiben Sie eine Mail an hallonachbar@ewe.de.

    Der Innenhof: Spielplatz mit sensibler Geräuschkulisse

    Okay, vielleicht habe ich den Wortlaut nicht ganz korrekt wiedergegeben, aber ganz ähnlich fühlten sich die vergangenen Wochen für mich an. Meine Kinder wollten unbedingt, dass ich mich in Unkosten stürze und ein kleines Vermögen für einen Basketballkorb ausgebe. Kein Teil, was man fix an die Wand schraubt, sondern einen amtlichen Vorzeigekorb mit TÜV-Siegel und massivem Ständer. Seit einer Woche steht das Ungetüm bei uns im Innenhof und – Sie ahnen es bereits – spaltet seitdem die Nachbarschaft. Die einen freuen sich, dass die Kinder aus unserem Wohnhaus endlich wieder an die frische Luft gehen und sich sportlich betätigen, die anderen trotzen den konstanten Dribbelgeräuschen, indem sie mir tödliche Blicke im Treppenhaus zuwerfen.

    Streit in der Nachbarschaft: Können wir die Nörgler besänftigen?

    Damit die Situation nicht eskaliert, planen wir jetzt das große Nachbarschafts-Experiment: ein Basketballturnier mit allen Anwohnern. Natürlich mit gebührendem Abstand, ausreichend Desinfektionsmitteln und allerhand Limonade. Wir haben die naive Hoffnung, dass wir auch die Grantler von nebenan für den Dribbelsport begeistern können. Vielleicht wird uns die Situation aber auch völlig aus den Händen gleiten, und am Ende gibt es großes Gekeife und Gezanke. Für den äußersten Notfall habe ich bereits vorgesorgt: Im Kühlschrank habe ich fünf Packungen Kinderschokolade gelagert.

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