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    Revolverheld und das Comeback der Autokinos

    Autor David Siems Der Kolumnist
    Mehr erfahren In unserer Kolumne "Die lieben Nachbarn" nimmt David Siems im Wechsel mit Redakteur Klaus Werle die Höhen und Tiefen der Nachbarschaft unterhaltsam unter die Lupe. Denn die wahren Dramen spielen im Mietshaus zwischen Studenten-WG, Briefkasten und Fahrradkeller. Wenn Sie die beiden gutnachbarschaftlich mit Erlebnissen oder Anekdoten unterstützen möchten, schreiben Sie eine Mail an hallonachbar@ewe.de

    In meiner Nachbarschaft wohnt der Gitarrist von Revolverheld, sie wissen schon, diese Deutsch-Pop-Band mit Hits wie „Ich lass für dich das Licht an“ oder „Halt dich an mir fest“. Wenn Kristoffer und ich uns auf der Straße begegnen, dann plaudern wir stets ein bisschen, was eigentlich bemerkenswert ist, denn vor ein paar Jahren (ich war damals Musikreporter für eine Lokalzeitung), habe ich mal einen etwas gemeinen Text über seine Band geschrieben. Ich dachte, Revolverheld könnten auch mal augenzwinkernde Kritik vertragen. Ging aber kräftig nach hinten los, die Band war erbost. Nach einer längeren Diskussion klopften wir uns wie Cowboys den Staub von den Schultern und sagten mit tiefer Stimme: „Schwamm drüber, reiten wir weiter.“

    Wenn ich Kristoffer das nächste Mal begegne, würde ich ihn am liebsten einmal kräftig umarmen, gäbe es da nur nicht die aktuellen Abstandsregeln. Ich würde ihn nämlich gerne zu einer formidablen Idee beglückwünschen: Am 23. Mai 2020 spielen Revolverheld auf dem Schützenplatz in Hannover ein „Autokonzert“. Nach dem Autokinoprinzip kommen die Zuschauer im eigenen Pkw, parken auf vorgesehenen Plätzen und verfolgen die Show hinter der Windschutzscheibe. Die Älteren unter uns erinnern sich an cineastische Ausflüge in den 80er- und 90er Jahren, als man mit frischgedrucktem Führerschein sein Date abholte und sich fühlte, wie der Held aus einem amerikanischen Highschool-Film.

    Kommt jetzt, in Zeiten von Corona und „social distancing“ das große Comeback der Autokinos? Ja, bitte! Ich fahre zwar keinen coolen Chevrolet Malibu (leider nur einen langweiligen Citroen Berlingo), aber als Filmliebhaber ginge mir das Herz auf, endlich wieder mein Netflix-Abo gegen einen Thriller auf großer Leinwand auszutauschen. Ich werde mich jetzt auf die Suche nach stillgelegten Autokinos machen und erste Gespräche mit potenziellen Investoren führen. Mein Ass im Ärmel: Revolverheld spielen zur Eröffnung.

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