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    #machbarschaft: Müllsammler & Stinknormale Superhelden

    Willkommen in der #machbarschaft! Die „Stinknormalen Superhelden“ aus Rathenow in Brandenburg ziehen im Kostüm los und befreien Grünanlagen und Wälder von Müllresten. Umweltministerin Svenja Schulze und Grünen-Chef Robert Habeck gehören bereits zu ihren größten Fans.

    Foto: Stinknormale Superhelden

    Sie heißen „Biolectrica“, „Red Violet“ oder „Pantalong“. Namen, mit einem Klang wie die überirdischen Superhelden aus dem Marvel-Kosmos. „Optimus Schnitzel“, „Schatzipop“ oder „Rumpelkalle“ muten etwas bodenständiger, aber nicht weniger humorvoll an. „Wir sind ein freundschaftlich-familiärer Haufen, bei denen viele Leute merken: Die labern nicht nur, sondern die machen auch“, sagt „Katetschen-Bernd“ alias Norman, der kreative Kopf der Gruppe. Das 15-köpfige Kollektiv ist in und um Rathenow (Brandenburg) unterwegs, um Wälder und Grünflächen von Müll zu befreien, stets in Kostüm und wehendem Umhang. Sie nennen sich: „Stinknormale Superhelden“.

    Umweltschutz: Superhelden im Müll-Einsatz

    Die Superhelden mit ihrer "Beute": einem Haufen Müll.

    „Die Idee entstand 2012, als ich meiner Schwester ein Fotoshooting zum Geburtstag geschenkt habe, bei dem wir uns als Superhelden verkleiden wollten. Als die Friseurin meiner Frau später die Bilder sah, meinte sie: In dem Outfit müsste man eigentlich mal ins Naturschutzgebiet gehen, um dort Müll zu sammeln. Das sorgt bestimmt für Aufmerksamkeit“, erinnert sich Norman. Gesagt, getan. Gleich bei ihrem ersten Ausflug kommen drei große Müllberge mit hunderter alter Fahrradschläuche, Flaschen oder gebrauchter Windeln zusammen. Die Idee für die „Stinknormalen Superhelden“ wird geboren und fortan in die Tat umgesetzt. Die Lokalpresse bekommt schnell Wind von den kreativen Aktivisten und schickt Reporter vorbei. Der Tenor im brandenburgischen Blätterwald: Superhelden retten Rathenow!

    Grünen-Chef Robert Habeck kam persönlich vorbei

    „Die Kostüme schaffen eine große Aufmerksamkeit. Sie zeigen, dass man soziales Engagement mit gewisser Leichtigkeit und Humor umsetzen kann“, sagt Norman. Mittlerweile bekommen sie Anfragen für verschiedene Veranstaltungen und Stadtfeste. Robert Habeck, Bundesvorsitzender der Grünen, wollte sich vor Ort in Rathenow ebenfalls ein Bild von den Superhelden machen. Im Schlepptau brachte er eine Entourage von 20 Pressevertretern mit. Dass sein Interesse authentisch war, zeigte sich, nachdem alle Interviews und Fotos erledigt waren: „Als die Presse wieder weg war, hat er sich noch 90 Minuten Zeit für uns genommen. Das war natürlich toll“, erinnert sich Norman.

    Grönemeyer & Co: Im Kampf gegen den Müll sollen weitere Helden helfen

    Die Stinknormalen Superhelden machen Pause auf stillgelegten Eisenbahnschinen

    Die Superhelden organisieren sich als gemeinnütziger Verein und begreifen sich als eingeschworenen Kreis, sind aber kein elitärer Club: „Wir begrüßen jeden mit offenen Armen“, sagt Norman. Seit einiger Zeit haben sie das Interview-Format „5 stinknormale Fragen“ ins Leben gerufen, bei dem sie mit Persönlichkeiten aus dem öffentlichen Leben über die Themen Umweltschutz und Nachhaltigkeit reden und auf ihrer Facebook-Seite zeigen. Kürzlich stand der Thriller-Autor Sebastian Fitzek Rede und Antwort, weitere Kandidaten folgen. „Meine drei Wunschkandidaten wären Richard David Precht, Gerald Hüther und Herbert Grönemeyer“, sagt Norman, „alles sehr schlaue und charakterstarke Typen, die sich engagieren – und auch Superhelden für mich sind.“

    Interview mit Katetschen-Bernd von den Stinknormalen Superhelden

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