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    Exot? Nein danke!

    Keiner will sie, jeder hat sie: Vorurteile. Schublade auf, Mensch rein, Schublade zu. Wir alle wurden schon früh in Stereotype gezwängt, die für unsere Entwicklung nicht ohne Folgen blieben. Klischees begleiten oft ein Leben lang. Eine zehnteilige Serie rund um Diversity und Vielfalt will Schluss machen mit Vorurteilen und Klischees. Bis zum Deutschen Diversity-Tag am 18. Mai steht jede Woche eine Kollegin oder ein Kollege aus dem EWE-Konzern im Fokus. Sie berichten auf hallonachbar.de, warum sie gerade nicht ins Klischee passen.

    © Mohssen Assanimoghaddam
    Diversity-Serie Teil 2 – Matthias Schott Der Erzieher
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    Für Matthias Schott (36) ist es eine Herzensangelegenheit, die Entwicklung der Kleinsten zu begleiten. Dementsprechend hält der Oldenburger von starren, traditionellen Rollenbildern wenig.

    Es ist die Unterschiedlichkeit aller Kolleginnen und Kollegen, die EWE ausmacht. Sie bringen sich mit ihren vielfältigen Fähigkeiten, Kompetenzen und Charakteren ein in den EWE-Konzern und schaffen ein kollegiales Miteinander, das die Arbeit jeden Tag von neuem spannend und abwechslungsreich macht. Im heutigen Portrait einer Diversity-Serie geht es um Matthias Schott, der als Erzieher für die EWE-Betriebskita Biberburg arbeitet. Für den Oldenburger ist es eine Herzensangelegenheit, die Entwicklung unserer Kleinsten zu begleiten. Und dementsprechend hält er von starren, traditionellen Rollenbildern wenig.

    Vom Optiker zum Pädagogen

    Zu seinem Beruf „Pädagogische Fachkraft“ kam der 36-Jährige über einen Umweg. „Als ich nach der Schule meine Optiker-Lehre angefangen habe, hätte ich mir noch nicht vorstellen können, dass ich später mal Erzieher werde“, sagt er. Dafür sei sein eigenes Weltbild damals noch zu traditionell gewesen. „Nachdem ich dann aber eine Weile als Optiker gearbeitet hatte, habe ich gemerkt, dass ich mehr will“, sagt er. Die Arbeit mit Menschen habe ihm schon immer sehr viel Spaß gemacht, aber etwas habe trotzdem gefehlt. „Ich habe mich oft an meine Zivildienstzeit im Kindergarten und mein Engagement in der Kinder- und Jugendarbeit meiner Kirchengemeinde erinnert und wusste plötzlich: Ich will Erzieher werden.“ Die Entscheidung für die vierjährige schulische Ausbildung, die eigenständig finanziert werden muss, habe er nicht bereut. „Die Begleitung von Kindern in ihren ersten Lebensjahren ist eine wahnsinnig spannende und auch sehr verantwortungsvolle Aufgabe, die jeden Tag Neues bringt und an der man auch selbst wächst.“

    Mehr als Singen und Basteln

    Auf die Frage, was sein Freundeskreis zu seiner Entscheidung gesagt habe, strahlt Matthias Schott über das ganze Gesicht und überlegt einen Moment, bevor er antwortet. „Am Anfang hat es schon ein paar Sprüche zum Klischee vom ‚Kindergärtner‘ gegeben, der den ganzen Tag singt, bastelt, spielt und aufpasst“, sagt er. Das habe sich aber schnell gelegt, als die Freundinnen und Freunde gemerkt hätten, wie vielseitig und herausfordernd seine Arbeit sei. Über Klischees und Vorurteile könne man übrigens viel von Kindern lernen. „Die Kinder haben bei uns die Freiheit, zu den Erzieherinnen und Erziehern zu gehen, mit denen sie Zeit verbringen möchten. Sie machen zwischen Männern und Frauen keinen Unterschied, sondern schauen auf den Menschen und was sie lernen können.“ Und gleichzeitig glichen sie aufmerksam ab, was „Matthias“ in der Kita und ihre anderen Bezugspersonen dort oder zu Hause, unterscheide.

    Im Dialog sein

    Schon fünf Jahre ist Matthias Schott nun für die Biberburg tätig. Gemeinsam mit zwei Kolleginnen betreut er die Dachsgruppe mit 24 Kindern im Alter von drei bis sechs Jahren. Drei weitere Männer gehören außer ihm zum Erzieher-Team der Biberburg, zusammen mit 20 Frauen. „Natürlich würden wir uns freuen, wenn das Verhältnis noch ausgeglichener würde, aber von einem Exotenstatus würde ich heute trotzdem nicht mehr sprechen“, sagt Matthias Schott. Auch die Eltern sähen die Tatsache, dass ihre Kinder von Frauen und Männern betreut würden, als echte Bereicherung. „An ein einziges Mal, als ich noch im Praktikum zu meiner Ausbildung war, kann ich mich trotzdem erinnern, wo ein Vater mich darauf angesprochen hat, wieso ich ausgerechnet diese Arbeit mache“, erinnert sich der Erzieher. „Unsere dann folgenden Gespräche und wie wir einander mit der Zeit immer besser verstanden – daran erinnere ich mich auch heute noch gern.“ Deshalb sei es so wichtig, miteinander in den Dialog zu gehen – auch, um Klischees gemeinsam aufzulösen.

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