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    Grün hinter den Ohren? Nein danke!

    Keiner will sie, jeder hat sie: Vorurteile. Schublade auf, Mensch rein, Schublade zu. Wir alle wurden schon früh in Stereotype gezwängt, die für unsere Entwicklung nicht ohne Folgen blieben. Klischees begleiten oft ein Leben lang. Eine zehnteilige Serie rund um Diversity und Vielfalt will Schluss machen mit Vorurteilen und Klischees. Bis zum Deutschen Diversity-Tag am 18. Mai steht jede Woche eine Kollegin oder ein Kollege aus dem EWE-Konzern im Fokus. Sie berichten auf hallonachbar.de, warum sie gerade nicht ins Klischee passen.

    © Thomas Reppmann
    Diversity-Serie Teil 6 – Veronika Meemken Die Ausbilderin
    Mehr erfahren Veronika Meemken (23) ist gelernte Elektronikerin für Betriebstechnik. Gleich nach ihrer Ausbildung wechselte die Zetelerin ins Ausbilder-Team. Diversity ist für sie Chancengleichheit: „Jeder soll sein Leben gestalten wie er möchte und wie er kann.“

    Es ist die Unterschiedlichkeit aller Kolleginnen und Kollegen, die EWE ausmacht. Sie bringen sich mit ihren vielfältigen Fähigkeiten, Kompetenzen und Charakteren ein in den EWE-Konzern und schaffen ein kollegiales Miteinander, das die Arbeit jeden Tag von neuem spannend und abwechslungsreich macht. Heute geht es in der Diversity-Serie um Veronika Meemken und wie sie sich als junge Ausbilderin für technische Berufe unter Männern behauptet.

    Ausbildung, Ausbilderin, Meisterin

    Im Januar 2020 hat Veronika Meemken ihre Ausbildung zur Elektronikerin für Betriebstechnik erfolgreich abgeschlossen. Seitdem arbeitet sie als Ausbilderin in der Ausbildungswerkstatt und betreut die Auszubildenden während ihrer praktischen Ausbildung. „Das Angebot hat mich gereizt, weil ich anderen gern etwas beibringe und darin unterstütze, Lerninhalte zu verstehen und positive Lernerfahrungen zu machen. Schon während meiner Ausbildung habe ich zusammen mit einem Kollegen die Prüfungsvorbereitung für unseren Jahrgang organisiert“, erzählt Veronika Meemken. Andererseits bot sich mit dieser auf zwei Jahre befristeten Stelle zugleich die Chance, sich direkt nach der Ausbildung weiter zu qualifizieren: zur Ausbilderin und zur Handwerksmeisterin. Die Ausbildereignungsprüfung hat sie bereits erfolgreich abgeschlossen, ebenso wie einen Teil der Meisterausbildung. Seit März 2021 absolviert sie die Lehrgänge für die fachliche Meisterausbildung.

    Respektvolles Miteinander auf Augenhöhe

    „Viele Auszubildende kenne ich noch aus der Zeit, als ich selbst Auszubildende war. Mit denen bin ich weiter per Du. Die neuen Auszubildenden siezen mich“, erzählt die 23-Jährige. Das sei immer dann komisch, wenn die Auszubildenden älter sind als sie selbst. „Die Auszubildenden des ersten Ausbildungsjahres haben mich in ihrer Einführungswoche gefragt, was ich denn lerne“, erzählt sie schmunzelnd. „Ich begegne den Azubis jetzt auf einer anderen Ebene, muss mir Respekt im Umgang mit den Azubis und dual Studierenden verschaffen, dennoch objektiv bleiben und die Anforderungen aus meiner Rolle durchsetzen.“ Zugleich ist die eigene Ausbildung im gleichen Umfeld noch sehr präsent und die Erinnerung an die eigenen Erfahrungen noch ganz frisch. „Ich kann mich sehr gut einfühlen in die Auszubildenden und adaptiere manchmal ihre Fragen bei Themen, die ich selbst erst nach einer weiteren Erklärung verstanden habe.“ Corona stellt die junge Ausbilderin dabei vor besondere Herausforderungen: Die aktuelle Ausbildungssituation mit mobilem Arbeiten ist deutlich anders als sie ihre eigene Ausbildung erlebt hat. Und im direkten Gespräch vor Ort ist es leichter, Dinge anzusprechen, die nicht gut laufen oder die eher persönlicher Natur sind.

    Erste Ausbilderin in der EWE-Ausbildungswerkstatt

    Mit einer kooperativen, konstruktiven und respektvollen Grundhaltung will die junge Ausbilderin dazu beitragen, dass die Azubis ihre Ausbildung erfolgreich abschließen. „Ich trage in meiner Rolle eine hohe Verantwortung für die jungen Kolleginnen und Kollegen. Zugleich bin ich Teil eines erfahrenen Ausbilderteams und deshalb nicht allein verantwortlich. Das gibt mir Sicherheit“, so Veronika Meemken, die mit ihrer ruhigen Art aber sehr klar, konzentriert und direkt formuliert. Ausbildungsleiter Rolf Röttgers bestätigt: „Die berufliche Sozialisierung beginnt in der Ausbildung. Deshalb würde ich die historische Chance gerne nutzen und sie fest übernehmen. Bislang konnte die Ausbildungswerkstatt in Oldenburg noch nie eine Ausbilderin vorweisen. Ich denke, so schaffen wir es, Klischees von vornherein auszuräumen. Veronika ist eine Bereicherung für das Team, vor allem aber für die Ausbildung!“

    Aktuell unterstützt Meemken die festen Ausbilder an mehreren Stationen in der Ausbildungswerkstatt, bereitet Projekte vor, baut die technische Umgebung dafür auf oder um und begleitet die Azubis während der Projektzeit. „Das macht mir viel Spaß und die Ausbilder-Kollegen signalisieren, dass sie sehr froh über diese Unterstützung sind.“

    Dass sie nur wenige Kolleginnen hat, kennt sie aus ihrer Ausbildung. Es mache ihr nichts aus, ob sie mit Männern oder Frauen zusammenarbeitet. Die in Zetel aufgewachsene Veronika Meemken fühlt sich im Team gut aufgenommen und akzeptiert. Das Klischee ‚Grün hinter den Ohren‘ ist ihr bisher nicht begegnet.

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