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    "25 Jahre Vielfalt, statt Einfalt"

    Svenja Thiele arbeitet bei EWE und engagiert sich ehrenamtlich für den Christopher Street Day. Im Interview mit hallo nachbar erklärt sie, warum man am 15. Juni auf jeden Fall dabei sein sollte. Zum 25. Jubiläum heißt das Motto in diesem Jahr "25 Jahre Vielfalt, statt Einfalt".

    Svenja Thiele
    Die Organisatorin
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    Svenja Thiele ist Mitglied im Organisationsteam des Christopher Street Day in Oldenburg und arbeitet seit zehn Jahren bei EWE. Die 32-Jährige war 2006 zum ersten Mal beim CSD dabei und freut sich darüber, wie sich immer mehr Menschen für das Event begeistern.

    CSD 2018 in Oldenburg
    Alexander Rumyantsev
    Ähnlich viele Besucher wie hier beim CSD 2018 in Oldenburg wünschen sich die Veranstalter auch in diesem Jahr.

    Frau Thiele, wissen Sie noch, auf wie vielen CSD-Events Sie schon dabei waren?

    Mitgezählt habe ich nicht, aber es waren schon einige. Mal überlegen, ich war bereits in Innsbruck, Bielefeld, Hamburg, Cloppenburg und natürlich oft in Oldenburg. Die Veranstaltungen in großen Städten wie London oder New York reizen mich gar nicht so sehr.

    Warum nicht?

    Dort ist man als Besucher in erster Linie „nur“ Zuschauer und schaut sich die Demo an, die durch die Straßen zieht. Das ist natürlich auch toll und ein riesiges Spektakel. Ich freue mich aber mehr darüber, wenn die Teilnehmer zum CSD kommen, zuschauen und spontan mitlaufen können, wenn ihnen etwa eine Gruppe oder ein Wagen gefällt. So wie bei uns in Oldenburg. EWE ist auch mit einem eigenen Wagen dabei.

    Kommt es häufig vor, dass Sie Leuten noch erklären müssen, worum es beim Christopher Street Day eigentlich geht?

    Die Veranstaltung ist in den vergangenen Jahren extrem gewachsen und erreicht immer mehr Leute. In diesem Jahr sind viele Schulen aus der Region dabei und auch Arbeitgeber, wie EWE. Das zeigt, dass das Thema stärker in der Gesellschaft sichtbar wird. Trotzdem ist der CSD kein Party-Event. Natürlich sollen die Leute kommen, feiern und Spaß haben, aber im Kern geht es um eine Demonstration, die sich für die vollständige rechtliche Gleichstellung und gesellschaftliche Akzeptanz einsetzt. Wir haben etwa einen klaren Auftrag, über LGBTI-Themen (Anmerk: Abkürzung für Lesbisch-Gay-Bisexuell-Transgender-Intersexuell) aufzuklären und Bedarfe sichtbar zu machen. Für mich sind beide Aspekte wichtig: Feiern und politisches Anliegen.

    Der erste CSD in Oldenburg fand 1995 statt. Wie hat sich die Veranstaltung seitdem verändert?

    Oldenburg war zwar immer schon offen für den CSD, dennoch war es früher natürlich noch etwas anders. Damals waren vielleicht ein paar hundert Teilnehmer dabei, darunter auch viele, die sich verkleidet haben, um nicht erkannt zu werden. Es gab einige, die Angst davor hatten, dass sie vielleicht bloßgestellt werden. Glücklicherweise hat der CSD diesen Exotenstatus längst verloren. In diesem Jahr erwarten wir erneut etwa 11.000 Teilnehmer und mehrere Tausende Zuschauer.

    Das Motto lautet in diesem Jahr „25 Jahre Vielfalt, statt Einfalt“. Warum sollte man unbedingt dabei sein?

    Trotz aller positiver Entwicklungen in den letzten 25 Jahren ist es immer noch nötig, und aufgrund der aktuellen politischen Lage noch wichtiger, sich aktiv für eine vielfältige Gesellschaft einzusetzen. Der CSD ist ein guter Anlass für alle, ihren Standpunkt sichtbar zu machen. Der Tag beginnt um 11 Uhr auf unserer „Pride Plaza“ am Schloßplatz, wo es viele verschiedene Infostände gibt. Um 13 Uhr beginnt die Demo einmal um den Stadtring, danach durch die Stadt und wieder zurück zum Schloßplatz. Dort gibt es dann verschiedene Redebeiträge, eine Dance-Area und verschiedene Live-Bands. Zum Abschluss wird abends im Molkerei Klub die „Night of the Pride“ gefeiert.

    Auch EWE ist am 15. Juni mit einem eigenen Wagen beim Christopher Street Day in Oldenburg dabei. Alle Infos & Termine: www.csd-nordwest.de

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