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    Retter der Apfelsorten

    Eckart Brandt, Bio-Obstbauer der ersten Stunde und Verfechter alter Apfelsorten, freut sich auf die Erntezeit: In seinem „Boomgarden“ im niedersächsischen Helmste wachsen 350 traditionelle Apfelsorten. Wir freuen uns auf sein Rezept für Vanille-Quark-Torte mit Äpfeln.

    Apfelsorten-Experte Eckart Brandt in Helmste.
    Der Apfelbauer
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    Eckart Brandt ist in Wohnste bei Sittensen mit der Hobby-Apfelzucht und -Imkerei seines Vaters groß geworden. 1983 hat er sich nach seinem Geschichtsstudium als Bio-Obstbauer selbstständig gemacht und seitdem Hunderte historische Apfelbaumsorten vorm Aussterben bewahrt. Sein Wissen gibt er auch als Buchautor weiter. Zuletzt erschien „Die alten Sorten“ im KJM Buchverlag.

    Frost während der Vorblüte, Unwetter mit Sturm und Hagel zur Blüte: Das Apfeljahr 2017 hat nicht gut begonnen. Schon gar nicht, wenn man sich wie Eckart Brandt dem Bio-Anbau verschrieben hat. Aber mit mehr als 35 Jahren Erfahrung ist er solche Widrigkeiten gewohnt – und kann ihnen sogar Positives abgewinnen: „Nach dem Superjahr 2016, in dem wir etwa 20 Tonnen Äpfel geerntet haben, wird der Ertrag dieses Jahr zwar bescheiden sein, aber dafür gedeihen die Bäume prächtig. Sie werden groß und stark, wenn sie keine Äpfel tragen“, erklärt der 67-Jährige. Das kommt ihm durchaus entgegen, denn er hat sich auf den Jungbaumverkauf und die Nachzucht alter historischer Apfelsorten spezialisiert. 1983 war er einer der ersten Bio-Apfelbauern überhaupt. Die ersten Jahre waren oft nicht einfach: „Ich habe viel Lehrgeld bezahlt, aber dabei auch festgestellt, dass die alten Apfelsorten weniger anfällig für Schädlinge sind als neuere – und dass sie daher auch ohne Pestizide gute Erträge liefern“, so der Apfelkundler. „Die historischen Sorten sind unseren Böden und unserem Klima einfach wesentlich besser angepasst.“

    Traditionelle Apfelsorten

    Alte Apfelsorten zu erhalten, sie zu vermehren und sein Wissen weiterzugeben: Das ist seitdem seine Leidenschaft. Um sein Projekt für die Nachwelt zu erhalten, hat er 1985 den Boomgarden (niederdeutsch für Baumgarten) gegründet, der mittlerweile sein Zuhause auf der Stader Geest gefunden hat. Brandt möchte vor allem die biologische Vielfalt retten, denn: „Niemand weiß, wie sich das Klima weiterentwickelt und wie das Obstsortiment der Zukunft beschaffen sein muss.“ Und so ist er täglich im Einsatz gegen das überregionale Apfel-Einerlei, den Industrie-Apfel. Bei der Suche nach Raritäten setzt er auf aromatische, norddeutsche Traditionssorten mit so wohlklingenden Namen wie Celler Dickstiel, Schöner von Haseldorf oder Juwel von Kirchwerder. Sein persönlicher Lieblingsapfel ist der Finkenwerder Herbstprinz: „Ein Apfel mit Charakter. Etwas herb, nicht zu sauer, mit einem kräftigen norddeutschen Aroma, perfekt zum Essen, Backen, Kochen – und bis Januar gut lagerbar.“

    Rezept: Vanille-Quark-Torte mit Äpfeln

    Quarkkuchen mit Apfel nach Rezept.

    Zutaten für den Teig:

    • 200 g Mehl
    • Salz
    • 1/2 TL Backpulver
    • 2 EL Zucker
    • 1 Eigelb
    • 125 g Butter
    Zutaten für den Belag:
    • 750 g Äpfel (z. B. Jakob Lebel oder Boskop), geschält und in Scheiben geschnitten
    • 2 EL Zitronensaft,
    • 60 g Rosinen
    • 2 EL Rum
    • 2 Eier Größe M
    • 80 g Zucker
    • 350 g Magerquark
    • 1 Päckchen Vanille-Puddingpulver
    • 125 g Crème fraîche
    Zubereitung:
    1. Aus den Teigzutaten einen Teig kneten, in Folie wickeln und 1 Stunde im Kühlschrank ruhen lassen.
    2. Den Ofen auf 200 Grad (Umluft 180 Grad) vorheizen, eine Springform (28 cm) mit Butter einfetten. Den Teig gleichmäßig auf dem Formboden verteilen und 10 Minuten backen.
    3. Apfelscheiben mit Zitronensaft beträufeln, Rosinen mit Rum begießen. Eier trennen. Eiweiß steif schlagen. Eigelb, Zucker, Quark, Puddingpulver und Crème fraîche vermengen. Das Eiweiß unterheben. Die Creme auf den Teig gießen, Äpfel und Rosinen gleichmäßig darauf verteilen und den Kuchen 35 Minuten backen.
    Das Lieblingsrezept von Eckart Brandt stammt aus:
    Eckart Brandt / Judith Bernhard, Unser Apfelkochbuch, Bassermann Verlag 2014, 7,99 Euro

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