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    11 Tipps für Nachhaltigkeit an Weihnachten

    Allein unter Männern

    Kyra Sanders arbeitet in einer Männerdomäne. hallo nachbar im Gespräch mit der 37-jährigen Gasmonteurin über Vorurteile bei der männlichen Kundschaft und Angst vor Spinnen.

    Kyra Sanders
    Die Gasmonteurin
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    Kyra Sanders, 37, lebt in der Nähe von Aurich. Bevor sie als Monteurin startete, arbeitete sie jahrelang als Schornsteinfegerin und hat sogar ihren Meister. Mit Heizungsanlagen kennt sie sich also aus. Ihr Traum ist es, einmal die Westküste von Amerika zu bereisen und mit dem Sex-and-the-City-Bus durch New York zu fahren.

    Wie viele Frauen gibt es in Ihrem Team?

    Nur mich.

    Ist das nicht manchmal seltsam, so allein unter Männern?

    Ach nein. Damit komme ich gut klar. Das war ja in meinem alten Beruf als Schornsteinfegerin schon so. Da gab es zwar ein paar mehr Frauen, aber es war ähnlich. Die Kunden sind manchmal irritiert, dass eine Frau kommt.

    Wie macht sich das bemerkbar?

    Ab und zu öffnen Männer in Unterhose und die sind dann ganz peinlich berührt, dass da eine Frau steht und ziehen sich blitzschnell etwas an. Andere glauben, Sie müssten mir helfen und mir die Heizungsanlage erklären.

    Und was machen Sie dann?

    Dann lasse ich sie entweder erstmal reden oder werfe mit ganz vielen Fachbegriffen um mich, damit sie merken, dass ich doch mehr Ahnung hab‘ als sie.

    Wenn andere Frauen diesen Beruf ergreifen wollen, was sollten die mitbringen?

    Handwerkliches Geschick und technisches Interesse. Sie müssen Lust haben, etwas einzubauen und Dinge auseinander zu nehmen. Und sie dürfen keine Sorge haben, sich schmutzig zu machen. Das bleibt nicht aus. Es gibt sehr staubige Dachböden, Keller mit Spinnweben und eben auch ab und zu Wohnungen mit Trampelpfaden im Dreck. Ich hab immer Feuchttücher im Auto. Ach ja, und lange Fingernägel kann ich nicht tragen. Die brechen leider immer ab.

    Warum haben Sie einen eher männlichen Beruf gewählt?

    Ich hatte schon als kleines Mädchen eine Werkzeugkiste und war immer dabei, wenn mein Vater was in der Werkstatt gemacht hat. Das fand ich toll. Puppen nicht so. Da bot sich ein Beruf in dieser Richtung an. Außerdem mag ich den Kundenkontakt. Ich lerne so viele Leute mit den unterschiedlichsten Interessen kennen. Der eine war Seefahrer, der andere war Physiker. Das ist total interessant.

    Was macht Kyra Sanders, wenn sie nicht arbeitet?

    Dann unternehme ich was mit meinen Mädels, gehe shoppen und kümmere mich um meine Tiere. Ich habe zwei Katzen, drei Zwergschafe, zwei Ziegen und fünf Hühner.

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