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    Loslegen und ausprobieren!

    Philipp Humbsch sollte man als Telefonjoker haben, falls man jemals bei „Wer wird Millionär“ Günther Jauch gegenübersitzt. Der 26-Jährige kann über Chemie-Experimente genauso fachsimpeln wie über preußische Militärakademien, über den Landärztemangel ebenso diskutieren wie über Paleo-Botanik. Und er weiß, wie man 23 Kilo Gestein aus Georgien einfliegt, ohne Übergepäck zu bezahlen – auch dank Deutschlands bekanntestem Nachwuchswettbewerb „Jugend forscht“. Am 1. März ist es wieder soweit: Ostbrandenburger Nachwuchsforscher präsentieren ihre Projekte in Eberswalde. Besucher sind herzlich willkommen!

    Philipp Humbsch Jugend forscht
    Philipp Humbsch, 26,
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    studiert im 10. Semester Medizin an der Charité Berlin und möchte nach dem Studium als Notarzt arbeiten. Die Liebe zur Naturwissenschaft hat auch sein Großvater in ihm geweckt: „Der war Chemielehrer und wir haben immer zusammen experimentiert – Hauptsache es knallte, leuchtete und stank!“

    „Oh Gott, jetzt bin ich schon zehn Jahre dabei“, lacht Philipp Humbsch, „ich werde alt!“ Als 16-Jähriger hat der Brandenburger seinen ersten Jugend forscht-Wettbewerb bestritten, danach jedes Jahr wieder teilgenommen und es einmal sogar bis ins Bundesfinale geschafft. Heute ist der Medizinstudent Juror bei Jugend forscht und genauso begeistert vom Wettbewerb wie am ersten Tag. „Bei Jugend forscht kann jeder zum Entdecker werden, den eigenen Verstand einsetzen, nachfragen und selbst denken – das ist die beste Förderung für jeden jungen Menschen!“ Der 26-Jährige weiß noch genau, wie er sich bei seinem ersten Wettbewerb gefühlt hat: „Du hast Angst, Du bist unsicher, Du bist vielleicht ein Nerd – ich zumindest war einer“, erzählt er. „Und dann sind da Erwachsene, die schwer beeindruckt vor deinem Experiment stehen und staunen. Das gibt unglaubliches Selbstvertrauen und pusht ohne Ende!“

    Langeweile kennt er nicht

    In seinem Fall führte diese Bestätigung an die Charité, wo der 26-Jährige heute Medizin studiert. „Für mich stand schon länger fest, dass ich Arzt werden will“, sagt Philipp Humbsch, „weil ich Menschen helfen möchte, auch wenn das etwas abgedroschen klingt.“ Er lebt in Frankfurt/Oder, pendelt jeden Tag nach Berlin und arbeitet an den Wochenenden als Rettungssanitäter, um sein Studium zu finanzieren. Langeweile kennt Philipp Humbsch nicht. Im Einsatz als Sanitäter ist ihm aufgefallen, wie wenig Menschen in Deutschland erste Hilfe leisten. Deshalb gründete er einen Verein, um Grundschülern zu erklären, was man tun muss, wenn es darauf ankommt. „Vielleicht ist das auch etwas, das ich von Jugend forscht mitgenommen habe: Es bringt nichts, zu sagen: Man müsste, man könnte...“, erklärt der Student, „im Wettbewerb heißt es: einfach machen!“  

    Philipp Humbsch und sein Jugend forscht Projekt Explorationen von Eisenerzlagerstätten in Brandenburg Paläobotanische Untersuchungen: Philipp Humbsch forschte als Schüler an Pflanzen aus der Vorzeit 

    „Selbst loslegen und ausprobieren!“

    Als Philipp Humbsch gefragt wurde, ob er nach seiner Schulzeit als Juror bei Jugend forscht weitermachen will, gab es für ihn nur eine Antwort: „Natürlich!“ Heute freut er sich, wenn er bei den Teilnehmern die gleiche Neugierde entdeckt, die er als Schüler gespürt hat. „Bei Jugend forscht gibt es keinen Chef oder Professor, der eine Richtung vorgibt“, sagt der Medizinstudent, „das Motto lautet: selbst loslegen und ausprobieren!“ Auch wenn es vielleicht nicht der ganz große Wurf wird oder das Projekt schief läuft – diese Erfahrungen zahlen sich auf lange Sicht aus. „Es geht doch darum, kreativ zu denken und sich überhaupt mit Technik und Naturwissenschaften auseinanderzusetzen! So entstehen Innovationen“, sagt Philipp Humbsch. Genau deshalb unterstützt EWE Jugend forscht seit Jahren. „Wir brauchen gut ausgebildete, technisch interessierte Nachwuchskräfte“, erklärt EWE-Generalbevollmächtigter Dr. Ulrich Müller, „deshalb haben wir ein großes Interesse daran, dass sich junge Menschen früh mit naturwissenschaftlichen Themen auseinandersetzen.“
     

    Philipp Humbsch forscht an Pflanzen aus der Vorzeit

    23 Kilo Steine in Schuhkartons

    Die Idee zu Philipp Humbschs erfolgreichstem Jugend forscht-Projekt entstand übrigens bei einem Wanderurlaub im Kaukasus: In einer alten Kirche fielen ihm versteinerte Blätter im Gemäuer auf, er fragte nach, fand den Steinbruch und noch unzählige weitere konservierte Pflanzen im Gestein. Sein Forscherdrang war geweckt: „Ich habe 23 Kilo Steine in Schuhkartons verfrachtet, nach Deutschland geschafft, ein Botanik-Buch besorgt und jede einzelne dieser Pflanzen bestimmt, um herauszufinden, wie alt das Gestein ist.“ Mit diesem Projekt schaffte er es sogar in das Bundesfinale, wurde vom Ministerpräsidenten Brandenburgs ausgezeichnet und hat ganz nebenbei auch noch gelernt, wie man Mitarbeiter einer Airline dazu bringt, kein Übergepäck zu berechnen: „Mit einem Lächeln!“

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