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    Neues Erdgas für den Norden

    EWE NETZ stellt die Gasversorgung in den nächsten Jahren schrittweise von L- auf H-Gas um. Eine Mammutaufgabe, die fast alle rund 600.000 Erdgaskunden im Nordwesten betrifft.

    Kai Jannsen
    Der EWE NETZ-Experte
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    Kai Janßen, 36,
    kümmert sich als Leiter „Fachgruppe Marktraumumstellung“ in den nächsten zehn Jahren um den Wechsel von L- auf H-Gas im Nordwesten. Der gebürtige Löninger lebt mit seiner Frau und seiner zweieinhalb Jahre alten Tochter in Oldenburg. Seine Freizeit verbringt er am liebsten mit seiner Familie oder auf dem Fußballplatz.

    Die Kunden im  Landkreis Rotenburg haben als Erste Post von EWE NETZ bekommen. Im Februar erfuhren sie aus einem Schreiben des Erdgasnetzbetreibers, dass sie ab dem dritten Quartal 2018 mit sogenanntem H-Gas (s. Infokasten) versorgt werden. Rotenburg macht damit den Auftakt für die große Gasumstellung im Nordwesten. Bis 2027 folgen nach und nach alle anderen Städte und Gemeinden im Netzgebiet von EWE NETZ. Nur die Landkreise Harburg und Soltau-Fallingbostel sind nicht betroffen, da man hier traditionell H-Gas nutzt.

    Aber wozu der Aufwand? Bislang heizt und kocht man im Nordwesten mit L-Gas. Das stammt vor allem aus den Niederlanden und aus Deutschland. Doch die Holländer planen, den Export nach Deutschland bis 2029 einzustellen, auch die heimische Produktion wird drastisch sinken. Neues Gas muss also her: H-Gas.

    Umrüstung der Verbrauchsgeräte ist notwendig

    Da H-Gas einen höheren Energiegehalt aufweist als L-Gas, können die meisten Verbrauchsgeräte wie Erdgasheizungen oder –herde nicht ohne technische Anpassungen weitergenutzt werden. EWE NETZ muss deshalb alle Gasverbrauchsgeräte der Kunden – also Heizung, Gasherd & Co. – auf die neue Erdgasqualität umrüsten.

    Die Umstellung erfolgt in drei Schritten: Zuerst informiert EWE NETZ die Kunden rechtzeitig über die bevorstehende Anpassung und den Ablauf. Im nächsten Schritt kommen spezialisierte Mitarbeiter von EWE NETZ zu den Kunden nach Hause und erfassen sämtliche Gasverbrauchsgeräte. Anschließend beschafft EWE NETZ die notwendigen Ersatzteile und die Techniker rüsten bei einem zweiten Termin die Geräte entsprechend um. Die Umstellung ist in der Regel kostenlos und es müssen auch keine neuen Gasgeräte gekauft werden. Nur in seltenen Ausnahmefällen, etwa bei besonders alten Verbrauchsgeräten, ist ein kompletter Austausch notwendig. „In den allermeisten Fällen ist bloß eine andere Brennereinstellung notwendig oder es muss eine Düse getauscht werden“, erklärt Kai Janßen, der bei EWE NETZ für die Marktraumumstellung zuständig ist.

    Wichtiger Tipp: Wer die Anschaffung eines neuen Geräts plant, sollte darauf achten, dass das Gerät „selbstadaptierend“ ist und sich somit automatisch auf die Gasqualität einstellt. Unter bestimmten Bedingungen kann die Anschaffung von Neugeräten mit 100 Euro gefördert werden.

    Schließlich wird die Erdgasversorgung in den einzelnen Regionen jeweils zu einem festgelegten Stichtag von L- auf H-Gas umgestellt – die letzten Haushalte sind im Jahr 2027 an der Reihe.

    Stichwort: Erdgasqualität

    L-Gas ist die englische Abkürzung von „low caloric gas“. Es wird vor allem in den Niederlanden und Nordwestdeutschland gefördert und insbesondere im Nordwesten und im Ruhrgebiet genutzt. H-Gas steht für „high caloric gas“ und wird aus Russland, den Niederlanden und Norwegen importiert. Es verfügt über einen höheren Methangehalt und setzt somit bei der Verbrennung mehr Energie frei als L-Gas. Aufgrund der Unterschiede werden L- und H-Gas in unterschiedlichen Netzen befördert. Die Umstellung findet in allen L-Gas-Gebieten in Deutschland statt.

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