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    5 Mythen über die Energiewende im Winter

    In den kalten und dunklen Monaten treten die Kritiker der Energiewende gerne wieder auf den Plan. Ihr Motto: Im Winter droht der Blackout, weil regenerative Energien wie Wasser, Sonne und Wind nicht winterfest sind. Stimmt das? hallo nachbar klärt fünf populäre Mythen.

    Foto: © Stocksy comp

    1. Die Energiewende macht Winterschlaf.

    Regenerative Energien sind unlängst zu einem Big Player geworden: In den ersten sechs Monaten des Jahres 2019 deckte Ökostrom, nach Berechnungen des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft BDEW, 44 Prozent des deutschen Strombedarfs. Der Haken: Der Anteil schwankt stets mit dem Wetter – mal liegt der Anteil bei 90 Prozent oder sackt auf zehn Prozent ab. Auch im Sommer.

    2. Photovoltaikanlagen gehen im Winter kaputt.

    Nein. Gewöhnliche Anlagen sind wind- und wetterfest, allerdings ist die Sonneneinstrahlung natürlich beeinträchtigt, wenn die PV-Anlagen mit Schnee bedeckt ist. Der Ertrag an Kilowattstunden ist im Winter zwar geringer, aber zwischen November und Januar auf einem soliden Niveau. Ab Februar steigt tendenziell die Anzahl der Sonnenstunden und damit auch der Ertrag sowie die Solarstromproduktion. Eine 5-kWp-Anlage produziert seinen Gesamtjahresstrom etwa zu 72 Prozent zwischen April und September und die restlichen 28 Prozent zwischen Oktober und März. (Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie)

    3. Schnee legt Windkraftanlagen lahm.

    Im Winter ist es oft stürmisch und windig – eigentlich optimale Bedingungen für Windkraftanlagen. Bei eisiger Kälte kann die Produktivität allerdings zwischen zehn und zwanzig Prozent eingeschränkt werden, das haben Recherchen des Online-Magazins „Windkraft-Journal“ ergeben. Eines der größten Probleme: Die Windgeschwindigkeits- und Windrichtungssensoren oben auf der Gondel können unter eisigen Bedingungen versagen oder Fehlfunktionen aufweisen. Die International Organization for Standardization (ISO) unterscheidet übrigens vier verschiedene Eissorten: Glaze (überfrierende Nässe), Rime (hard/soft) (Raueis), Wet snow (feuchter Schnee) und Hoar frost (Raureif).

    4. Akkus von Elektroautos frieren schnell ein.

    Fakt ist: Batterien mögen es nicht kalt. Lithium-Ionen-Akkus zeigen verlangsamte chemische Reaktionen, wenn die Temperatur unter den Gefrierpunkt geht. Dies wirkt sich dann dementsprechend auch auf die Leistung des Elektromotors aus. Das heißt aber nicht, dass ein E-Auto bei Minusgraden nicht mehr fahren kann oder plötzlich stehen bleibt. Die meisten Elektroautos haben mittlerweile eingebaute Wärmesysteme, die dafür sorgen, dass der Akku nicht unterkühlt. Um ihn zu schonen, parkt man das Auto nachts am besten in einer Garage.

    5. Wärmepumpen fallen bei Bodenfrost schnell aus.

    Die Sorge ist unbegründet, Technik und Heizung sind selbst vor klirrender Kälte gewappnet – sie brauchen aber ein wenig Aufmerksamkeit. Solarthermische Anlagen wie etwa eine Wärmepumpe sind durch Frostschutzmittel geschützt, damit bei massiver Kälte kein Schaden entsteht. Ein Tipp: Das Thermometer der Heizungsanlage im Blick behalten, das die Temperatur des Wassers anzeigt. „Bei Luft-Wasserpumpen, die außerhalb des Hauses stehen, wird der Wärmeübertrager bei feuchter Kälte mit einer automatischen Abtaufunktion vor Vereisung geschützt", sagt Sanna Börgel vom Bundesverband Wärmepumpe.

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