hallo nachbar Navigation
Suche

    Teilen

    

    WhatsApp-Alternativen: Was können Threema, Telegram & Co.?

    Private Chats, Gruppenunterhaltungen, Videotelefonie: WhatsApp zählt aufgrund seiner einfachen Bedienbarkeit und vielseitigen Funktionen zu den Diensten, an denen man nur schwer vorbeikommt. Dennoch bleiben viele Zweifel beim Thema Datenschutz. Dabei gibt es gute WhatsApp-Alternativen. Wir haben uns fünf davon genauer angeschaut.

    Foto: shutterstock

    Während Facebook in Deutschland monatlich etwa 32 Millionen Nutzer hat, halten sich in der selben Zeit etwa 23 Millionen Menschen im Facebook-Messenger und 25 Millionen bei Instagram auf. Und es gibt einen Dienst, der selbst diese Zahlen schlägt: WhatsApp. Hier sind täglich 58 Millionen Nutzer aktiv. An Nutzern scheint es WhatsApp nicht zu mangeln, dennoch wechseln immer mehr zu Messenger-Apps wie Threema, Signal oder Hoccer. Spätestens seit im Mai 2018 bekannt wurde, dass WhatsApp Daten mit Facebook teilt, wird der Unmut immer lauter. Grund genug, nach guten WhatsApp-Alternativen Ausschau zu halten.

    WhatsApp-Alternativen: Wir stellen fünf gute Apps vor

    1. Threema: die App aus der Schweiz

    App-Logo Threema

    Wer hat´s erfunden? Die Schweizer! Threema ist ein Messenger-Dienst made in Switzerland – wo laut Hersteller auch die Server des Dienstes stehen. Aus Datensicht gilt die App gerade deswegen als sehr sicher, denn Threema ist so konzipiert, dass Nutzer keine Datenspuren hinterlassen. Kontaktlisten, Gruppen und lokale Daten werden nicht auf Servern, sondern auf den privaten Geräten gespeichert. Ähnlich wie WhatsApp arbeitet Threema mit einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Der Unterschied? Wer wann mit wem auf welche Weise kommuniziert, wird von den Schweizern nicht verfolgt. Außerdem lässt sich ein Versandzeitpunkt für Nachrichten festlegen und es gibt die Möglichkeit, Nachrichten zu schicken, die sich automatisch selbst löschen. Sensible Chats können zusätzlich (nur für Android) per Pin geschützt werden. Auch nett ist die Funktion, mit der sich innerhalb von Gruppenchats Umfragen erstellen lassen. Threema eine gute Alternative, die für iOS, Android sowie für Windows-Phones verfügbar ist. (3,99 Euro)

    2. Telegram: Messenger mit Tücken

    app-Logo Telegram

    Wer Telegram öffnet, wird direkt zu Beginn nach seinem Namen gefragt und zur Verknüpfung mit der Telefonnummer aufgefordert. Wer dann noch der Synchronisation mit dem Adressbuch zustimmt, gewährt den russischen Machern – die auch hinter dem Facebook-Pendant “VKontakte“ stecken – freien Zugang zu seinen Kontakten. Wer dies verneint, stellt schnell fest: Ohne die Kontaktsynchronisierung lässt sich keine Unterhaltung starten. Telegram bietet dafür die Möglichkeit, von mehreren Geräten gleichzeitig genutzt zu werden. Was zunächst praktisch scheint, birgt bei genauerer Betrachtung weitere Sicherheitsmängel: Hierfür müssen sensible Chatinhalte auf Servern gespeichert werden, eine Verschlüsselung via Ende-zu-Ende ist nicht gegeben. Diese bietet der sogenannte „Secret-Chat“, dessen Inhalte mit einem automatischen Löschdatum versehen werden und aus dem heraus keine Nachrichten kopiert oder weitergeleitet werden können. Löscht der Sender eine seiner Botschaften, verschwinden diese auch auf dem Gerät des Empfängers. Das ist natürlich sehr praktisch. Diese Funktionen haben jedoch auch andere Dienste zu bieten. User, denen der Schutz ihrer Daten besonders wichtig sind, sollten sich also lieber nach einem anderen Messenger umsehen. Telegram ist kostenlos für iOS, Android-Smartphones sowie für Windows-Phones verfügbar. Eine Desktop-Variante ist ebenfalls erhältlich.

    3. Signal: der Messenger, den selbst Edward Snowden empfiehlt

    App-Logo Signal

    Signal gilt als besonders sichere WhatsApp-Alternative. Der Grund? Vom Signal-Macher „Open Whisper Systems“ kommt auch die Basis der Ende-zu-Ende-Verschlüsselungs-Software, die auch bei WhatsApp, Telegram und Threema zum Einsatz kommt. Nicht verwunderlich also, dass das Thema Sicherheit bei Signal besonders hoch gehängt wird. So erfolgt stets eine anonymisierte Übermittelung von Telefonnummern, und jede Art von Chat ist verschlüsselt. Auch bei dieser App gibt es die Möglichkeit, auf sich selbst löschende Nachrichten zu setzen, sobald der Empfänger diese gelesen hat. Außerdem verzichten die Macher bewusst auf eine Back-up-Funktion. Dieses müsste nämlich auf einem Server abgelegt werden, was im Zweifel zu Sicherheitslücken führen könnte. Lediglich die Möglichkeit zum Export der Daten von einem Android-Gerät auf ein anderes ist möglich. Wie bei den anderen Messenger-Apps muss auch das Teilen der Kontaktliste mit Signal erfolgen, um mit der App überhaupt kommunizieren zu können. Dennoch werden keine Metadaten gespeichert. Signal merkt sich lediglich, ob der Dienst genutzt wird. Wer also wann mit wem für wie lange chattet, bleibt Sache der Nutzer. Gut zu wissen: Selbst Edward Snowden nutzt Signal und rät zur Nutzung der App. Da sich die App durch Spenden und Stipendien finanziert, ist Signal kostenlos in allen gängigen App-Stores verfügbar. Wer Signal am Desktop nutzen will, benötigt Windows, macOS oder Linux als Betriebssystem.

    4. Hoccer: die Messenger-App aus Deutschland

    App-Logo hoccer

    Auf der Suche nach einer App, die komplett auf das Speichern von Kontakt- und Metadaten verzichtet und trotzdem alle Nachrichten per Ende-zu-Ende verschlüsselt? Dann könnte die deutsche Messenger-App Hoccer etwas sein. Die Verschlüsselung gilt für den Versand aller Daten – eine Beschränkung der Dateigröße ist nicht vorhanden. In Punkto Anonymität und Sicherheit kann Hoccer also durchaus punkten. Positiv ist außerdem, dass die Server der App in Deutschland stehen, womit automatisch die strengen deutschen Datenschutzbestimmungen greifen. Um den Messenger-Dienst zu nutzen, reicht es, ein Pseudonym zu erstellen. Eine Telefonnummer oder gar eine E-Mail-Adresse werden nicht benötigt. Als spannendes Feature zeigt sich die Möglichkeit, in den verschlüsselten Austausch mit anderen Hoccer-Nutzern zu gehen, die sich in der unmittelbaren Nähe, also etwa 100 Meter entfernt befinden. Und wem das noch nicht sicher genug ist, kann die App mit einem zusätzlichen Passwort versehen. iPhone-Nutzern steht auch ein Feature zur Verfügung, bei der die Frontkamera automatisch auslöst, sobald sich jemand Unbefugtes an der App zu schaffen macht. Einziger Kritikpunkt: Telefonate mit der App sind nicht möglich. Außerdem ist Hoccer bisher nicht Open Source, eine nachvollziehbare Transparenz ist also nicht gegeben. Nutzer der App müssen also darauf vertrauen, dass die vom Anbieter gemachten Angaben der Richtigkeit entsprechen. Hoccer ist für Privatnutzer kostenlos und für Android und iOS verfügbar.

    5. Wire Messenger: die App, die Gruppenanrufe möglich macht

    App-Logo wire

    Wer großen Wert auf verschlüsselte Gruppen- sowie Videoanrufe legt, könnte mit Wire eine gute WhatsApp-Alternative gefunden haben. Ausgestattet mit einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, speichert Wire Kontakt- sowie anonymisierte Metadaten. Großes Plus: Wer das nicht möchte, kann das Speichern der Metadaten einfach ausschalten. Absolutes Alleinstellungsmerkmal ist die Möglichkeit, Gruppenanrufe zu tätigen. Außerdem bietet Wire die Möglichkeit, YouTube und Soundcloud zu integrieren. Wer das nicht möchte, verzichtet am besten auf die Nutzung dieser Funktionen. Achtung ist außerdem beim Verschicken von Fotos geboten, auf diese hat Wire nämlich ebenfalls Zugriff. Wer Wire auf sichere Weise plattformübergreifend nutzen möchte, kann das gerne tun. Eine Synchronisierung zwischen Smartphone und PC findet nämlich nicht statt, sodass vergangene Chats am PC oder am Smartphone nicht einsehbar sind. Die App ist kostenlos in allen gängigen App-Stores verfügbar. Wer den Dienst am Desktop nutzen will, benötigt Windows, mac OS oder Linux als Betriebssystem.

    EWE-Smartgeber Jan stellt die Alternativen zu WhatsApp im Video vor:

    Video starten

    Wie fanden Sie diesen Artikel?

    ( 0 Bewertungen )
    0
    0
    nach oben