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    Smart Home für Mieter: Interview mit Smartgeberin Pettina

    Nicht nur das Eigenheim, sondern auch Mietwohnungen lassen sich spielerisch leicht in ein Smart Home umwandeln. Aber darf man etwa eine Überwachungskamera ungefragt anbringen? Und wann bedarf es Rücksprache mit dem Vermieter? EWE-Smartgeberin Pettina gibt dazu Auskunft im Interview.

    © Lucas Wahl 2019
    EWE Smartgeberin Pettina Die Smartgeberin
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    Pettina Breitenbach arbeitet seit 2018 bei EWE im Produktmanagement Smart Home in Oldenburg. Seit Anfang 2019 ist sie eine von drei Smartgebern auf dem gleichnamigen YouTube-Kanal. Die Bremerin ist ein Naturtalent - obwohl sie als Fotografin bis dato nur hinter der Kamera Erfahrung hatte.

    Im Smart Home hat man mittlerweile eine große Auswahl an technischen Möglichkeiten. Darf man etwa eine Überwachungskamera über der Wohnungstür ungefragt anbringen? Oder muss man das mit dem Vermieter absprechen?

    Die Überwachung des Eigentums ist grundsätzlich erlaubt, vom jeweiligen Hersteller gibt es meistens auch einen Sticker mit der Information, dass hier eine Kamera angebracht ist. Öffentliche Orte dürfen aber nicht überwacht werden, dazu zählen etwa Parkplätze, die Gärten von Nachbarn oder Privatwege. In der eigenen Wohnung ist erlaubt, man hat aber auch die Pflicht, die Besucher darüber zu informieren, dass eine Kamera angebracht ist. Da man in die Persönlichkeitsrechte eingreift.

    Gibt es weitere Smart-Home-Komponenten, über die ich meinen Vermieter vorab in Kenntnis setzen muss?

    Bei allem, was man oberflächlich anbringen, anschrauben oder ankleben kann, verhält es sich wie mit Bücherregalen oder Bilderrahmen, die man an die Wand anbringt – das ist völlig in Ordnung. Was ich aber mit dem Vermieter besprechen würde, sind Veränderungen im vorhandenen Mobiliar. Wenn man etwa ein smartes Heizkörperthermostat anbringen möchte, kann man das gut alleine anschrauben, trotzdem sollte man das vorher absprechen. Es gibt auch Unterputz- -Bausteine, mit denen man Schalter, Steckdosen oder Rollläden intelligent steuern kann. Der Einbau dieser sollte in jedem Fall auch mit dem Vermieter abgesprochen werden.

    Sind Überwachungskameras teuer? Wie viel Geld sollte man investieren?

    Das ist unterschiedlich, denn es gibt viele unterschiedliche Modelle. Ab etwa 120 Euro bekommt man gute Kameras, die man in der Wohnung installieren kann und die auch nachts Aufnahmen machen, um etwa Einbrecher zu filmen. Outdoor-Kameras sind deutlich robuster, wetterfester und haben teilweise auch Objekterkennung als Feature. Bei EWE smart living- gibt es so ein Modell, das liegt bei 279,95 Euro.

    Sind alle Kameras auch per App steuerbar?

    Da gibt es Unterschiede. Jede Kamera hat einen Funkstandard oder kann über WLAN gekoppelt werden. Unsere Netatmo-Kamera von EWE „smart living“  funktioniert etwa über WLAN und wird über das „smart living“-Gateway gesteuert. Zusätzlich kann die Kamera auch über die Netatmo-App gesteuert werden. Es gibt aber auch andere Kameras, die man per App steuern kann, die aber nicht in einem Smart-Home-System integriert sein müssen.

    Bekomme ich dann auch eine Push-Nachricht auf mein Smartphone, wenn etwa jemand vor meiner Kamera auftaucht?

    Ja, natürlich. Es gibt zwei Szenarien: Die meisten Kameras haben einen integrierten Bewegungssensor, der Aktivitäten in einem bestimmten Radius registrieren kann. Viele sind auch wärmeempfindlich, das heißt, sie merken, wenn sich ein Mensch oder Tier nähert. Per Push-Nachricht wird dann ein Live-Bild auf das Smartphone geschickt, alternativ kann man auch live mitverfolgen, was gerade passiert. Die andere Möglichkeit sind Tür- und Fensterkontakte. Wenn dann jemand die Tür oder ein Fenster öffnet, wird ein Szenario ausgelöst und per Überwachungskamera ein Bild gemacht. Beide Varianten kann man sehr leicht einrichten.

    Was gibt es sonst noch für „smart living“-Angebote in diesem Bereich?

    Es gibt die Netatmo-Außenkamera, die im Dunkeln Infrarot-Aufnahmen machen kann und wasserdicht ist. Die funktioniert nicht über einen Akku, sondern wird direkt an den Stromkreis angeschlossen. Dadurch kann die Kamera auch nicht so leicht von Einbrechern außer Gefecht gesetzt werden.

    Was ist deine Empfehlung: Lieber ein großes und auffälliges Modell kaufen, das im besten Fall abschreckt? Oder lieber ein kleines, unauffälliges Modell nehmen?

    Man muss rechtlich jede Person darauf hinweisen, dass sie gerade von einer Überwachungskamera gefilmt wird, das heißt auch ein Einbrecher würde diesen Hinweis sehen. Ich glaube, es wirkt auf jeden Fall abschreckend, wenn man ganz klar signalisiert, dass hier gerade aufgezeichnet wird.

    Hast du eigentlich ein persönliches Lieblings-Smart-Home-Gadget?

    Ich finde den CO2-Messer ganz gut, der anzeigt, wie hoch der Feuchtigkeits- und CO2-Anteil im Raum ist. Das sind kleine, per Strom oder Batterie betriebene Geräte, die man im Raum aufstellt. Wenn etwa die Luftfeuchtigkeit zu hoch ist, dann bekomme ich eine Nachricht auf mein Smartphone – und dann weiß ich, dass ich einmal kräftig durchlüften muss.

    Smarte Kameras: Was du darfst und was nicht

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