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    „Wir bauen den ersten Wasserstoffspeicher unter Tage“

    Wasserstoff ist der Energieträger der Zukunft: In Rüdersdorf bei Berlin baut EWE jetzt eine Wasserstoffkaverne, um den Energieträger zukünftig in großem Maßstab zu speichern. Damit nimmt EWE eine europäische Vorreiterrolle ein. hallonachbar.de sprach mit Projektleiter Hayo Seeba über die Stärken von Wasserstoff.

    © EWE
    Hayo Seeba Der Wasserstoffmann
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    Hayo Seeba (33) arbeitet seit 2018 bei EWE GASSPEICHER in Oldenburg und ist Projektleiter.

    Hallo Hayo, EWE baut im brandenburgischen Rüdersdorf eine Wasserstoffkaverne. Was hat es damit auf sich?
    Mit diesem Projekt möchten wir aufzeigen, dass es möglich ist Wasserstoff in Kavernen sicher zu speichern. Dafür werden wir in Rüdersdorf, wo wir bereits Erdgas speichern, eine kleine Testkaverne errichten. Diese wollen wir mit Wasserstoff befüllen und einen Testbetrieb durchführen. Wenn es eine bundesweite Wasserstoffinfrastruktur geben soll, dann geht das nicht ohne große Speicher. Dafür wollen wir uns als erfahrener Erdgasspeicherbetreiber früh aufstellen.

    Ist die Speicherung denn wirklich machbar?
    Alle Experten sagen: ja. Ich bin auch davon überzeugt. Nur der praktische Nachweis fehlt noch und den wollen wir jetzt liefern. Wir sind somit die ersten, die sich mit dem Thema ganz real beschäftigen.

    Wie groß ist so eine Kaverne?
    Wir werden zunächst eine sehr kleine Testkaverne mit 500 Kubikmeter Volumen bauen. Stellen Sie sich ein klassisches Einfamilienhaus vor, dann bekommen Sie in etwa eine Vorstellung von der Füllmenge. In unsere gewöhnlichen Gasspeicherkavernen könnte man locker den Eiffelturm hineinstellen. Die Technik, die bei beiden Varianten zum Einsatz kommt, ist aber dieselbe.

    Grafik Kavernenbau In 1.000 Metern Tiefe wird die Testkaverne gebaut.

    Warum will EWE überhaupt Wasserstoff speichern?
    Die besondere Eigenschaft von Wasserstoff ist, dass er sehr universell einsetzbar ist. Wenn man über die Energiewende redet, wird oft ein Fokus auf das Thema Mobilität gelegt, tatsächlich gibt es aber Energieverbraucher in Deutschland, die viel größer sind und viel dringender ihren CO2-Ausstoß reduzieren müssen. Man sollte daher den Fokus nicht nur auf die Mobilität richten, da sie nur einen kleinen Teil ausmacht. Wasserstoff als Energieträger ist einfach sehr sinnvoll, wenn er aus erneuerbaren Energien gewonnen wird. Man nennt ihn dann grün. Ein Beispiel für die zukünftige Anwendung von grünem Wasserstoff sind Stahlwerke, in denen zukünftig grüner Wasserstoff Kohle und Koks ersetzen soll, um Stahl aus Eisenerz herzustellen. Mit diesem „grünen Stahl“ könnte man einen großen Anteil des weltweiten CO2-Ausstoßes reduzieren.

    Wie lange dauert die Testphase für die Wasserstoffkaverne in Rüdersdorf?
    Die Projektlaufzeit ist drei Jahre. Wir erhoffen uns Ende 2022 bereits Erkenntnisse darüber, welchen Reinheitsgrad der Wasserstoff nach dem Ausspeichern aus der Kaverne hat. Dieses Kriterium ist besonders wichtig für die Wasserstoffanwendung im Mobilitätsbereich.

    Und ist so eine Kaverne die einzige Möglichkeit, um Wasserstoff zu speichern?
    Nein, es kommt auf die Größenordnung an. In kleineren Mengen wird Wasserstoff in Druckgasbehältern gelagert, wie man sie etwa von Wasserstofftankstellen kennt. Man kann Wasserstoff auch in chemischen Flüssigkeiten speichern, was etwa den Transport sehr einfach und sicher machen kann. Wenn wir aber davon sprechen, dass wir mehrere Terawattstunden grünen Wasserstoff speichern wollen, um etwa ein Stahlwerk zu versorgen, dann ist die Kaverne alternativlos.

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