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    Ein Passwort ist nicht genug

    Passwörter sollen unsere Accounts im Netz vor unerlaubtem Zugriff schützen. Aber was ist eigentlich ein wirklich sicheres Passwort? IT-Sicherheits-Experte Jan Kirchhoff gibt Tipps für die richtige Kennwortvergabe.

    Jan Kirchhoff
    Der IT-Experte
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    Jan Kirchhoff ist einer der vier EWE Smartgeber. Der IT-Experte gibt unter anderem praktische Tipps dazu, wie wir uns im Netz vor Betrug schützen können. Dazu zählt auch die Wahl eines sicheren Passworts. Jan Kirchhoff hat BWL und Wirtschaftsinformatik studiert. Inzwischen ist er freiberuflicher Berater für Online-Marketing und IT (www.netzfähig.de).

    Das eigene Geburtsdatum als Passwort? Ganz schlecht. Der Name der Ehefrau? Noch schlechter. Einfach nur „Passwort“? Katastrophe! Doch wie muss ein gutes und vor allem sicheres Kennwort dann aussehen, damit wir unsere persönlichen Accounts im Netz vor Betrug und Missbrauch schützen können? Möglichst kompliziert, möglichst lang – oder beides? Als IT-Berater und für Sicherheit im Netz hat Jan Kirchhoff ein paar Leitregeln parat, an denen man sich bei der Passworterstellung orientieren kann.

    Kennwort finden: Viel hilft viel

    „Grundsätzlich lässt sich auf jeden Fall sagen, dass ein längeres Passwort besser ist als ein kurzes. Acht Zeichen sollte es mindestens haben“, so sein erster Tipp. Zeichen meinen dabei jedoch nicht nur Buchstaben, sondern auch Zahlen und Sonderzeichen. „Am sichersten sind Kombinationen aus allen drei. Im Hinterkopf sollte man trotzdem immer behalten, dass das Passwort nicht so leicht zu erraten oder allgemein zu einfach gestaltet sein darf.“ Ein Beispiel? „Passwort123?“ enthält insgesamt mehr als acht Zeichen mit Buchstaben, Zahlen und einem Sonderzeichen, selbst Groß- und Kleinschreibung kommen vor. Ein gutes Kennwort ist es trotzdem nicht! „Kombinationen mit dem Wort ,Passwort’ verwenden viele. Da man so leicht darauf kommt, kann ich davon nur abraten“, so Jan Kirchhoff. Eine gute Idee für ein sicheres Passwort ist die Verwendung von Fantasiewörtern. Aber auch hier gilt: Viel hilft viel!

    Ein sicheres Passwort ist nicht genug

    Dass mit dem „Change your Password Day“ am 1. Februar 2018 sogar ein ganzer Tag dem Thema Passwortsicherheit gewidmet wurde, zeigt, wie wichtig es ist, sich individuell mit der Stärke eigener Kennwörter auseinander zu setzen. Viele machen zum Beispiel den Fehler, ein und dasselbe Passwort für verschiedene Accounts zu benutzen – fatal, wie Jan Kirchhoff sagt. Gelingt es jemanden, auch nur bei einem Portal das Kennwort zu knacken, hat derjenige damit unbefugten Zugriff auf alle anderen Accounts mit derselben Kombination aus Benutzername (oder E-Mail-Adresse) und Passwort. Als Leitregel gilt laut dem IT-Spezialisten deshalb immer: „Es gibt nicht DAS Passwort, es gibt DIE Passwörter. Jedes Kennwort sollte nur einmalig vergeben werden.“ Überholt ist inzwischen die Empfehlung, Passwörter regelmäßig zu ändern. „Schaden kann es natürlich nicht, aber nötig ist es eigentlich nur dann, wenn man Grund zu Annahme hat, dass ein Kennwort geknackt wurde“, so Kirchhoff. „Dann sollte man sofort ein neues Passwort erstellen.“

    Passwortsätze statt Passwörter verwenden

    Als besonders sicher gelten Passwortsätze – so lange es sich dabei nicht um eine beliebte Phrase oder leicht zu erratende Formulierung handelt. „Sie sind lang und bieten Platz für die Nennung von Zahlen. Durch Satzzeichen lassen sich außerdem recht einfach Sonderzeichen unterbringen“, so Jan Kirchhoff. Daneben bieten Passwortsätze noch einen anderen Vorteil: Sie sind leicht zu merken – wesentlich leichter als eine kryptische Kombination aus Buchstaben, Zahlen und Sonderzeichen. Kirchhoff rät dazu, persönliche Eselsbrücken als Passwortsätze auszuwählen. Bei einem Online-Shop könnte der Satz zum Beispiel lauten: „Maximal 2 Teile kaufen, Marie!!!“ Eine andere Möglichkeit wäre, nur die Anfangsbuchstaben der einzelnen Wörter, die Zahl und die Sonderzeichen des Passwortsatzes zu nutzen. In diesem Fall ergäbe das: „Ma2Teka,Ma!!“

    Passwort-Manager: Hilfe im Passwort-Dschungel

    Dadurch, dass wir oft bei verschiedenen sozialen Netzwerken angemeldet sind, mehrere E-Mail-Accounts und bei diversen Shops Kundenkonten haben – und idealerweise überall ein anderes Passwort verwenden! – fallen insgesamt eine Menge Passwörter an, die wir uns merken müssen. Eine praktische Möglichkeit, sie zu verwalten, bieten sogenannte Passwort-Manager. Sie sammeln unsere Kennwörter und haben zudem noch andere nützliche Funktionen. „Die Programme generieren zum Beispiel Zufallskennwörter, die im Zweifelsfall sicherer sind als Wörter oder Phrasen mit persönlichem Bezug zum Nutzer“, so Jan Kirchhoff. „Außerdem weisen sie in der Regel darauf hin, wenn eines der selbsterstellten Passwörter nicht den aktuellen Sicherheitskriterien entspricht.“ Wer sich mit technisch nicht mit Passwort-Managern auseinandersetzen will, aber trotzdem eine kleine Merkhilfe gebrauchen kann: „Papier und Stift leisten treue Dienste. Wichtig ist dann nur, den Zettel an einem sicheren Ort aufzubewahren – und an einem mindestens genauso sicheren Ort eine Kopie aufzubewahren.“

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