hallo nachbar
Suche
Suche schließen

    Dazu haben wir 283 Artikel gefunden

    Teilen
    
    Sommerzeit: Zeit für den Heizungstausch Die Plane fürs Business

    Garten für alle!

    Ob bei Urban Gardening, Guerilla Gardening oder der urbanen Landwirtschaft: Immer mehr Menschen in der Stadt greifen selbst zu Schaufel und Heckenschere, um nicht nur ihr Zuhause, sondern auch ihre Wohngegend grüner zu machen. hallonachbar.de erklärt das Prinzip und präsentiert die besten Initiativen in Ihrer Nähe.

    Eine junge Frau bepflanzt in der Stadt einen Blumenkasten.
    Bild: Getty Images

    Je größer und dichter bebaut die Stadt ist, desto schwieriger wird es für ihre Bewohner, ein Fleckchen Grün zu finden. Manche gestalten ihren Balkon zum Mikrogarten um oder schaffen sich mit einer Parzelle im Schrebergarten ein privates Refugium zum Blumensäen und Gemüseanbau. Andere wiederum suchen im öffentlichen Raum nach Verbündeten an Spitzhacke und Gartenschlauch: Sie ackern in Community Gardens – Gemeinschaftsgärten, worunter auch interkulturelle Gärten, Nachbarschaftsgärten oder landwirtschaftlich orientierte City Farms fallen. Urban Gardening heißt das Konzept, bei dem Menschen zusammenkommen, um städtische Flächen in einen Garten für alle zu verwandeln.

    Statt makellose Erdbeeren anzubauen oder die Kartoffelernte so ertragreich wie möglich zu gestalten, steht dabei das gemeinsame Erleben von Stadtnatur im Fokus. Urban Gardening ermöglicht Teilhabe – nicht nur an der Gestaltung des Lebensraums jenseits der eigenen vier Wände, sondern auch am sozialen Umfeld. Es geht darum, voneinander zu lernen und in den anonymisierten Nachbarschaften der Großstadt wieder in persönlichen Kontakt miteinander zu treten. In diesem Sinne kann Urban Gardening auch als politischer Akt verstanden werden.

    Eine spezielle Form des Protests mit Hilfe heimlich ausgesäter Pflanzen ist das sogenannte Guerilla Gardening. Bevorzugtes Mittel des Kampfes: Samenbomben, die zum Beispiel unauffällig vom Fahrrad auf triste Verkehrsinseln gestreut werden. Während Guerilla Gardening häufig die Grenze zur Legalität überschreitet, gibt es zahlreiche Urban Gardening-Initiativen, in denen vollkommen rechtens gebuddelt und gesät werden darf.

    Von grau zu grün: Bremen gedeiht

    Heute bereits an zwei Standorten vertreten, fand die „Gemüsewerft“ (Basdahler Str. 11, Stephanikirchenweide 25) der Gesellschaft für integrative Beschäftigung mbH ursprünglich auf einer ungenutzten Brache den Platz für den Betrieb eines Gemeinschaftsgartens sowie einer urbanen Landwirtschaft. Das Besondere ist hier, dass die Stadtgärtner unter der Erde, in einem alten Tiefbunker, Pilze ziehen. Darüber hinaus bietet die Initiative nicht-erwerbsfähigen Menschen mit psychischen Erkrankungen oder seelisch-geistigen Einschränkungen inklusive Möglichkeiten zur Beschäftigung – und damit echte Teilhabe. Bei „QuerBeet“ (Neuwieder Str.), einer anderen Garteninitiative, betreiben Anwohner und soziale Einrichtungen der Stadt in Osterholz-Tenever auf den Überresten eines Hochhausrückbaus Urban Gardening. Gemeinsam bauen die Beteiligten auf einer 8.500 qm großen Fläche Bio-Obst und Gemüse an und leisten so einen individuellen Anteil daran, den Stadtteil mitzuprägen.

    Die Prinzessinnengärten in Berlin.

    Urban Gardening in Berlin

    Eines der bekanntesten Urban Gardening-Projekte dürften die Berliner „Prinzessinnengärten“ (Prinzenstr. 35-38) sein. 2009 von Anwohnern auf einer Brachfläche am Moritzplatz gegründet, werkeln in dem Gemeinschaftsgarten heute bis zu 1.000 Freiwillige auf rund 6.000 Quadratmetern. Bei Aufbau und Pflege des Gartens als Ganzes helfen alle. Eine Besonderheit: Dadurch, dass der Nutzgarten für urbane Landwirtschaft in Kisten und Reissäcken angelegt wurde, ist er mobil. Ein regelmäßig stattfindender Flohmarkt und verschiedene Werkstätten bringen neben begeisterten Stadtgärtnern auch noch andere Menschen mit Interesse für einen nachhaltigeren Lebensstil zusammen.

    Ähnlich populär – zum Pausieren vom Großstadttrubel auch bei Touristen – ist der „Allmende-Kontor“ auf dem Flugfeld des ehemaligen Flughafens Berlin-Tempelhof (Eingang Oderstr.). Inmitten einer beeindruckenden urbanen Kulisse mischen sich hier etwa 300 Hochbeete mit selbstgezimmerten Sitzecken zum Sonnetanken. Der Stadtgarten ist für alle frei zugänglich. Wer aktiv mitmachen will, muss allerdings zuerst Vereinsmitglied werden oder muss sich an einer Beetgemeinschaft mit einem Vereinsmitglied beteiligen.

    Oldenburg – Austausch im Beet

    Auch der Oldenburger Verein „Wurzelwerk e.V.“ (Erlenweg) hat sich dem ökologischen urbanen Gärtnern verschrieben. Neben dem gemeinsamen Spaß im Beet wollen die Initiatoren mit diversen Workshops und Bildungsprojekten Interessierten die Zusammenhänge und Abhängigkeiten zwischen Mensch und Umwelt vermitteln. Seit 2017 gibt es sogar einen ökologischen Imkerkurs. Um die aktive Weitergabe von Wissen, Fertigkeiten und Tipps rund um die Themen Garten, Selbstversorgung oder Vorratshaltung geht es auch bei dem eng mit dem „Wurzelwerk“ vernetzten Projekt „Bunkergarten“ (Leo-Trepp-Str.). Eines seiner Anliegen ist es, im Sinne der Slow Food-Bewegung die Herkunft von Nahrungsmitteln wieder stärker zu vergegenwärtigen. So sollen Interessierte ein Gefühl dafür bekommen, wie sie im urbanen Raum mit dem Anbau von Gemüse und Kräutern experimentieren können.

    Wie fanden Sie diesen Artikel?

    16 Bewertungen