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    Aufbruch ins kleine Abenteuer

    Sie sind einfach, leicht zu planen und kosten fast nichts: „Microadventures“ sind der große Trend unter Freizeit-Abenteurern und spontanen Nachbarschaftsentdeckern.

    Foto: © shutterstock
    Portrait von einem Mann mit dem Namen Alastair Humphreys
    Der Mikro-Abenteurer
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    Alastair Humphreys längste Reise dauerte vier Jahre. Mit dem Fahrrad ist er vier Jahre um die Welt gefahren. Manchmal reicht es ihm aber auch, einfach eine Nacht unter freiem Himmel zu schlafen. Er hat zahlreiche Bücher geschrieben und ist regelmäßig in Deutschland als Motivation-Speaker zu Gast.

    „Für die meisten Menschen ist es etwa bereits sehr abenteuerlich, eine Nacht im eigenen Garten zu verbringen“, sagt Alastair Humphreys. Der Brite, Jahrgang 1976, ist so etwas wie der „King of Microadventurers“, der König der Mikroabenteurer. Früher fuhr er mit dem Fahrrad einmal um die Welt, ruderte im Mini-Boot über den Atlantik oder nahm an Marathon-Wettkämpfen quer durch die Sahara teil. Bis er merkte, dass ihm der ständige Nervenkitzel viel zu gefährlich wurde – und ganz ähnliche Abenteuer doch eigentlich vor der eigenen Haustür liegen. Über das Thema „Microadventures“ hat er mittlerweile Bücher geschrieben und Vorträge gehalten. Seine Botschaft: „Wir verbringen viel zu viel Zeit vor irgendwelchen Bildschirmen oder auf unserem eigenen Sofa. Mikroabenteuer sind der beste Weg, damit wir wieder eine Verbindung zur Natur herstellen.

    Microadventure: Kleines Abenteuer, große Wirkung

    Das Beste: Man braucht dafür nur wenig Zeit und wenig Equipment. Es kostet so gut wie kein Geld und erfordert keine besonderen Quali kationen. Der schwerste Part kommt am Anfang – man muss einfach nur seinen Schweinehund überwinden und aufbrechen.“ Ob Paddeltour auf der Weser, Mountainbiking im Harz oder Campen an der Müritz: Je nach Anspruch und Abenteuerlust kann man wählen, wohin die Reise gehen soll. Sogar ein Waldspaziergang bei sternenklarer Mondnacht ist für viele bereits ein Microadventure – man muss nur losgehen.

    Die besten Orte für das nächste (große) Microadventure
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    How to microadventure: Einfach machen!

    In der Gruppe sind ja viele Dinge leichter, daher am besten ein paar der besten Freunde zusammentrommeln und für eine Nacht ins Grüne fahren. Wildcampen ist in Deutschland verboten und wird mit zum Teil sehr hohen Bußgeldern geahndet. Besser, man bucht einen Platz auf einem schönen Wald-Campingplatz mit anliegender Feuerstelle – erstaunlich, wie schnell sich das Freiheitsgefühl einstellt. Alastair Humphreys: „Microadventures sind keine Flucht aus unserem Alltag, sondern nur eine tolle Abwechslung. Auch die Dinge, die uns täglich begleiten, etwa unsere Smartphones, eignen sich prima für Microadventures. Ob Musik abspielen, GPS-Ortung, Wanderkarten-App oder integrierte Taschenlampe: Sie sind dabei sehr nützlich.“ 

    10 spannende Fakten über Outdoor-Abenteuer

    Auf ins Grüne! Mit diesem Fachwissen imponieren Sie Ihre Begleitung beim nächsten Ausflug in den Wald:

    1. Es gibt knapp 3000 Campingplätze in Deutschland – Tendenz seit Jahren steigend.

    2. Wildcampen ist offiziell verboten, wird aber trotzdem von vielen Freiluftfreunden praktiziert. Im Naturschutzgebiet sollte man sich aber nicht erwischen lassen: In Niedersachsen etwa variieren die Bußgelder zwischen 25 und 5.000 Euro.

    3. Die gute Nachricht: „Lagern“ abseits von Naturschutzgebieten ist erlaubt, also das Aufbauen eines Lagers, etwa während einer längeren Wanderung. Auch Biwakieren, das Übernachten im Freien ohne Zelt, ist nicht verboten.

    4. Es gibt 11,4 Millionen Hektar Waldfläche in Deutschland, das entspricht knapp einem Drittel der Gesamtfläche. Darauf wachsen insgesamt etwa 90 Milliarden Bäume.

    5. Wer beim Wochenende im Grünen verloren geht, muss nicht zwangsläufig verhungern: In deutschen Wäldern gibt es rund 1.500 Arten von essbaren Wildpflanzen. Kleiner Haken: Bärlauch wird gerne mit den stark giftigen Maiglöckchen verwechselt.

    6. Im Vergleich zu anderen Ländern, lauern in deutschen Wäldern und Gewässern nur wenige giftige Tiere. Aber ja, es gibt sie. Neben alten Bekannten wie Kreuzotter, Feuersalamander oder Ölkäfer, kann man (wenn man etwas Pech hat) auch die Bekanntschaft mit Asipsvipern, Wasserspinnen oder der gelben Haarqualle machen. Letztere ist auch als Feuerqualle bekannt – und kann einem mit leichten Verbrennungen den Badespaß rauben.

    7. Bären sind seit 200 Jahren in Deutschland ausgestorben. 2006 wanderte ein Braunbär aus Norditalien über den Alpenraum in Bayern ein – und wurde prompt zum „Problembären“. Laut Bundesamt für Naturschutz könnte es aber sehr gut sein, dass Bären über Slowenien und Italien bald wieder in süddeutsche Gebirge übersiedeln.

    8. Die Zugspitze ist mit 2.962 Metern bekanntlich der höchste Berg Deutschlands. Wer den Gipfel auf abenteuerliche Weise erklimmen möchte, wählt am besten die Route über das Höllental. Der Aufstieg beginnt in Hammersbach auf 758 Meter Höhe.

    9. Gelangweilt von der ewig gleichen Radtour? Wie wäre es stattdessen mit dem „Race across Germany“? Extremsportler können hier zwischen der Nord-Süd-Strecke (von Flensburg nach Garmisch, 1.100 km) oder der West-Ost-Strecke (Aachen nach Görlitz, 780 km) wählen. Weitere Infos: www.raceacrossgermany.de

    10. Wer lieber läuft, meldet sich einfach beim „Deutschlandlauf“ an. 2019 findet das Event vom 18.8.-5.9. statt. In mehreren Etappen geht es über 19 Tage von Sylt bis zur Zugspitze. Infos: www.deutschlandlauf.wordpress.com

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