hallo nachbar Navigation
Suche
    Teilen

    Teilen

    

    Dominique Horwitz: "Auch beim Schreiben bin ich Schauspieler"

    Der 62-Jährige geht mit seinem Debütroman „Tod in Weimar“ auf EWE-Lesereise. hallo nachbar traf ihn vorab zum Interview.

    Dominique Horwitz

    Es klingt eigentlich nach einer ziemlich coolen Senioren-WG: In der Weimarer „Villa Gründgens“ leben ausschließlich Schauspieler, die gemeinsam älter werden, aber kein bisschen an darstellerischem Talent und Extrovertiertheit eingebüßt haben. Roman Kaminski, eigentlich Kutscher für kulturbeflissene Touristen, wird hier als Hausmeister angeheuert – und wundert sich über die Vorliebe der Senioren für enthemmte Fleischeslust und das Zitieren von Schiller, Nietzsche und Goethe. Als während einer Woche gleich mehrere Bewohner plötzlich das Zeitliche segnen, stellt Kaminski eigene Ermittlungen an – und hat gleichzeitig den schmierigen Polizeikommissar Westphal im Nacken.

    „Tod in Weimar“: Eine luftig-leichte Krimi-Komödie

    Dominique Horwitz kennt man vor allem als Theater- und TV-Darsteller („Tatort“). Sein Debütroman „Tod in Weimar“ ist eine luftig-leichte Krimikomödie, die in seiner Wahlheimat Weimar spielt und mit allerhand sprachlichen Verbeugungen vor Goethe & Co. glänzt. Bei den Lesungen darf man auf Horwitz’ darstellerische Künste und seinen charmanten Humor gespannt sein.

    Interview mit Dominique Horwitz

    Buchcover "Tod in Weimar"

    Herr Horwitz, ein Altersheim ausschließlich für Schauspieler – wäre das auch ein verlockendes Szenario für Ihren letzten Lebensabschnitt?

    Um Gottes willen! Das käme für mich überhaupt nicht infrage. Als Schauspieler braucht man stets auch eine andere Welt, um nicht völlig die Bodenhaftung zu verlieren. Das Problem unserer Gilde ist: Wir müssen uns als Zentrum des Universums begreifen, um die Bühne zu betreten. Wir können diesen Beruf nur mit einer gehörigen Portion Egomanie ausüben. Dieses Drama möchte ich nicht täglich im Altersheim erleben.

    Ihre Figuren sind alle stark von den historischen Helden der Stadt beeinflusst. Wie viel Goethe und Schiller fließt durch Ihre Venen?

    Wenn ich ehrlich bin: sehr wenig. Mein Star ist Weimar, nicht Schiller und Goethe. Auch wenn ich schreibe, bin ich zuallererst ein Schauspieler. Das, was mich ausmacht, ist das Theatralische, nicht das Literarische. Ich bin durch und durch ein Bühnenmensch und musste mich auch beim Schreiben stets bewegen, etwa wenn ich die Dialoge geschrieben habe. Auch bei den Lesungen werde ich nicht gemütlich im Sessel sitzen, sondern im Stehen vortragen.

    Ihrem Helden Roman Kaminski begegnen wir auch in Ihrem letztjährigen Roman „Chanson d’Amour“. Wie groß ist die Reihe angelegt?

    Ich hadere noch etwas mit mir, weil ich durch Kaminski auch immer etwas von mir preisgebe. Ich verspüre jedenfalls nicht das Bedürfnis, mich zu entblättern. Vielleicht bedarf es für mich einer Kaminski-Pause. Meine Frau und ich fahren jetzt erst einmal mit dem Motorrad nach Italien, und dann schaue ich weiter. Ich werde aber dem Schreiben treu bleiben.

    Dominique Horwitz auf Lesereise

    9.9.2019, 19 Uhr, Delmenhorst, EWE Shop
    12.9.2019, 18 Uhr, Oldenburg, EWE Forum Alte Fleiwa
    17.9.2019, 19 Uhr, Tostedt, EWE Shop
    18.9.2019, 19 Uhr, Haselünne, EWE Shop
    19.9.2019, 19 Uhr, Aurich, EWE Forum
    24.9.2019, 19 Uhr, Cuxhaven, EWE Shop
    3.12.2019, 19 Uhr, Cloppenburg, EWE Shop
    5.12.2019, 19 Uhr, Bremervörde, EWE Shop
    6.12.2019, 19 Uhr, Wildau, EWE Shop

    Tickets gibt es für 10 Euro im EWE Shop (solange verfügbar), über die Hotline (0180 6050400) oder unter www.ewe.de/veranstaltungen

    Wie fanden Sie diesen Artikel?

    ( 0 Bewertungen )
    0
    0
    nach oben