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    So bleibt man im Winter maximal energieeffizient

    Im Winter kann es leicht mal „wie Hechtsuppe“ ziehen, wenn Wärme durch Lecks nach draußen dringt. Ob Blower-Door-Test, Thermografie-Check oder kleine Tricks im Alltag: hallonachbar.de erklärt, mit welchen Methoden man Heizkosten sparen kann und trotzdem stets im Warmen sitzt.

    Bild: shutterstock

    Die Beine auf der Couch hochgelegt, in den Händen der neue Lieblingskrimi, eine Tasse mit heißem Earl Grey neben uns – und plötzlich zieht es unangenehm kühl um die Fußspitzen. Wärmelecks in der Wohnung können dafür sorgen, dass wir in der kalten Jahreszeit trotz aufgedrehter Heizung von einem kalten Schauer überrascht werden. Stimmt zum Beispiel etwas mit der Gebäudehülle am Haus nicht, verschwindet ein Teil der Wärme einfach nach draußen, anstatt uns wohlig einzuhüllen. Damit sinkt nicht nur unsere Energieeffizienz beim Heizen, sondern wir verlieren dadurch auch bares Geld. Wie wir das verhindern können, weiß Kai-Uwe Metge, Energieeexperte bei EWE. „Da etwa zwei Drittel unserer Energiekosten im Privathaushalt auf Heizung und Warmwasser entfallen, gehen unnötige Wärmeverluste schnell ins Geld“, erklärt Metge. Auf hallonachbar.de gibt der Experte wertvolle Tipps, wie man im Winter maximal energieeffizient bleibt – oder es wieder werden kann.

    Beim Aufspüren von Wärmelecks Unterstützung anfordern
    Ob Alt- oder Neubau: Ein versierter Energieberater kennt die grundsätzlichen „bauüblichen“ Schwachstellen jeweiliger Bauperioden, ohne zwingend vor Ort sein bzw. dafür technische Hilfsgeräte in Anspruch nehmen zu müssen. Allerdings ist jedes Haus an sich speziell in seinen Geometrien und Bauausführungen, so dass eine Begehung vor Ort für eine umfängliche energetische Betrachtung immer sinnvoll ist. Die bauüblichen Schwachstellen in der Gebäudehülle, aber auch spezielle Schwachstellen kann man über die Infrarothermografie (Wärmebildaufnahmen) und den Blower-Door-Test (Luftdichtheit) erkennbar machen.

    Die Messung macht's! Das bringen Thermografie-Check & Blower-Door-Test
    Je nachdem ob nur von außen oder bei unserer zweischaligen Bauweise sinnvollerweise auch von innen kann man Wärmebrücken an der Außen- bzw. Innenwand mit der Wärmebildkamera erkennen. Beim Blower-Door-Test wird ein Gebläse üblicherweise in die Eingangstür gesetzt und das Haus abwechselnd auf leichten Überdruck und leichten Unterdruck gesetzt. Dabei erfolgt jeweils eine Messung der Druckverluste. So wird das Vorhandensein undichter Stellen entlarvt. Mängeln kommt man mit Wärmebildkamera, Aneometer oder Rauch auf die Spur. Leckagen bedeuten Wärmeverluste, Unbehaglichkeit und im schlimmsten Fall auch Bauschäden durch in der Außenwand auskondensierendes Wasser aus der Raumluft.

    Einen Thermografie-Check selbst durchführen? Nur bedingt sinnvoll!
    Es gibt vielerorts die Möglichkeit, sich entsprechende Kameras auszuleihen bzw. Zusatzgeräte auf das eigene Handy aufzusetzen. Aber ohne Ahnung kommt oft auch „ohne Ahnung“ raus. Die Wärmebildkamera zeigt die Abweichung von Temperaturen zur Bildmitteltemperatur. Diese Abweichung kann hoch, aber auch niedrig sein, darum ist die Einbeziehung der Temperaturskala am Rand des Bildes für eine richtige Deutung immens wichtig. Ebenso können Sonneneinstrahlungen bzw. Dachüberhänge mit Stauwärme von unten Temperaturen anzeigen, die nicht von Leckagen herrühren. Professionelles Wissen dazu, wie man eine Wärmebildkamera bedient, ist unabdingbar.

    Probleme in der Wärmedämmung: Was häufig schiefläuft
    Oft wird nicht übergreifend genug geplant und gedämmt. Wenn ich nur die Fenster erneuere, verlagert sich häufig die Kondensation der Raumluft vom Fenster weg an die nächste kalte Stelle, in der Regel an der Außenwand, und führt dort zu Schimmel. Ein Energieberater kennt die Schwachstellen, ein Fensterbauer wahrscheinlich auch – sprechen Sie Ihren Handwerker darauf an. Am besten fragen Sie einen Energieberater, der berät Sie umfassend und rät gegebenenfalls auch zu anderen sinnvollen Modernisierungsmaßnahmen.

    Heizung modernisieren, Rücklauftemperatur niedrig halten
    Moderne Heizkörper arbeiten natürlich anders als die alten Rippenheizkörper. Bei modernen Brennwertgeräten ist es wichtig, die Rücklauftemperatur niedrig zu halten und hierfür die Wärmeübertragung an die Raumluft optimal zu leisten. Dies können moderne Heizkörper besser als alte.

    Vernünftig lüften, richtig heizen – und kleinere Wärmelecks selbst schließen!
    Um effiziente Fenster- und Türdichtungen können Sie sich selbst kümmern. Reflektorfolie hilft bei Heizkörpernischen. Wichtig ist natürlich auch das vernünftige Lüften – kurz und kräftig, und das Fenster nicht immer auf Kipp stellen. Außerdem sollten Sie Heizkörper nicht zu weit aufdrehen und nicht mit Vorhängen überdecken.

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