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    Kolumne #10:
    Die Grill-Gorillas

    Autor David Siems
    Der Kolumnist
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    In unserer Kolumne "Die lieben Nachbarn" nimmt David Siems im Wechsel mit Autor Klaus Werle die Höhen und Tiefen der Nachbarschaft
    unterhaltsam unter die Lupe. Denn die wahren Dramen spielen im Mietshaus zwischen Studenten-WG, Briefkasten und Fahrradkeller. Wenn Sie die beiden gutnachbarschaftlich mit Erlebnissen oder Anekdoten unterstützen möchten, schreiben Sie eine Mail an hallonachbar@ewe.de.

    Sie haben das bestimmt auch schon mehrfach beobachtet: Generationen von Soziologen und Hobby-Psychologen fragten sich bereits, was in den Köpfen von Männern passiert, wenn es um das Thema „Grillen“ geht. Ist es das Gebaren eines Gorillas? Der Naturinstinkt eines Neandertalers? Die letzte Bastion des Barbecue-Barons? Oder einfach formuliert: Warum schalten die meisten Männer in den Bruce-Willis-Modus, wenn man(n) unter freiem Himmel mittels glühender Kohle eine Mahlzeit zubereiten will? Wer „Stirb langsam“ gesehen hat, kennt zumindest den Spruch „Yippie-yah-yeah, Schweinebacke!“

    Männer am Grill

    Nicht, dass wir uns falsch verstehen: Ich liebe Grillen. Vergangenes Wochenende wurde bei uns mit allen Mietern im Hinterhof angegrillt. Und das Ritual glich einer symbolischen Prozedur, so als würde man die garstigen Wintergeister mit Grillgut und Glühhitze vertreiben, ja exorzieren. Viel auffälliger war aber einmal mehr der Aktionismus, in den die anwesenden Männer verfielen. Ob Anheizen, Pusten, Fächern, Schichten oder Dauer des Grillvorgangs, jeder einzelne Schritt ist eigentlich eine Männer-Wissenschaft für sich. Feuer machen, rösten, essen? So denken nur Laien. Männer, die Grillen, vermitteln den Eindruck, als würde die Zukunft der Menschheit von ihnen abhängen. Wie angehende Physik-Nobelpreisträger beugen sie sich mit gerunzelter Stirn über die Hitze und denken angestrengt darüber nach, wie man die kulinarische Hinterhof-Challenge perfektionieren kann. Oft tropft dabei auch Schweiß in die Glut, begleitet von einem kurzen Zischen.

    Ich gebe es zu: Ich bin nicht anders. Die Anschaffung eines neuen Grills ist für mich (fast) so, als würde ich mir ein neues Auto kaufen. Fleisch-Marmorierungen betrachte ich mit gleicher Entzückung wie Kunstliebhaber, die verträumt auf ein Picasso-Ölgemälde starren. Und über Steaksaucen könnte ich wahrscheinlich unzählige Liebesgedichte schreiben. Schön, dass sie bis zum Ende dieser Kolumne mitgelesen haben. Ich möchte allen Männern aus tiefstem Herzen sprechen und es laut in die Welt rufen: Hurra, endlich wieder Grillzeit!

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