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    Unsere besten Sommerrezepte EWE-Nordseelauf: Der verrückte "Meer-Marathon"

    Kolumne #15: Auf der Suche nach dem Wohnglück? Spielt Tennis!

    Autor David Siems
    Der Kolumnist
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    In unserer Kolumne "Die lieben Nachbarn" nimmt David Siems im Wechsel mit Autor Klaus Werle die Höhen und Tiefen der Nachbarschaft unterhaltsam unter die Lupe. Denn die wahren Dramen spielen im Mietshaus zwischen Studenten-WG, Briefkasten und Fahrradkeller. Wenn Sie die beiden gutnachbarschaftlich mit Erlebnissen oder Anekdoten unterstützen möchten, schreiben Sie eine Mail an hallonachbar@ewe.de.

    Boris Becker beim Sieg in Wimbledon, er hält den Wimbledon-Pokal hoch.

    Mögen Sie zufällig Tennis? Ich LIEBE Tennis. Wenn Sie mich nachts um 3 Uhr aus dem Schlaf rütteln würden, könnte ich Ihnen mit großer Wahrscheinlichkeit sagen, wie der nächste Gegner von Alexander Zverev oder Roger Federer heißt. Nicht in Wimbledon, sondern bei einem kleineren Turnier, etwa in Madrid. Oder im westfälischen Halle. Manchmal neige ich auch dazu, bei all meiner Filzball-Liebe etwas sentimental zu werden. Gerne erzähle ich: Wenn Boris Becker 1985 nicht in Wimbledon triumphiert hätte, wäre ich niemals in den Tennisverein eingetreten. Und hätte auch nie meine spätere Frau kennengelernt. Der 7. Juli 1985 war also ein Life-Changing-Moment für mich.

    Womit wir bei meinem Tenniskumpel Max wären. Mit dem treffe ich mich in schöner Regelmäßigkeit, um auf roter Asche (leider nicht auf heiligem Rasen) und frühseniorenhafter Eleganz auf einen gelben Ball einzudreschen. Max ist Ende 30 und hat im vorigen Jahr seine große Liebe kennengelernt. Seit ein paar Wochen steht der Entschluss fest, dass beide zusammenziehen wollen. Nestbau und so. Er ist im Hamburger Stadtteil Nienstedten großgeworden, alles sehr chic dort, konservativ, viele SUVs und Familien mit Golden Retriever. Jetzt würde er am liebsten wieder dorthin zurückziehen.

    Am Wochenende trafen wir uns nach längerer Pause mal wieder auf dem Tennisplatz. Roger Federer gewann gerade das Finale vom Rasenturnier in Halle/Westfalen, als Max und ich während einer Erfrischungspause auf der Spielerbank saßen und sein Handy ein deutliches „Pling“ von sich gab. Er schaute auf sein Display, starrte geradeaus, drehte in Zeitlupe seinen Kopf zu mir und stammelte wie in Trance: „Wir haben das Haus … in Nienstedten.“ Sekunden vergingen, ich wurde mir allmählich der Bedeutung dieses Augenblicks bewusst und sagte zu ihm: „Wow, ich würde sagen: Das ist ein Life-Changing-Moment. Glückwunsch!“ Nach einem kurzen Telefongespräch mit seiner Frau saßen wir noch beim Bier auf der Clubheim-Terrasse. „Der Makler meint, es gibt noch ein weiteres Bewerberpaar, aber er sagt, wir passen besser in die Nachbarschaft.“ Game, Set and Match, Makler. Ein Argument, so vernichtend wie ein Ass von Boris Becker. Die Tennis-Götter müssen verrückt sein. Und bestimmen mitunter über unser Schicksal.

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