30 Jahre verbunden: Wie Digitalisierung unseren Alltag verändert
Videotelefonie mit der Familie, Homeoffice, Kartenzahlung oder schnelle Informationen unterwegs: Digitale Verbindungen prägen heute fast jeden Lebensbereich. Vor 30 Jahren sah das noch ganz anders aus. Zum Jubiläum von EWE TEL zeigen wir in einer kleinen Serie, wie sich Telekommunikation in den vergangenen 30 Jahren verändert hat. Zum Auftakt unserer Serie ergründen wir, wie sie zur grundlegenden Infrastruktur für die Region geworden ist.
Ein normaler Tag beginnt längst digital: Das Smartphone zeigt die Abfahrtszeit des Busses, im Homeoffice startet die erste Videokonferenz und Großeltern sprechen per Video mit ihren Enkeln. Im Dorfkiosk wird mit Karte bezahlt, eine Arztpraxis ruft Gesundheitsdaten digital ab und am Abend läuft die Lieblingsserie über das Internet. Meist denken wir dabei nicht über die Verbindung im Hintergrund nach. Sie ist einfach da.
Genau darin zeigt sich, wie grundlegend sich unser Alltag verändert hat. Telekommunikation bedeutet heute weit mehr als Telefonieren. Digitale Netze verbinden Menschen, Geräte, Unternehmen und öffentliche Einrichtungen. Sie schaffen Zugang zu Informationen, ermöglichen Arbeit und Bildung unabhängig vom Ort und sind eine Voraussetzung dafür, dass viele moderne Dienstleistungen überhaupt funktionieren.
Vor 30 Jahren war das keineswegs selbstverständlich. Als EWE TEL im September 1996 gegründet wurde, war das Internet für viele Menschen noch Neuland. Telefongespräche konnten teuer sein, die Wahl des Anbieters war eingeschränkt und schnelle Datenverbindungen waren keine alltägliche Infrastruktur. Heute kann man sich kaum noch vorstellen, wie viel Planung selbst ein längeres Telefonat erforderte.
30 Jahre EWE TEL
EWE TEL wurde im September 1996 als Telekommunikationstochter der EWE AG gegründet. Ausgangspunkt waren ein bereits vorhandenes betriebliches Netz, technisches Know-how und die Überzeugung, dass moderne Telekommunikation für die Entwicklung der Region immer wichtiger wird.
Wie digital ist unser Alltag heute?
Digitalisierung begegnet uns nicht nur im Büro oder auf dem Smartphone. Sie steckt in immer mehr Abläufen, die das tägliche Leben einfacher, schneller oder überhaupt erst möglich machen. Dazu gehören:
Videotelefonie und Messenger, mit denen Familien und Freunde unabhängig von Entfernungen in Kontakt bleiben,
Homeoffice und digitales Lernen, die Arbeit und Bildung an unterschiedlichen Orten ermöglichen,
Online-Banking, Kartenzahlung und digitale Tickets,
Streaming, Gaming und vernetzte Unterhaltung,
digitale Behördengänge und Gesundheitsangebote sowie
Cloud-Dienste, über die Unternehmen und Privatpersonen Daten austauschen und gemeinsam bearbeiten.
Diese Anwendungen wirken sehr unterschiedlich. Gemeinsam ist ihnen jedoch, dass sie auf zuverlässige Datenverbindungen angewiesen sind. Je stärker Alltag, Wirtschaft und Versorgung miteinander vernetzt werden, desto deutlicher wird: Digitale Infrastruktur gehört heute zur Daseinsvorsorge. Sie ist zwar meist unsichtbar, prägt aber die Lebensqualität einer Region ähnlich grundlegend wie Verkehrswege oder Energie- und Wassernetze.
Digitale Infrastruktur kurz erklärt
Zur digitalen Infrastruktur gehören die technischen Grundlagen, über die Daten übertragen, verarbeitet und bereitgestellt werden. Dazu zählen unter anderem Festnetz- und Mobilfunknetze, Glasfaserleitungen, Rechenzentren und sichere IT-Systeme. Erst ihr Zusammenspiel ermöglicht digitale Anwendungen im Alltag.
Wie war das 1996 noch gleich?
Mitte der 1990er Jahre war Telefonieren noch teuer. Dass es einmal Flatrates geben würde, hätte sich damals sicher niemand vorstellen können. Bei Ortsgesprächen galt lange ein Zeittakt: Acht Minuten kosteten 23 Pfennig. Manche Haushalte nutzten sogar kleine Telefon-Sanduhren, um die Gesprächsdauer im Blick zu behalten. Später zeigten Call-by-Call-Tabellen in Zeitungen, über welche Vorwahl ein Gespräch gerade günstiger war. Heute sind Flatrates selbstverständlich, große Datenmengen lassen sich in Sekunden übertragen und viele Menschen erwarten, jederzeit online zu sein.
„Telekommunikation verbindet Menschen, Unternehmen und digitale Systeme miteinander. Während es früher das Telefonat war, geht es heute vor allem um leistungsfähige Datenverbindungen“, erklärt Norbert Westfal, Geschäftsführer von EWE TEL. Über sie werden inzwischen Sprache, Bilder, Musik, Videos und Dateien gleichermaßen übertragen.
Auch der Zugriff auf Informationen hat sich verändert. Früher half der Brockhaus im Bücherregal, heute lassen sich unterwegs Fahrpläne prüfen, Speisekarten aufrufen oder Antworten auf nahezu jede Frage finden. „Die Möglichkeit, wirklich immer und überall Zugriff auf Informationen zu haben, ist schon ein echter Vorteil, den wir heute gegenüber früher haben“, sagt Norbert Westfal. Diese ständige Verfügbarkeit verlangt zugleich aber auch einen bewussten Umgang mit Informationen und einen stärkeren Schutz vor Manipulation und Cyberangriffen.
Mich begeistert, dass wir unseren Nachbarn in der Region die digitale Infrastruktur bereitstellen, die sie für Arbeit, Alltag und Zukunft benötigen.
Norbert Westfal, Geschäftsführer EWE TEL GmbH
Warum ist digitale Infrastruktur für die Region so wichtig?
In Großstädten werden neue digitale Angebote oft zuerst sichtbar. Für ländliche und halbstädtische Regionen kann eine gute Anbindung jedoch einen besonders großen Unterschied machen. Sie ermöglicht es Menschen, von zu Hause zu arbeiten, digitale Bildungsangebote zu nutzen, Unternehmen zu führen oder Dienstleistungen online in Anspruch zu nehmen. Entfernungen verlieren an Bedeutung, wenn Daten schnell und zuverlässig übertragen werden.
Für Unternehmen ist die Verbindung längst ein Teil ihrer Betriebsgrundlage. Schon vor der Öffnung des Telekommunikationsmarktes bot EWE TEL Datenanbindungen für Geschäftskunden und andere Telekommunikationsunternehmen an. „Wir haben den Unternehmen ermöglicht, eine sichere Datenverbindung von ihrem Standort in der Region zu einem Lieferanten oder Kunden an einem anderen Ort zu bekommen“, erinnert sich Norbert Westfal. Heute sind solche Verbindungen Voraussetzung für Cloud-Anwendungen, digitale Produktion, Videokonferenzen und viele Verwaltungsprozesse.
EWE TEL öffnete sein Netz von Beginn an auch für andere Anbieter. „Wir sind von jeher an der Stelle offen gewesen und haben unser Netz mit anderen Telekommunikationsunternehmen geteilt.“ Dieses Prinzip wird als „Open Access“ bezeichnet. Es trägt dazu bei, dass verschiedene Unternehmen Leistungen über vorhandene Netze anbieten können und die Infrastruktur in der Region besser genutzt wird.
Was bedeutet Open Access?
Open Access bedeutet im Telekommunikationsbereich, dass ein Netzbetreiber seine Leitungen auch anderen Anbietern zur Verfügung stellt. Diese können darüber eigene Internet- und Telefonprodukte anbieten, ohne ein komplett neues Netz bauen zu müssen. So wird vorhandene Infrastruktur besser genutzt, Verbraucher erhalten mehr Auswahl und der Wettbewerb bleibt erhalten.
Was hat Wettbewerb mit dem digitalen Fortschritt zu tun?
Die Gründung der EWE TEL GmbH fiel in eine Zeit, in der sich der Telekommunikationsmarkt grundlegend wandelte. Neue Anbieter brachten Wettbewerb in einen Markt, der zuvor von einem einzigen Unternehmen geprägt war. Für Verbraucher wurden Gespräche innerhalb kurzer Zeit deutlich günstiger. Gleichzeitig entstanden neue Angebote und der Ausbau moderner Netze gewann an Dynamik.
Für EWE war der Einstieg in den liberalisierten Telekommunikationsmarkt kein zufälliges Zusatzgeschäft. EWE verfügte bereits über ein eigenes Telekommunikationsnetz für betriebliche Zwecke und über technisches Know-how. Daraus entstand ein neues Geschäftsfeld, das regionale Nähe mit moderner Infrastruktur verband. „Wir waren eigentlich immer diejenigen, die mit innovativen Themen vorangegangen sind“, sagt Norbert Westfal. So habe EWE TEL bereits von Anfang an auf Glasfaser gesetzt, als noch niemand an diese Technologie glaubte. Ab 2006 gehörte EWE TEL zu den ersten Unternehmen, die Glasfaser auch zu Privatkunden gebracht haben.
Wir waren unserer Zeit voraus. Wir haben auf den richtigen Zeitpunkt gewartet.
Norbert Westfal
Warum bleibt Glasfaser das Fundament?
Digitale Anwendungen müssen immer größere Datenmengen bewältigen und benötigen schnelle Verbindungen in beide Richtungen. Glasfaser bietet dafür hohe Bandbreiten, kurze Reaktionszeiten und eine stabile Übertragung. Anders als ältere Kupfernetze stößt sie bei steigenden Anforderungen nicht an physikalische Grenzen.
„Das ist nicht nur Bandbreite, sondern auch Stabilität, Latenz und Nachhaltigkeit“, erklärt Norbert Westfal. Glasfaser ermögliche außerdem, Daten in beide Richtungen mit hoher Geschwindigkeit zu übertragen. „Glasfaser ermöglicht besonders hohe und auf Wunsch auch symmetrische Geschwindigkeiten, bei denen Upload und Download gleich schnell sind.“
Diese leistungsfähige Festnetzinfrastruktur bleibt auch in einer zunehmend mobilen Welt unverzichtbar. Denn Mobilfunk und Glasfaser sind keine Gegensätze, sondern ergänzen sich: Funkfrequenzen sind begrenzt, und moderne, gut gedämmte Gebäude schwächen den Empfang ab. Selbst das Smartphone nutzt zu Hause deshalb häufig WLAN und damit den Festnetzanschluss. „Das WLAN ist das Festnetz zu Hause. Das darf man nicht vergessen“, betont Norbert Westfal. Glasfaser bildet somit auch für viele mobile Anwendungen die Infrastruktur im Hintergrund.
Mit der Vernetzung wächst die Bedeutung von Sicherheit
Je mehr Bereiche digital arbeiten, desto schwerer wiegen Ausfälle und Angriffe. Unternehmen, Krankenhäuser, Energieversorger oder Verwaltungen müssen erreichbar bleiben und ihre Daten schützen. Sicherheit bedeutet dabei mehr als Virenschutz. Dazu gehören geschützte Datenverbindungen, die Überwachung auffälliger Zugriffe und bei besonders wichtigen Standorten auch eine zweite, räumlich getrennte Verbindung.
„Sicherheit heißt zum Beispiel auch redundante Anbindung“, erläutert Norbert Westfal. Fällt ein Kabel durch Bauarbeiten aus, kann der Datenverkehr über einen anderen Weg weiterlaufen. EWE TEL biete Geschäftskunden deshalb die Möglichkeit, Standorte aus mindestens zwei Richtungen anzubinden. „Wenn einmal ein Kabel ausfällt, kann die Verbindung über einen anderen Weg weiterlaufen.“
Auch Privatkunden benötigen Schutz für Smartphones, Computer, Fernseher und weitere vernetzte Geräte. „Wie kann ich mich gegen ungewollte Eingriffe von außen schützen? Das ist das Thema, auf das wir künftig noch viel stärker schauen müssen“, sagt Norbert Westfal. Im Idealfall geschieht ein großer Teil davon im Hintergrund, ohne die Nutzung unnötig kompliziert zu machen.
Was braucht die digitale Region von morgen?
Die nächsten 30 Jahre werden nicht allein davon bestimmt, wie schnell Daten übertragen werden. Entscheidend ist, was Menschen, Unternehmen und öffentliche Einrichtungen auf den Netzen tun können. Digitale Verwaltung, telemedizinische Angebote, künstliche Intelligenz, vernetzte Energieversorgung und neue Formen der Zusammenarbeit werden die Anforderungen weiter erhöhen.
Das technische Fundament dafür steht mit der Glasfaser bereits fest. „Wir sollten nicht fragen, was NACH der Glasfaser kommt, sondern eher: Was kommt AUF die Glasfaser?“, sagt Norbert Westfal. Die Leitung selbst müsse nicht ersetzt werden. Stattdessen entwickle sich die Übertragungstechnik weiter, sodass künftig deutlich höhere Geschwindigkeiten auf den vorhandenen Glasfasernetze möglich werden.
Gleichzeitig braucht digitale Entwicklung Akzeptanz. Moderne Netze entfalten ihren Nutzen erst, wenn Haushalte, Unternehmen und Einrichtungen sie tatsächlich einsetzen. Andere europäische Länder – zum Beispiel die skandinavischen – zeigen, wie selbstverständlich digitale Anwendungen werden können, wenn neue Infrastruktur konsequent genutzt und ältere Technik schrittweise abgelöst wird. „Zukunft tut nicht weh. Im Gegenteil, sie kann äußerst angenehm sein“, fasst Norbert Westfal zusammen.
Die Geschichte von EWE TEL ist nicht nur die Geschichte eines Unternehmens. Sie ist Teil einer größeren Entwicklung: Aus Telefonleitungen wurden Datenwege, aus einzelnen Diensten wurde eine grundlegende Infrastruktur. Was 1996 als vorausschauender Schritt begann, verbindet heute Menschen und stärkt die digitale Zukunftsfähigkeit des Nordwestens.
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