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    Photovoltaik auf dem Flachdach: Geht das?

    Angeblich funktionieren Solarkollektoren für Stromgewinnung am besten, wenn die Module im 30-Grad-Winkel angebracht sind. hallonachbar.de erklärt, wie man auch auf einem Flachdach das Maximum an Solarenergie rausholen kann.

    © by Darius' 4th Life Photography

    Die Sonne scheint, es ist Frühling und bald kommt der Sommer – beste Voraussetzungen für Photovoltaik-Anlagen (PV-Anlagen) in Deutschland, um Sonnenenergie in Strom umzuwandeln. Im Durchschnitt senkt eine eigene Anlage die Strombezugskosten um knapp 30 Prozent. Viele Verbraucher leisten dadurch ihren eigenen Anteil an der Energiewende. Gerade dann, wenn der selbst erzeugte Strom, wenn er denn nicht direkt genutzt wird, in sogenannten Stromspeichern zwischengespeichert wird. So können zu einem späteren Zeitpunkt etwa die Akkus von Elektroautos mit dem selbstproduzierten Solarstrom aufgeladen werden und bleiben somit unabhängiger vom herkömmlichen Stromnetz. Aus 30 Prozent werden dadurch schnell auch mal 70 Prozent weniger Strombezugskosten. Funktioniert der Energiekreislauf aber auch mit einem Flachdach? Wir haben fünf Fakten zusammengestellt.

    1. Photovoltaikanlage auf dem Flachdach: Eine Frage des Winkels

    Bis etwa 2014 wurde so gebaut: Bei Anlagen auf Flachdächern wählte man eine Ausrichtung nach Süden und ein Anstell-/Neigungswinkel von 30 bis 40 Grad, um die größtmögliche Energieausbeute zu erhalten. Heute spielt aufgrund der deutlich gestiegenen Leistungsfähigkeit und der Effizienz der Solarmodule die Neigung für die Leistungsausbeute eine weniger wichtige Rolle. Früher lag der Fokus vieler Anlagen auf der Volleinspeisung. Mittlerweile geht es darum, nicht nur Solarstrom zu produzieren, sondern ihn auch selbst zu nutzen. Der Eigenbedarf zum Hauptgrund dafür geworden, warum sich Menschen für eine PV-Anlage entscheiden.

    Moderne Solarmodule können gut auch senkrecht oder waagerecht montiert werden, wenn die Gebäudegeometrie dieses erfordert. Auf dem Flachdach gibt es hierzu meist keine Einschränkungen, es sei denn, die Hausbesitzer möchten die PV-Anlage vom Boden aus nicht sehen. In der Regel sind Solarmodule Zeichen eines modernen umweltorientierten Haushaltes und werden eher nicht versteckt. Üblicherweise liegen die Neigungswinkel heute je nach örtlichen Gegebenheiten und Platzbedarf zwischen 15 und 35 Grad, um eine optimale Flächennutzung zu erhalten. Je größer der Neigungswinkel, desto größer die gegenseitige Abschattung und umso größer der Windwiderstand bei Sturm. Darum ist neben der Prüfung statischer Vorgaben insbesondere auch auf eine sturmsichere Montage der Module zu achten.

    2. Süden, Osten, Westen? Eine Frage der Ausrichtung

    Heute wird häufiger auch in Ost-Westausrichtung montiert, um dann am meisten Strom zu produzieren, wenn er direkt zu Hause auch genutzt wird (Vormittag/Mittag und Nachmittag/Abend). Denn der selbst erzeugte und genutzte Solarstrom braucht nicht eingekauft zu werden. Darum macht es auch Sinn, den selbst erzeugten PV-Strom zu Hause zu speichern und ihn dann in den Abendstunden, wenn die Sonne nicht scheint, noch nutzen zu können. Bei Volleinspeisung lohnen sich eher Südanlagen, PV-Anlagenbesitzer, die auch den Eigenbedarf nutzen, sollten eher eine Ost-Westausrichtung wählen.

    Neu: Ost-West-Anlagen sind günstiger in der Herstellung, man kann die Anlage effektiver und platzsparender aufstellen Anlagen, denn Südausrichtung brauchen mehr Abstand zwischen den Reihen.

    3. PV geht auch auf Gründächern

    Auch, wenn das Flachdach begrünt ist, kann eine PV-Anlage sinnvoll sein. Allerdings sind zusätzlich zu den „normalen“ Anforderungen an die Errichtung von Solaranlagen insbesondere hier statische Fragen zu klären, da das Flachdach bereits zusätzlich durch die Grünanlage belastet wird. Auch ist wichtig, zu beachten, dass das Gründach auch nach der Montage der PV-Anlage noch gepflegt werden kann. Die Pflanzenart ist nicht ganz unwichtig. Ein weiß gestrichenes Dach oder eben auch helle Pflanzen wie Silberblatt, weißfilziger Lavendel oder Silberrand-Chrysantheme reflektieren das Sonnenlicht besser als dunkle Farben und können dafür sorgen, dass mehr Energie bei den Modulen ankommt. Silberlaubige Pflanzen sind zudem sehr resistent gegen Hitze und Dürre. Heute werden auch sogenannte bifaziale Doppelglasmodule eingesetzt, die reflektierendes Licht von unten aufnehmen.

    4. Schnee auf dem Flachdach – kein Strom?

    Werden Solarmodule im Winter von Schnee bedeckt, beeinträchtigt das selbstverständlich auch die Stromproduktion. Die gute Nachricht: Auch dicke Schneeschichten schaden dem Modul nicht, solange die Last gleichmäßig verteilt ist. Die PV-Module sind natürlich so ausgelegt, dass sie den in Deutschland üblichen Schneelasten standhalten, mit denen in der Industrie üblichen Sicherheitsaufschlägen. Keine Sorge, die PV-Module halten stand. Bitte steigen Sie nicht selber auf das Dach, um die Module vom Schnee zu befreien. Sie gefährden sich selber und beschädigen eventuell die Module mit den Reinigungsgeräten.

    5. Für wen eignet sich eine PV-Anlage auf dem Flachdach?

    Vor allem für Besitzer von Ein- oder Mehrfamilienhäusern mit freier unbeschatteter Dachfläche. Pro Kilowattpeak (kWp) Nennleistung werden je nach Modulleistung drei Solarmodule mit einer Fläche ab etwa 7 Quadratmetern benötigt. Bei den Planungen müssen zunächst der Netzdienstleister und Statiker prüfen, ob eine Installation umsetzbar ist. Wer einen Keller- oder Abstellraum zur Verfügung hat, sollte sich über die Installation eines Stromspeichers informieren. Dann steht der selbst erzeugte Strom auch in den Abendstunden oder in der Nacht zur Verfügung und kann die Höhe des verdrängten einzukaufenden Stroms um insgesamt bis zu 70 Prozent erhöhen. Dies ist wiederum insbesondere für Betreiber von Elektrofahrrad und Elektroauto im Rahmen der Elektromobilität sinnvoll. Aber auch für Betreiber von elektrisch betriebenen Wärmepumpen, die über Umweltwärme ihr Haus beheizen.

    Fazit:

    Flachdächer sind kein Hinderungsgrund für die Nutzung der Photovoltaik, wenn die besonderen Rahmenbedingungen berücksichtigt werden. Seit Beginn 2023 gibt es im Rahmen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) eine höhere Vergütung. Für neue Anlagen, die seit 1. Januar 2023 in Betrieb gehen, wird auch die technische Vorgabe abgeschafft, dass nur höchstens 70 Prozent der PV-Nennleistung in das öffentliche Netz eingespeist werden dürfen.

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