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    Sommer auf Balkon und Terrasse: nachhaltig und komfortabel

    Im Sommer werden Balkon und Terrasse schnell zum zweiten Wohnzimmer. Damit es dort auch an heißen Tagen angenehm bleibt, braucht es weder viele elektrische Geräte noch eine aufwendige Ausstattung. Schatten, Pflanzen, Solarleuchten und ein bewusster Umgang mit Wasser sorgen für Komfort, halten den Energieverbrauch niedrig und schaffen zugleich einen naturnahen Rückzugsort. Was dabei zu beachten ist, hat die Redaktion von hallonachbar.de für Sie recherchiert.

    © WavebreakMediaMicro/Adobe Stock
    Kurz zusammengefasst

    Mit Schatten, Pflanzen, Solarlicht und einer sparsamen Bewässerung werden Balkon und Terrasse zu einem angenehmen, naturnahen Rückzugsort. Langlebige Möbel, bewusst eingesetztes Licht und das Weiterverwenden vorhandener Materialien helfen zusätzlich, Ressourcen zu schonen.

    Wie lässt sich Hitze bereits draußen abfangen?

    Am angenehmsten bleibt es, wenn sich Balkon oder Terrasse gar nicht erst stark aufheizen. Der wichtigste Baustein ist deshalb ein guter Sonnenschutz. Markisen, Sonnensegel und Sonnenschirme halten direkte Strahlung ab und schaffen einen kühleren Aufenthaltsbereich. Sinnvoll ist es, die Verschattung schon am Vormittag auszurichten. Das schützt zugleich angrenzende Fensterflächen und kann dazu beitragen, dass sich die dahinterliegenden Räume weniger stark erwärmen. Sind Boden, Hauswand und Möbel erst einmal aufgeheizt, geben sie die gespeicherte Wärme noch über Stunden ab. Besonders dunkle Oberflächen können sich bei direkter Sonneneinstrahlung stark erwärmen.

    Helle Stoffe und Materialien reflektieren einen Teil des Lichts und fühlen sich häufig weniger heiß an. Das gilt etwa für Sonnensegel, Sitzauflagen oder Outdoor-Teppiche. Auch ein heller Schirm kann dazu beitragen, dass sich der Platz darunter angenehmer anfühlt. Wer eine Markise nutzt, sollte sie bei starkem Wind oder Unwetter rechtzeitig einfahren. Sonnenschirme benötigen einen stabilen Standfuß, Sonnensegel eine fachgerechte Befestigung. So bleibt der Schattenspender nicht nur praktisch, sondern auch sicher.

    Welche Pflanzen sorgen für mehr Schatten und mehr Aufenthaltsqualität?

    Pflanzen machen Balkon und Terrasse nicht nur wohnlicher. Je nach Größe und Standort können sie Staub binden, das Mikroklima verbessern und die Umgebung optisch auflockern. Rankpflanzen wachsen an Pergolen, Spalieren oder seitlichen Kletterhilfen empor und bieten zusätzlichen Sicht- und Sonnenschutz. Auf kleineren Balkonen eignen sich platzsparende Arten wie hochwachsende Gräser, Kräuter oder kompakte Sträucher in schmalen Gefäßen. Auf größeren Terrassen setzen Kübelpflanzen wie ein Zitronenbaum mediterrane Akzente und schaffen eine besonders sommerliche Atmosphäre.

    Wichtig ist, die Arten passend zum Standort auszuwählen. Ein sonniger Südbalkon stellt andere Anforderungen als eine schattige Nordseite. Pflanzen, die mit Wärme und zeitweiser Trockenheit zurechtkommen, benötigen meist weniger Pflege und Wasser. Heimische und insektenfreundliche Arten bieten zusätzlichen Nutzen. Lavendel, Thymian, Salbei, Katzenminze oder Glockenblumen können je nach Standort Nahrung für Wildbienen und andere Insekten liefern. Ungefüllte Blüten, etwa bei einfachen Rosen oder Margeriten, sind dabei meist leichter zugänglich als dicht gefüllte Züchtungen, bei denen Staubgefäße und Nektar schwer erreichbar sind.

    Wer verschiedene Blühzeiten kombiniert, kann vom Frühjahr bis in den Herbst ein kleines Nahrungsangebot schaffen. So wird aus der sommerlichen Sitzecke zugleich ein lebendiger Mini-Lebensraum.

    Wie lässt sich beim Gießen Wasser sparen?

    An heißen Tagen trocknet Erde in Kästen und Kübeln schnell aus. Trotzdem muss nicht häufiger gegossen werden als nötig. Entscheidend sind Zeitpunkt, Technik und Pflanzenauswahl. Am besten wird früh am Morgen oder am Abend gegossen. In der Mittagshitze verdunstet ein größerer Teil des Wassers, bevor es die Wurzeln erreicht. Das Wasser sollte möglichst direkt auf die Erde und nicht über Blätter und Blüten gegeben werden.

    Größere Pflanzgefäße speichern Feuchtigkeit länger als sehr kleine Töpfe. Eine Schicht aus Mulch, feinem Kies, Blähton oder anderen geeigneten Materialien kann die Verdunstung zusätzlich verringern. Wichtig bleibt, dass überschüssiges Wasser abfließen kann und keine Staunässe entsteht. Auch Wasserspeicherkästen oder einfache Bewässerungshilfen können sinnvoll sein. Sie geben Feuchtigkeit nach und nach ab und helfen dabei, längere Trockenphasen zu überbrücken. Bei längerer Abwesenheit ersetzen sie jedoch nicht immer eine zuverlässige Gießhilfe.
    Wo es möglich ist, kann aufgefangenes Regenwasser für die Pflanzen verwendet werden. Auf einem kleinen Balkon sind offene Behälter allerdings nicht immer geeignet. Sie können umkippen, zu viel Gewicht verursachen oder Mücken anziehen. Daher sollten nur stabile, geschlossene und für den Standort geeignete Lösungen eingesetzt werden.

    Weitere Tipps, wie Sie im Alltag Wasser sparen können, finden Sie in diesem Beitrag.

    Wie bringen Solarleuchten stimmungsvolles Licht nach draußen?

    Für eine gemütliche Atmosphäre am Abend braucht es keine dauerhaft angeschlossene Außenbeleuchtung. Solarleuchten laden sich tagsüber auf und geben die gespeicherte Energie nach Einbruch der Dunkelheit wieder ab. Die Auswahl reicht von kleinen Tischleuchten über Lampions und Lichterketten bis zu Erdspießen, Wandleuchten und beleuchteten Pflanzgefäßen. Damit lassen sich einzelne Bereiche gezielt hervorheben, ohne die gesamte Fläche hell auszuleuchten.

    Solar-Lichterketten eignen sich zum Beispiel für Geländer, Sichtschutz oder größere Pflanzen. Mobile Tischlampen schaffen Licht beim Essen oder Lesen. Kleine Solarspots können Stufen und Wege markieren. Für eine lange Nutzungsdauer lohnt es sich, auf hochwertige Verarbeitung und austauschbare Akkus zu achten. Sehr günstige Modelle lassen sich bei nachlassender Leistung häufig nicht reparieren.

    Das Solarmodul benötigt einen möglichst sonnigen Platz. Liegt es dauerhaft im Schatten oder bleibt der Himmel über längere Zeit bedeckt, kann sich die Leuchtdauer verkürzen. Für einzelne Abende kann eine batteriebetriebene Lichterkette eine flexible Ergänzung sein. Am besten verwenden Sie dafür wiederaufladbare Akkus.

    Tipp: Licht insektenfreundlich einsetzen

    Viele Insekten orientieren sich an natürlichen Lichtquellen und können durch künstliche Beleuchtung gestört werden. Wählen Sie deshalb warmweißes, nach unten gerichtetes Licht und schalten Sie Solarleuchten aus, sobald sie nicht mehr gebraucht werden.

    Welche Möbel und Materialien sind besonders nachhaltig?

    Nachhaltigkeit beginnt nicht erst beim Neukauf. Oft lassen sich vorhandene Gartenmöbel mit neuen Bezügen, einem Anstrich oder einer Reparatur weiterverwenden. Eine lose Schraube, verwittertes Holz oder ein beschädigter Bezug sind nicht automatisch Gründe für einen Austausch. Bei neuen Möbeln lohnt sich ein Blick auf Haltbarkeit, Reparierbarkeit und Materialherkunft. Robuste Produkte, die über viele Jahre genutzt werden können, sind meist sinnvoller als kurzfristige Trendartikel. Zertifiziertes Holz, recycelte Materialien oder gut erhaltene Secondhand-Möbel können geeignete Alternativen sein.

    Abdeckhauben und ein trockener Lagerplatz verlängern die Lebensdauer. Möbel sollten vor dem Abdecken vollständig trocknen, während Kissen, Decken und Polster am besten an einem geschützten Ort verstaut werden. So lässt sich Schimmelbildung durch Feuchtigkeit vermeiden.

    Auch bei der Dekoration muss nicht jede Saison neu gekauft werden. Pflanzgefäße, Gläser, Körbe oder Stoffreste lassen sich weiterverwenden und neu kombinieren. So verändert sich die Gestaltung, ohne dass viele neue Gegenstände benötigt werden.

    Wohnzimmer unter freiem Himmel

    Ein schattiger Platz auf Balkon oder Terrasse eignet sich zum Lesen, Essen, Spielen, Arbeiten oder für eine kleine Pause im Freien. Smartphone, Tablet und Laptop sollten dabei nicht in der direkten Sonne liegen, damit sie nicht überhitzen. Auch Wäsche kann bei geeignetem Wetter draußen trocknen. Das spart den Einsatz des Wäschetrockners und nutzt die sommerliche Wärme ganz ohne zusätzlichen Strom.

    Weitere Tipps zum Trocknen an der frischen Luft finden Sie in unserem Beitrag „Wäsche draußen trocknen: So gelingt es richtig

    Nachhaltig durch viele weitere Sommer

    Ein gut gestalteter Balkon oder eine durchdachte Terrasse zeigt, dass Komfort nicht von möglichst viel Technik oder ständig wechselnden Trends abhängt. Entscheidend ist, vorhandene Möglichkeiten sinnvoll zu nutzen und den Außenbereich so einzurichten, dass er dauerhaft zum Alltag passt. Wer auf langlebige Lösungen setzt und Bestehendes weiterverwendet, schont Ressourcen und vermeidet unnötigen Verbrauch. So entsteht ein Ort, der Erholung bietet und über viele Sommer hinweg Freude macht.

    FAQ: Nachhaltiger Sommer auf Balkon und Terrasse
    Wie kann ich meinen Balkon ohne Klimaanlage kühler halten?

    Sonnenschirm, Markise oder Sonnensegel verhindern, dass sich Boden und Möbel stark erwärmen. Pflanzen können zusätzlichen Schatten spenden. Am besten wird der Sonnenschutz bereits ausgefahren, bevor die intensive Sonneneinstrahlung beginnt.

    Welche Solarleuchten eignen sich für den Balkon?

    Geeignet sind unter anderem Solar-Lichterketten, Tischlampen, Wandleuchten und kleine Spots. Wichtig sind ein sonniger Platz für das Modul, eine wetterfeste Verarbeitung und möglichst austauschbare Akkus.

    Wie kann ich auf dem Balkon Wasser sparen?

    Gießen Sie früh morgens oder abends direkt an den Wurzeln. Größere Gefäße, eine Mulchschicht und trockenheitsverträgliche Pflanzen helfen dabei, die Feuchtigkeit länger in der Erde zu halten.

    Welche Pflanzen sind für einen sonnigen Balkon geeignet?

    Je nach Standort kommen beispielsweise Lavendel, Salbei, Thymian, Katzenminze oder verschiedene Gräser infrage. Entscheidend sind die genaue Sonneneinstrahlung, die Größe des Gefäßes und der Wasserbedarf.

    Wie lässt sich Außenbeleuchtung insektenfreundlich gestalten?

    Nutzen Sie warmweißes, nach unten gerichtetes Licht und schalten Sie es aus, sobald es nicht mehr gebraucht wird. Eine geringe Helligkeit und kurze Leuchtdauer reduzieren unnötige Lichtemissionen.

    Wie bleibt die Wohnung trotz geöffneter Balkonnutzung kühl?

    Lüften Sie vor allem morgens, abends und nachts. Während der heißen Stunden sollten Fenster und Türen möglichst geschlossen und von außen verschattet bleiben.

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