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    Fragen zu Wärmepumpen? Ronald Gerber kennt die Antwort

    Technik begeisterte Ronald Gerber schon als Jugendlicher. Heute nutzt er sein Wissen, um Standards für das EWE-Produkt ZuhauseWärme zu entwickeln - und um Verbraucher zum Thema Wärmepumpe aufzuklären.

    © NAPA/Shutterstock
    Ronald Gerber Der Heizungs-Experte
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    Ronald Gerber (61) arbeitet seit 1996 bei EWE und ist Experte rund um das Thema Wärme. Er betreut im Produktmanagement die Wärmedienstleistung EWE ZuhauseWärme und hält den Kontakt zu vielen Herstellern und dem Großhandel, pflegt Kooperationen und legt im Austausch mit anderen Organisationseinheiten bei EWE die Produktstandards fest. Seit Anfang 2022 vertritt er EWE zudem als Mitglied im Bundesverband Wärmepumpe in den Ressorts Politik und Hersteller und hält viele Vorträge rund um die Wärmeversorgung zu Hause.

    Du hältst viele Vorträge zum Thema Wärmepumpe. Welche Fragen musst du dort beantworten?

    Ronald Gerber: Die Veranstaltungen sind interessant, weil es dort meistens zwei Gruppen gibt. Die eine Hälfte ist sehr an dem Thema interessiert und fragt sich: Wann ist eine Wärmepumpe für mich sinnvoll? Die andere Hälfte möchte wissen, wie sie am besten um eine Wärmepumpe herumkommt. Ein Thema, das alle beschäftigt, ist die Preisentwicklung für Gas und Strom. Außerdem gibt es Fragen wie: Wie sind die Lieferkapazitäten? Werden Wärmepumpen billiger? Welche Förderung gibt es? Wie geht es mit dem GEG (Anm.: Gebäudeenergiegesetz, in den Medien auch oft "Heizungsgesetz" genannt) weiter? Auch zur geplanten BEG, der Bundesförderung für effiziente Gebäude, gibt es viele Fragen.

    Gibt es typische Vorurteile und Mythen in Sachen Wärmepumpe?

    Ronald Gerber: Viele denken, dass die Anschaffung mit extrem hohen Kosten verbunden ist und man das komplette Haus sanieren muss. Da werden manchmal Beträge genannt, die in den sechsstelligen Bereich gehen, wo ich nur mit dem Kopf schütteln kann. Andere beliebte Mythen lauten: Wärmepumpen funktionieren nur in Kombination mit einer Fußbodenheizung. Oder: Es gibt gar nicht genügend Strom für Wärmepumpen. Natürlich stimmen diese Aussagen nicht - wir versuchen, mit Ratgebern auf unserer Website aufzuklären, z. B. hier zum Thema Fußbodenheizung.

    Wahrscheinlich wirst du auch privat oft zum Thema befragt. Welche Argumente für eine Wärmepumpe gibst du den Leuten mit auf den Weg?

    Ronald Gerber: Für die Anschaffung einer Wärmepumpe spricht ganz klar die zu erwartende Preisentwicklung. Fossile Brennstoffe wie Heizöl oder Erdgas werden immer teurer, zudem wird die CO2-Steuer weiter zu jährlichen Preissteigerungen führen. Russisches Pipeline-Gas gibt es nicht mehr, wir haben andere Liefersituationen, etwa mit LNG, also Flüssigerdgas. Zudem werden durch den Wechsel von Erdgas auf Wärmepumpen mittelfristig die Infrastrukturkosten der Netze auf weniger Erdgaskunden umgelegt. Das wird zu höheren Netzentgelten führen, die wiederum Bestandteil des Erdgaspreises sind. Bei einem Einfamilienhaushalt kann ich jetzt schon vorrechnen, dass eine Wärmepumpe im Vergleich mit einer Gasheizung im Jahr etwa 800 Euro günstiger ist. Entgegen vieler Vorurteile sind sehr viele Bestandsimmobilien für eine Wärmepumpe geeignet. Diese Kunden sind überrascht, wenn sie sehen, dass ihr Haus für eine Wärmepumpe geeignet ist – noch dazu mit einer guten Energieeffizienz.

    Ein Punkt, den Kritiker häufig bemängeln: Eine Wärmepumpe amortisiert sich nicht.

     Ronald Gerber: Das muss sie auch nicht. Warmwasser und Raumwärme muss man einfach im Haus haben. Zudem wird die Verpflichtung für eine Wärmepumpe oder andere Formen der Wärmeerzeugung, die den vorgesehenen Anteil Erneuerbarer Energie erfüllen, vom Gesetzgeber kommen. Die Frage der Amortisation stellt sich für mich eher bei einer Photovoltaikanlage, also für Menschen, die Autarkie anstreben und den eigenen Solarstrom nutzen, speichern und einspeisen wollen. Da halte ich es durchaus für gerechtfertigt, zu fragen: Ab wann rechnet sich eine PV-Anlage für mich?

    Ist das ein typisch deutscher Gedanke?

    Ronald Gerber: Ja, irgendwie schon. Im Bundesverband für Wärmepumpen spreche ich häufig mit Herstellern, die in anderen europäischen Ländern unterwegs sind. Die Frage nach den Kosten wird im Ausland nicht gestellt. Man muss aber fairerweise sagen, dass im benachbarten Ausland wegen anderer Standards der Anschaffungspreis für eine Wärmepumpe niedriger ist. Zudem ist dort der Unterschied zwischen Strompreis und Gaspreis geringer, darum ist dort auch die Akzeptanz von Wärmepumpen höher.

    Was hast du eigentlich vor deiner Zeit bei EWE gemacht?

    Ronald Gerber: Ich habe Maschinenbau zunächst im Handwerk gelernt und danach auch als Fach an der Uni studiert. Später war ich unter anderem bei einem Unternehmen für Kaffee-Entkoffeinierung in Bremen. Mich haben immer die technischen Zusammenhänge interessiert, das ist auch privat so. Ich schraube gerne an Autos, Motorrädern und Rennrädern herum.

    Du arbeitest seit 27 Jahren bei EWE. Was schätzt du an deiner Arbeit?

    Ronald Gerber: Es wird hier niemals langweilig. Ich habe schon viele verschiedene Stationen durchlaufen und habe mich überall sehr wohl gefühlt. Was ich sehr cool finde, ist der Umstand, dass ich an vielen Tagen im Homeoffice arbeiten kann. Seit der Pandemie ist das bei EWE normaler Berufsalltag geworden. Bei meinem Arbeitsweg von knapp 70 Kilometern Anfahrt ist das eine große Erleichterung für mich. Für unseren Team-Tag fahre ich immer donnerstags in die EWE-Zentrale nach Oldenburg.

    Du bist jetzt 61 Jahre alt. Hast du deinen Ruhestand schon geplant?

    Ronald Gerber: Nein, ich mag meinen Job sehr gerne und sehe mich noch lange nicht als Rentner. Meine Frau und ich reisen sehr gerne, in den vergangenen Jahren waren wir unter anderem in Zentralamerika und an der australischen Ostküste. Unser Sohn geht 2024 zum Studieren in die USA, da werden wir ihn auf jeden Fall besuchen. Ansonsten verbringe ich jetzt schon sehr viel Zeit auf dem Rennrad, da ich aktiver Triathlet bin. Auch im Radsport bin ich ambitionierter Hobby-Athlet und fahre regelmäßig verschiedene Rennen. Vor Corona bin ich häufig auch die 70 Kilometer zur Arbeit mit dem Rennrad gefahren.

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