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    Nimm die Zukunft in die eigene Hand

    Was kann ich schon tun, um weltweite Krisen zu lösen? Die Antwort von „Peer-Leader-International“ lautet: „Eine ganze Menge!“ Die Initiative ermutigt Jugendliche, ihre Zukunft selbst zu gestalten. Beispielsweise in einem Projekt zur Europawahl am 9. Juni, das von der EWE Stiftung gefördert wird.

    © Katja Peper

    „Meine Schüler können sowas doch gar nicht!“ – Dass Katja Peper diesen Satz manchmal von einem Lehrer oder gar Schulleiter zu hören bekommt, betrübt sie. Denn Peper gehört zur Geschäftsführung von Peer-Leader-International – einem Verein, der genau das Gegenteil erreichen möchte: Jugendliche sollen erleben, dass sie aktiv die Zukunft gestalten können – und dadurch etwas schaffen, was ihnen vorab vielleicht niemand zugetraut hätte.

    So eignen sie sich, unabhängig von ihrer sozialen Herkunft, Kompetenzen an, die sie auf die Herausforderungen der Zukunft vorbereiten. Und: Sie fühlen sich gegenüber großen und komplexen Themen wie Frieden, Klimakrise und Nachhaltigkeit nicht klein und machtlos.

    Das klingt zunächst abstrakt, ist im Prinzip aber ganz simpel. Die Jugendlichen überlegen sich selbstständig, welches Thema sie interessiert. Das kann von Umweltschutz über Politik bis hin zu gesellschaftlichen Phänomenen alles sein. Die Grundlage für ihre Überlegungen bilden die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen.

    In Zusammenarbeit mit Förderungen, Stiftungen und Schulen entstehen daraus Projekte. Dazu entwickeln die Jugendlichen einen Projektplan und informieren sich über Fördermöglichkeiten – alles möglichst selbstständig. Der Verein, der als „außerschulischer Lernort“ staatlich anerkannt ist, fungiert dabei als helfende Hand. „Gerade wenn es um Antragsstellungen geht, geraten die Jugendlichen manchmal an ihre Grenzen“, sagt Peper: „Wir Freiwilligen im Verein helfen in solchen Situationen. Das soll aber mehr so eine Art Große-Schwester- oder Großer-Bruder-Prinzip sein, kein: Lass das, du kannst das sowieso nicht, ich mach schon.“

    Katja Peper Die Geschäftsführerin
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    Katja Peper kam mit Peer Leder International das erste Mal als 11-jährige Schülerin in Berührung. Damals arbeitete sie in einem Projekt zum Thema Zivilcourage mit. Seitdem war sie durchgehend für den Verein tätig, unter anderem als Jugendleiterin und Leiterin des Freiwilligenservices. Seit 2022 ist sie zusammen mit Vereinsgründer Harald Kleem Teil der Geschäftsführung. Im Hauptberuf arbeitet Peper als Kauffrau und Ausbilderin für Büromanagement.

    Globale Vernetzung - und jede Menge Mut

    Die Motivation, etwas zu bewegen, scheint buchstäblich grenzenlos. Denn Peer-Leader-International sitzt zwar im ostfriesischen Ostrhauderfehn, einer beschaulichen 10.000-Einwohner-Gemeinde, knüpft aber Kontakte auf der ganzen Welt. Zu anderen Jugendlichen, aber auch zu Politikern. „Wir arbeiten viel mit Partnern in Europa und Afrika zusammen und sorgen dadurch für internationalen Austausch auf Augenhöhe. Uns ist wichtig, dass es nicht so erscheint, als würden wir Entwicklungshilfe leisten“, merkt Peper an.

    Für manche Projekte reisten die Jugendlichen sogar zu den Partnern vor Ort. So gab es in jüngster Vergangenheit Besuche in der Ukraine und in Israel. „Die Themen Frieden und Krieg bewegen die Jugendlichen zurzeit extrem“, meint Peper. Um sich angesichts dieser Entwicklungen nicht hilflos zu fühlen, hätten sie Projekte zum Austausch mit Menschen aus der Ukraine organisiert, erzählt sie: „Natürlich ist allen klar, dass wir keine Konflikte lösen. Aber die Jugendlichen bekommen das Gefühl, etwas leisten zu können. Auch, wenn die Probleme viel größer sind als sie selbst.“

    Nicht zuletzt förderten solche Projekte auch die mentale Stärke“, sagt sie: „Schon dadurch, dass die Jugendlichen mehr als 1.500 km mit dem Zug in die Ukraine fuhren... Das ist eine Aktion, die Mut erfordert und das Selbstvertrauen stärkt.“

    Euro-Peers und die EWE Stiftung: Für eine lebendige Demokratie

    Mut, Selbstvertrauen und die Motivation, etwas bewegen zu wollen – das sind drei Aspekte, die in einer stabilen Demokratie unerlässlich sind. „Bei vielen Jugendlichen stehen angesichts der Europawahl am 9. Juni Themen wie Demokratiesicherung und Angst vor einem politischen Rechtsruck an“, sagt Peper. Daraus entstand das Projekt „Euro Peers“, bei dem die Jugendlichen durch Aktionen in mehreren Ländern der EU andere Jugendliche dazu animierten, wählen zu gehen, wie Peper erklärt. Ganz besonders im Fokus stehen dabei Erstwähler. Denn 2024 dürfen bei der Europawahl in Deutschland, Österreich, Belgien, Griechenland und Malta erstmals 16-Jährige wählen.

    Zum Projekt gehörten Workshops, die Fakten rund um die EU vermitteln – und warum wir sie brauchen. Auf Reisen durch insgesamt sechs EU-Länder produzierten die Jugendliche zudem Filme für soziale Medien, um vor Ort fürs Wählen zu begeistern. So konnten sie nicht nur Gleichaltrige erreichen, sondern auch dafür sorgen, dass diese in ihren Familien, in ihrem Freundeskreis oder in der Nachbarschaft für den Gang zur Wahlurne werben.

    Eine Aktion, die auch von der EWE Stiftung unterstützt wird. „Als wir uns für die Förderung bei der Stiftung bewarben (siehe Kasten), wurden wir mit offenen Armen empfangen“, erinnert sich Pepers. Denn Demokratiebildung ist ein Fokusthema der EWE-Stiftung. Darum will sie gemeinsam mit Peer-Leaders-International“ junge Menschen für eine aktive Teilhabe an der Demokratie begeistern. Weil Jugendliche das können.

    Jetzt Fördergelder für Projekte beantragen

    Die EWE Stiftung unterstützt zahlreiche Programme, die Gesellschaft und Umwelt zugutekommen. Gefördert werden Projekte in den Bereichen:

    • Demokratie- und Sozialkompetenz,
    • Kulturvermittlung
    • und MINT- und Umweltbildung.

    Planen Sie als Verein, Schule oder außerschulischer Lernort ein Projekt, das unter diese Kriterien fallen könnte? Dann stellen Sie einen Förderantrag. Genaue Informationen zu den Förderkriterien finden Sie hier.

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