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    Hallo Zukunft: Was kommt nach Glasfaser?

    Glasfaser gilt als Infrastruktur für die digitale Zukunft. Doch was passiert, wenn die Leitungen erst einmal liegen? Höhere Bandbreiten, mehr Sicherheit und neue digitale Anwendungen zeigen, warum der Glasfaserausbau eher Anfang als Endpunkt einer Entwicklung ist.

    © 4iMEDIA/ChatGPT

    Telefonieren, Videokonferenzen, Streaming, Cloud-Anwendungen oder künstliche Intelligenz: Vieles, was heute selbstverständlich zum Alltag gehört, wäre ohne leistungsfähige Telekommunikationsnetze kaum denkbar. Gleichzeitig wächst der Bedarf an schnellen und stabilen Verbindungen weiter. Doch wenn immer mehr Haushalte, Unternehmen und Kommunen an Glasfasernetze angeschlossen sind, stellt sich eine neue Frage: Was kommt eigentlich nach Glasfaser?

    Für Norbert Westfal, Geschäftsführer von EWE TEL, ist die Antwort eindeutig: „Wenn wir darauf schauen, was nach Glasfaser kommt, würde ich es eher umformulieren: Was kommt auf die Glasfaser?“ Glasfaser ist weniger eine Zwischenlösung als vielmehr das Fundament, auf dem sich die digitale Entwicklung der kommenden Jahre fortsetzen kann.

    Glasfaser kann mit dem Datenbedarf wachsen

    Der Bedarf an Bandbreite ist in den vergangenen Jahrzehnten kontinuierlich gestiegen. Während früher einzelne Webseiten oder E-Mails einen großen Teil der Internetnutzung ausmachten, laufen heute häufig zahlreiche Anwendungen gleichzeitig. Im Haushalt werden Filme gestreamt, Daten in die Cloud geladen, Videokonferenzen geführt und Updates heruntergeladen. Unternehmen übertragen große Datenmengen zwischen verschiedenen Standorten und greifen auf cloudbasierte Anwendungen zu. Auch Verwaltungen und öffentliche Einrichtungen werden zunehmend digital.

    Dieser Trend wird sich fortsetzen. Neue KI-Anwendungen, hochauflösende Videoinhalte und stärker vernetzte Arbeits- und Lebenswelten erhöhen den Datenbedarf zusätzlich.
    Der Vorteil der Glasfaser: Für deutlich höhere Geschwindigkeiten muss nicht zwangsläufig eine neue Leitung verlegt werden. Stattdessen lässt sich die Technik, mit der Daten über die Faser übertragen werden, weiterentwickeln. Norbert Westfal rechnet deshalb damit, dass aus heutigen Angeboten mit bis zu einem Gigabit pro Sekunde perspektivisch Anschlüsse mit fünf oder zehn Gigabit werden können.

    Warum Glasfaser für steigende Bandbreiten geeignet ist

    Glasfaserkabel übertragen Informationen mithilfe von Lichtsignalen. Dadurch sind sehr hohe Datenraten möglich. Anders als bei älteren kupferbasierten Leitungen lassen sich hohe Geschwindigkeiten zudem über größere Entfernungen erreichen.

    Ein weiterer Vorteil: Über Glasfaser können hohe Datenmengen sowohl herunter- als auch hochgeladen werden. Das wird beispielsweise bei Cloud-Anwendungen, Videokonferenzen oder dem Austausch großer Dateien zunehmend wichtig.

    Was kommt auf die Glasfaser?

    Die entscheidende Frage der kommenden Jahre ist nicht nur, wie schnell Daten übertragen werden können, sondern welche Informationen, Verbindungen und Anwendungen dadurch möglich werden. Genau darin liegt das Potenzial der Glasfaser: Sie schafft die Grundlage dafür, dass Informationen schnell und zuverlässig dort ankommen, wo sie gebraucht werden.

    Wie sich eine umfassende Digitalisierung im Alltag zeigen kann, machen andere Länder bereits heute vor. In Dänemark dient die nationale digitale Identität MitID als zentraler Zugang zu zahlreichen öffentlichen digitalen Angeboten. Bürgerinnen und Bürger können damit beispielsweise Steuerinformationen abrufen, einen Arzt wählen oder ihre digitale Behördenpost lesen. Auch Nachweise wie Führerschein und Gesundheitskarte können bereits per App genutzt werden. (Quelle: Danish Agency for Digital Government/lifeindenmark.dk). Estland geht bei digitalen Verwaltungsleistungen noch weiter: Staatliche Dienstleistungen sind dort nahezu vollständig online verfügbar. Eine wichtige Grundlage dafür ist die digitale Identität, über die Bürgerinnen und Bürger auf staatliche Angebote zugreifen können. Über das nationale Gesundheitsportal lassen sich zudem Gesundheitsdaten und die eigene medizinische Historie einsehen. (Quelle: e-Estonia/Estonian Health Portal)

    Auch bei der Mobilität zeigt sich, was die Vernetzung von Daten und Diensten ermöglichen kann. In Norwegen bietet das staatliche Unternehmen Entur einen nationalen Reiseplaner für den öffentlichen Verkehr. Er bündelt Verbindungen unterschiedlicher Verkehrsmittel und Anbieter, stellt Echtzeitinformationen bereit und ermöglicht für zahlreiche Verbindungen auch den Ticketkauf. (Quelle: Entur/Norwegische Regierung)

    Solche Beispiele lassen sich nicht unmittelbar und 1:1 auf Deutschland übertragen – und sie sind auch nicht allein das Ergebnis des Glasfaserausbaus. Sie zeigen aber, welche Möglichkeiten entstehen, wenn leistungsfähige digitale Infrastruktur, vernetzte Systeme und digitale Dienste zusammenspielen. Künftig könnten solche Angebote auch hier selbstverständlicher werden: Kommunen könnten Verwaltungsleistungen stärker digital anbieten, Unternehmen Daten und Anwendungen standortübergreifend in Echtzeit nutzen und Privatpersonen Informationen oder Dienste jederzeit abrufen. Hinzu kommen KI-basierte Anwendungen, die große Datenmengen verarbeiten, Informationen aufbereiten oder digitale Prozesse unterstützen.

    Glasfaser ist dabei nicht die Anwendung selbst. Sie ist die Infrastruktur, die diese Kommunikation ermöglicht. Je leistungsfähiger und zuverlässiger das Netz ist, desto mehr Menschen, Geräte und Systeme können miteinander verbunden werden – und desto größer wird der Spielraum für neue digitale Dienste.

    Der Sicherheitsaspekt: Netze vor Ausfällen und Angriffen schützen

    Mit der zunehmenden Digitalisierung wächst zugleich die Bedeutung von Sicherheit und Ausfallschutz. Denn je mehr Geschäftsprozesse, Verwaltungsleistungen und alltägliche Anwendungen digital ablaufen, desto größer können die Folgen sein, wenn Systeme oder Verbindungen nicht verfügbar sind.

    Dabei hat Sicherheit verschiedene Dimensionen. Zum einen geht es um die Verfügbarkeit der Netze: Technische Defekte oder beispielsweise ein bei Bauarbeiten beschädigtes Kabel können dazu führen, dass wichtige Datenverbindungen ausfallen. Zum anderen müssen Daten und IT-Systeme vor Cyberangriffen geschützt werden. Mit zunehmender Vernetzung gewinnen beide Aspekte immer mehr an Bedeutung.

    Für Unternehmen wird deshalb zunehmend entscheidend, digitale Infrastruktur nicht allein unter dem Gesichtspunkt der Geschwindigkeit zu betrachten. Neben einer zuverlässigen Netzanbindung spielt auch der Schutz der darüber verbundenen Systeme und Daten eine wichtige Rolle.

    EWE bietet Unternehmen dafür verschiedene Sicherheitslösungen an. Dazu gehören unter anderem Managed Firewalls, die den Datenverkehr überwachen und unerlaubte Zugriffe blockieren, sowie Lösungen zum Schutz vor DDoS-Angriffen, bei denen Systeme gezielt durch eine große Zahl von Anfragen überlastet werden sollen. Über Security Operations Center können IT-Systeme zudem rund um die Uhr auf mögliche Bedrohungen überwacht und Auffälligkeiten frühzeitig erkannt werden. Ergänzt wird das Angebot durch Schutzlösungen für Endgeräte und E-Mails, Schwachstellenmanagement sowie Schulungen, die Mitarbeitende für Phishing, Social Engineering und andere Angriffsmethoden sensibilisieren.

    Zur Ausfallsicherheit der Netzanbindung kann wiederum eine redundante Anbindung von Unternehmensstandorten beitragen. Dabei wird ein Standort über mindestens zwei physisch voneinander unabhängige Leitungswege angebunden. Wird eine Verbindung beschädigt oder fällt aus, kann eine zweite Verbindung dafür sorgen, dass der Datenverkehr weiterläuft. Gerade dort, wo digitale Systeme für den laufenden Betrieb unverzichtbar sind, kann eine solche Ausfallsicherheit eine wichtige Rolle spielen.

    Besonders relevant ist das für Einrichtungen und Unternehmen, deren Leistungen für das Funktionieren des öffentlichen Lebens von großer Bedeutung sind. Dazu zählen beispielsweise Energieversorger, Telekommunikationsunternehmen, Krankenhäuser oder Unternehmen aus der Lebensmittelversorgung. Mit steigenden gesetzlichen Anforderungen an kritische Infrastrukturen wächst auch der Bedarf an sicheren und belastbaren Kommunikationsnetzen.

    Vom Glasfaserausbau zur Glasfasernutzung

    Damit verschiebt sich in den kommenden Jahren auch die Diskussion über digitale Infrastruktur. Lange lautete die zentrale Frage: Wo wird Glasfaser ausgebaut? Mit zunehmender Netzabdeckung wird eine zweite Frage wichtiger: Wie nutzen wir diese Infrastruktur?

     EWE TEL geht davon aus, dass im Nordwesten bis etwa 2030 weitestgehend alle Haushalte mit Glasfaser erreichbar sein können. Der Ausbau erfolgt dabei nicht allein durch EWE und das Gemeinschaftsunternehmen Glasfaser Nordwest, sondern auch durch weitere Marktteilnehmer. Damit entsteht die Voraussetzung für den nächsten Entwicklungsschritt: Alte kupferbasierte Netze können perspektivisch durch moderne Glasfasernetze ersetzt werden.Für Norbert Westfal ist dieser Übergang konsequent. Denn Glasfaser bietet nicht nur höhere Leistungsreserven, sondern benötigt im Netzbetrieb auch weniger Energie und ist weniger anfällig gegenüber bestimmten äußeren Einflüssen als Kupferleitungen.

    Mehr Bandbreite, sichere Datenverbindungen, digitale Verwaltungsleistungen, vernetzte Unternehmen und neue KI-Anwendungen benötigen ein leistungsfähiges Fundament.
    Glasfaser könnte damit für die kommenden Jahrzehnte eine ähnliche Rolle übernehmen wie Strom- oder Verkehrsnetze: Die Infrastruktur selbst tritt im Alltag in den Hintergrund. Entscheidend ist, dass sie zuverlässig funktioniert und immer neue Anwendungen ermöglicht.

    30 Jahre EWE TEL markieren deshalb keinen Endpunkt. Sie zeigen vielmehr, wie sich Telekommunikation von einer Dienstleistung rund ums Telefon zu einer grundlegenden Infrastruktur für Alltag, Wirtschaft und Gesellschaft entwickelt hat. Und die nächste Phase hat längst begonnen.

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