Kurz gesagt: Smartphone-Akkus halten unterwegs länger, wenn Displayhelligkeit und Hintergrundaktivitäten reduziert und bei fehlendem Empfang gegebenenfalls der Flugmodus genutzt werden. Beim E-Bike erhöhen eine moderate Unterstützungsstufe, gleichmäßiges Fahren und der richtige Reifendruck die Reichweite. Bei Kameras helfen kurze Displayzeiten, deaktivierte Funkfunktionen bei Nichtgebrauch und ein Ersatzakku.
Der Heimweg ist noch weit, doch der Smartphone-Akku nähert sich zehn Prozent. Gleichzeitig sinkt die Restreichweite des E-Bikes – und beim schönsten Fotomotiv meldet sich auch noch der Kamera-Akku. Mit etwas Vorbereitung und den richtigen Einstellungen lässt sich die vorhandene Energie jedoch deutlich besser einteilen. Die hallo nachbar-Redaktion zeigt, wie Smartphone, E-Bike und Kamera unterwegs länger durchhalten.
Akkus vor dem Ausflug richtig vorbereiten
Bevor Smartphone, E-Bike und Kamera in den Ausflug starten, lohnt sich ein kurzer Akku-Check. Sind alle Geräte ausreichend geladen? Liegen die passenden Ladekabel bereit? Und lassen sich Dinge, die unterwegs viel Energie benötigen, bereits zu Hause erledigen?
Wer das Smartphone zur Navigation nutzt, kann beispielsweise verfügbare Offline-Karten schon im heimischen WLAN herunterladen. Auch größere App- oder Systemupdates sollten möglichst schon vor dem Ausflug abgeschlossen sein. Vor allem nach Systemupdates können im Hintergrund noch Prozesse laufen, die den Energieverbrauch vorübergehend erhöhen.
Für einen längeren Tagesausflug können außerdem eine Powerbank für das Smartphone oder ein Ersatzakku für die Kamera sinnvoll sein. Beim E-Bike kommt es dagegen stärker auf die Tourenplanung an. Wer eine längere Strecke vor sich hat, sollte bereits vor dem Start prüfen, ob die vorhandene Reichweite zur Route passt und ob gegebenenfalls eine Lademöglichkeit eingeplant werden kann. Wie sich Reichweite, Akku und Sicherheit bei einer E-Bike-Tour im Sommer richtig einschätzen lassen, erklärt hallo nachbar in einem ausführlichen Ratgeber.
- Smartphone, E-Bike und Kamera ausreichend laden
- Offline-Karten und wichtige Inhalte vorab herunterladen
- Ladekabel und bei Bedarf Powerbank einpacken
- Ersatzakku für die Kamera prüfen
- E-Bike-Route und voraussichtliche Reichweite vergleichen
- Geräte unterwegs möglichst vor starker Hitze schützen
Smartphone-Akku unterwegs schonen
Navigation, Fotos, Messenger, Musik und vielleicht noch die Suche nach dem nächsten Café: Das Smartphone ist bei vielen Ausflügen im Dauereinsatz. Besonders das Display benötigt dabei Energie. Eine dauerhaft sehr hohe Bildschirmhelligkeit kann den Akku deshalb schneller leeren. Wer die Helligkeit reduziert oder die automatische Anpassung nutzt, kann den Verbrauch senken.
Auch der Energiesparmodus ist nicht erst bei den letzten Prozent sinnvoll. Je nach Gerät werden damit beispielsweise Hintergrundaktivitäten, visuelle Effekte oder andere Funktionen eingeschränkt, um die verbleibende Akkuladung länger zu nutzen. Unterwegs kommt noch ein Faktor hinzu, der leicht übersehen wird: der Mobilfunkempfang. In Gegenden mit schwachem oder fehlendem Mobilfunkempfang kann die Suche nach einer Netzverbindung zusätzlich Energie verbrauchen. Wer längere Zeit keinen Mobilfunkempfang benötigt, kann deshalb den Flugmodus nutzen. Funktionen wie WLAN oder Bluetooth lassen sich bei vielen Geräten anschließend bei Bedarf wieder einzeln aktivieren.
So lässt sich unterwegs zusätzlich Energie sparen:
- Display nur so hell einstellen wie nötig
- Energiesparmodus frühzeitig aktivieren
- Lange Videos und Streaming reduzieren
- Offline-Karten nutzen, wenn die Navigations-App dies unterstützt
- Flugmodus in längeren Abschnitten ohne benötigten Mobilfunkempfang nutzen
- WLAN oder Bluetooth bei Bedarf deaktivieren
- Smartphone nicht unnötig lange mit eingeschaltetem Display liegen lassen
Wer navigiert, muss die Standortfunktion natürlich weiterhin nutzen können. Es geht also nicht darum, möglichst viele Funktionen pauschal auszuschalten, sondern nur das laufen zu lassen, was unterwegs tatsächlich gebraucht wird.
Mehr Reichweite aus dem E-Bike-Akku holen
Beim E-Bike lässt sich die verbleibende Reichweite nicht allein aus dem Ladezustand des Akkus ablesen. Wie weit eine Akkuladung tatsächlich reicht, hängt unter anderem von Unterstützungsstufe, Fahrweise, Strecke, Gegenwind, Temperatur und Untergrund ab. Auch Gewicht und Reifendruck können Einfluss darauf haben, wie viel Energie benötigt wird.
Wer möglichst weit kommen möchte, sollte deshalb nicht dauerhaft mit der höchsten Unterstützungsstufe fahren. Auf ebenen Abschnitten kann häufig eine niedrigere Stufe ausreichen. An Steigungen oder bei starkem Gegenwind steht dann noch genügend Unterstützung zur Verfügung.
Auch eine vorausschauende und möglichst gleichmäßige Fahrweise kann helfen. Häufiges Anfahren, starkes Beschleunigen und anschließendes Abbremsen kostet mehr Energie als eine möglichst gleichmäßige Fahrweise. Sinnvoll ist außerdem, rechtzeitig in einen passenden Gang zu schalten und selbst aktiv mitzutreten. Vor längeren Touren lohnt sich zudem ein Blick auf die Reifen. Ist der Reifendruck zu niedrig, verformt sich der Reifen beim Rollen stärker. Dadurch steigt der Rollwiderstand – und der E-Bike-Motor benötigt für dieselbe Strecke mehr Energie. Welcher Druck geeignet ist, hängt vom Fahrrad, vom Reifen und von der Beladung ab. Orientierung bieten die Angaben am Reifen beziehungsweise in der Bedienungsanleitung.
Wer sein E-Bike nicht nur auf Ausflügen, sondern auch im Alltag möglichst effizient und sicher nutzen möchte, findet bei hallo nachbar außerdem weitere Tipps dazu, wie sich ein E-Bike richtig nutzen, laden und pflegen lässt.
Noch einige Kilometer bis zum Ziel, aber der Akku wird knapp?
Reduzieren Sie die Unterstützungsstufe, fahren Sie möglichst gleichmäßig und nutzen Sie stärkere Motorunterstützung gezielt dort, wo Sie sie wirklich benötigen, etwa an Steigungen. Die angezeigte Restreichweite sollte dabei immer als Orientierung verstanden werden. Ändern sich Strecke, Fahrweise oder Bedingungen, kann sich auch die Prognose während der Fahrt verändern.
So hält der Kamera-Akku länger
Wer bewusst eine Kamera mit auf den Ausflug nimmt, möchte sie meistens genau dann griffbereit haben, wenn ein besonderes Motiv auftaucht. Doch auch hier lässt sich mit wenigen Einstellungen Energie sparen. Viele Kameras bieten Stromsparfunktionen, mit denen beispielsweise Display, elektronischer Sucher oder die gesamte Kamera nach einer bestimmten Zeit automatisch abgeschaltet werden. Vor einem längeren Ausflug lohnt sich deshalb ein Blick in die Einstellungen.
Vor allem das Display muss nicht permanent eingeschaltet bleiben. Wer nach jedem Bild lange durch die Aufnahmen blättert oder die Kamera über längere Zeit im Livebild betreibt, benötigt zusätzliche Energie. Eine kurze automatische Abschaltzeit kann deshalb sinnvoll sein. Auch WLAN- und Bluetooth-Verbindungen zur Übertragung von Bildern auf Smartphone oder Tablet müssen nicht den ganzen Tag aktiv sein. Wer die Fotos ohnehin erst später übertragen möchte, kann entsprechende Funkfunktionen bis dahin deaktivieren.
Wer viele Bilder oder längere Videos plant, kann außerdem einen geladenen Ersatzakku mitnehmen. Längere Videoaufnahmen benötigen in der Regel deutlich mehr Energie als einzelne Fotos, weil Sensor, Prozessor und Display dabei über längere Zeit aktiv bleiben.
Akku fast leer? Das können Sie jetzt tun
Manchmal hilft die beste Vorbereitung nicht. Dann kommt es darauf an, mit der verbliebenen Energie möglichst weit zu kommen.
Smartphone
- Energiesparmodus einschalten.
- Bildschirmhelligkeit reduzieren.
- Display möglichst wenig aktivieren.
- Videos, Streaming und andere energieintensive Anwendungen vermeiden.
- Bei längeren Abschnitten ohne benötigte Mobilfunkverbindung gegebenenfalls den Flugmodus nutzen.
E-Bike
- Unterstützungsstufe reduzieren.
- Gleichmäßig und vorausschauend fahren.
- Hohe Unterstützung für Steigungen oder schwierige Passagen aufsparen.
- Verbleibende Strecke prüfen und gegebenenfalls die Route anpassen.
Kamera
- Display und Bildkontrolle möglichst wenig nutzen.
- WLAN und Bluetooth ausschalten, wenn sie nicht benötigt werden.
- Auf längere Videoaufnahmen verzichten.
- Kamera zwischen längeren Fotopausen ausschalten oder die automatische Abschaltung nutzen.
Powerbank, Ersatzakku oder Ladegerät?
Nicht für jedes Gerät ist dieselbe Reserve sinnvoll. Beim Smartphone ist eine Powerbank für längere Tagesausflüge oft eine praktische Lösung. Wichtig ist, dass Kabel und Anschlüsse zusammenpassen und die Powerbank selbst ausreichend geladen ist. Wer längere Zeit draußen unterwegs ist, stößt dabei vielleicht auch auf Powerbanks mit integriertem Solarmodul. Was solche Geräte unterwegs tatsächlich leisten können und wo ihre Grenzen liegen, lesen Sie im hallo nachbar Beitrag über Solar-Powerbanks.
Bei vielen Kameras ist ein Ersatzakku besonders unkompliziert. Einige Modelle lassen sich zusätzlich über USB laden oder während des Betriebs mit Strom versorgen. Ob dies möglich ist, hängt vom jeweiligen Gerät ab. Hier lohnt sich vor dem Ausflug ein Blick in die Bedienungsanleitung.
Beim E-Bike ist das Ladegerät deutlich größer und schwerer. Es lohnt sich deshalb vor allem dann, wenn auf einer längeren Tour tatsächlich eine geeignete Lademöglichkeit eingeplant ist. Wichtig ist, nur ein für das jeweilige E-Bike-System vorgesehenes Ladegerät zu verwenden.
Hitze vermeiden: So schützen Sie Akkus im Sommer
Ein Sommertag ist ideal für einen Ausflug, für Akkus können hohe Temperaturen dagegen belastend sein. Smartphone, Kamera und E-Bike-Akku sollten deshalb möglichst nicht über längere Zeit in der direkten Sonne liegen oder in einem stark aufgeheizten Auto zurückbleiben. Lithium-Ionen-Akkus, wie sie in Smartphones, Kameras und E-Bikes üblich sind, reagieren empfindlich auf anhaltend hohe Temperaturen. Starke Hitze kann die Alterung beschleunigen und dazu führen, dass Geräte ihre Leistung vorübergehend reduzieren oder den Ladevorgang zum Schutz des Akkus einschränken.
Unterwegs hilft deshalb eine einfache Regel: Geräte während längerer Pausen möglichst schattig und nicht unnötig heiß lagern. Eine Tasche im Schatten ist dafür besser geeignet als ein Platz in der prallen Sonne. Was neben Hitze auch beim Kontakt mit Wasser zu beachten ist, erklärt dieser hallo nachbar-Beitrag.
Damit Smartphone, E-Bike und Kamera bis zum Ende eines Ausflugs durchhalten, braucht es nicht zwangsläufig besonders große Akkus oder eine Tasche voller Ladegeräte. Oft machen bereits eine gute Vorbereitung, passende Geräteeinstellungen und ein bewusster Umgang mit der verbleibenden Energie den Unterschied. Wer vor der Abfahrt kurz prüft, was wirklich gebraucht wird, und unterwegs rechtzeitig reagiert, hat auch am Ende der Tour noch genügend Akku für die Navigation, die Unterstützung auf den letzten Kilometern oder das letzte Foto des Tages.
Zu den energieintensiveren Anwendungen gehören unter anderem ein dauerhaft eingeschaltetes und sehr helles Display, längere Navigation, Video-Streaming und andere rechenintensive Anwendungen. Auch schlechter Mobilfunkempfang kann den Energieverbrauch erhöhen.
Der Flugmodus kann helfen, wenn das Smartphone andernfalls dauerhaft nach einer Mobilfunkverbindung suchen würde. Das kann beispielsweise in Gegenden ohne oder mit sehr schlechtem Empfang sinnvoll sein. Benötigte Funkverbindungen wie WLAN oder Bluetooth lassen sich bei vielen Geräten anschließend separat wieder einschalten.
Eine niedrigere Unterstützungsstufe, eine gleichmäßige Fahrweise und der passende Reifendruck können helfen. Zusätzlich beeinflussen Strecke, Gegenwind, Temperatur, Untergrund und Beladung die tatsächliche Reichweite.
Starke Hitze kann Akkus belasten und ihre Alterung beschleunigen. Smartphone, Kamera und E-Bike-Akku sollten deshalb nicht unnötig lange direkter Sonneneinstrahlung oder großer Hitze ausgesetzt werden.
Wer sein Smartphone häufig für Navigation, Fotos oder andere Anwendungen nutzt und längere Zeit keine Lademöglichkeit erreichen wird, kann mit einer geladenen Powerbank zusätzliche Reserve schaffen. Wichtig sind die passenden Anschlüsse beziehungsweise Kabel.
Das hängt vom Kameramodell ab. Einige Kameras unterstützen das Laden oder die Stromversorgung über USB, andere benötigen ein separates Ladegerät oder einen Ersatzakku. Vor dem Ausflug lohnt sich deshalb ein Blick in die Bedienungsanleitung.