Jugend forscht 2026: 14 Projekte aus Ostbrandenburg weiter
Am 25. Februar 2026 wurde die Technische Hochschule Wildau erneut zum Treffpunkt junger Talente aus Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Beim Regionalwettbewerb Jugend forscht Brandenburg Ost präsentierten Schülerinnen und Schüler ihre Forschungsprojekte vor Jury, Öffentlichkeit und Partnern aus der Region. Insgesamt 14 Projekte aus Ostbrandenburg qualifizierten sich für die nächste Wettbewerbsrunde. Die hallo nachbar-Redaktion begleitete den Wettbewerbstag und sprach mit Wettbewerbsleiter Dr. Hendrik Stiemer über Hintergründe, Herausforderungen und bewegende Augenblicke.
Seit 25 Jahren unterstützt EWE den Regionalwettbewerb als Patenunternehmen. Für Wettbewerbsleiter Dr. Hendrik Stiemer war es zudem ein persönliches Jubiläum. „Das ist mein zehnter Wettbewerb, den ich leite“, sagt er im Interview.
Der Wettbewerb ist damit nicht nur eine Bühne für junge Forschung, sondern auch Ausdruck langfristiger regionaler Bildungsförderung.
Was motiviert Jugendliche in Brandenburg Ost, an Jugend forscht teilzunehmen?
Für Dr. Hendrik Stiemer, Lehrer am Einstein-Gymnasium Neuenhagen und seit 2016 Regionalwettbewerbsleiter, ist die Antwort klar: „Was man auf jeden Fall mitbringen muss, ist ein besonders starkes Interesse für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften oder Technik.“ Anders als im regulären Unterricht gibt es keine vorgegebenen Aufgaben.
Die Jugendlichen wählen ihr Thema selbst. Sie entwickeln Fragestellungen, planen Experimente, bauen Prototypen oder programmieren Anwendungen. Diese Freiheit ist Chance und Herausforderung zugleich. „Man muss Rückschläge aushalten und schwierige Probleme überwinden. Eine gewisse Hartnäckigkeit und Geduld sind Voraussetzung“, so Dr. Stiemer. Gerade diese Erfahrung der Selbstwirksamkeit prägt viele Teilnehmende nachhaltig.
Unsere Jugend ist die wichtigste Ressource für unsere eigene Zukunft
Dr. Hendrik Stiemer, Wettbewerbsleiter Jugend forscht, Regionalwettbewerb Brandenburg Ost
Welche regionalen Themen stehen bei Jugend forscht Brandenburg Ost im Fokus?
Der Regionalwettbewerb Jugend forscht Brandenburg Ost zeigt jedes Jahr, wie eng Wissenschaft und Lebensrealität miteinander verknüpft sein können. Viele Projekte greifen Themen auf, die die Region unmittelbar betreffen. Ein Beispiel aus dem aktuellen Wettbewerbsjahr ist die Untersuchung der Mikroplastikbelastung in der Oder. Jugendliche analysierten Proben aus dem brandenburgischen Fluss und leisteten damit einen Beitrag zur Umweltforschung in der Region.
Weitere Projekte beschäftigten sich mit Windenergie, Solarenergie oder der Lärmbelastung durch Windräder. Brandenburg ist ein Land der erneuerbaren Energien. Dass Jugendliche diese Technologien wissenschaftlich untersuchen, zeigt, wie früh gesellschaftliche Verantwortung beginnt. „Unsere Jugend ist die wichtigste Ressource für unsere eigene Zukunft“, betont Dr. Stiemer. Investitionen in MINT-Bildung seien daher auch Investitionen in den Lebensstandard von morgen.
Welche Kompetenzen erwerben Jugendliche durch Jugend forscht?
Jugend forscht ist weit mehr als ein Wettbewerb. Die Jugendlichen verfassen wissenschaftliche Arbeiten, präsentieren vor Fachjurys und verteidigen ihre Ergebnisse im Gespräch mit Expertinnen und Experten. „Einen guten Vortrag halten zu können, hilft natürlich auch in Vorstellungsgesprächen“, sagt Dr. Stiemer. Viele ehemalige Teilnehmende berichteten ihm später, dass sie bei Bewerbungen vor allem über ihr Jugend forscht Projekt gesprochen hätten.
Gerade Unternehmen aus dem Energiebereich oder der Technik interessieren sich für selbstständig entwickelte Projekte. Sie zeigen Problemlösungskompetenz, Durchhaltevermögen und Eigeninitiative.
Auch die schriftliche Ausarbeitung ist eine wichtige Vorbereitung auf wissenschaftliche Studiengänge. Jugend forscht bietet Jugendlichen damit frühzeitig Einblicke in wissenschaftliches Arbeiten, die im regulären Schulalltag oft zu kurz kommen.
Was erwartete Besucherinnen und Besucher beim Regionalwettbewerb 2026?
Der Regionalwettbewerb fand am 25. Februar 2026 an der Technischen Hochschule Wildau statt. Bereits ab 8 Uhr bauten die Jugendlichen ihre Projektstände auf. Experimentelle Aufbauten, technische Entwicklungen und Plakate verwandelten die Hallen in eine lebendige Forschungsmesse.
Die Jury plante ihre Rundgänge und führte intensive Fachgespräche mit den Teilnehmenden. Bewertet wurden unter anderem wissenschaftliche Qualität, Kreativität, Eigenleistung und Präsentation.
Ab 13.30 Uhr war die Ausstellung für die Öffentlichkeit zugänglich. Familien, Lehrkräfte, Unternehmen und Technikinteressierte konnten bis etwa 16 Uhr die Projekte besichtigen und mit den Jugendlichen ins Gespräch kommen.
Um 16 Uhr begann die feierliche Preisverleihung im Audimax der Hochschule, die ebenso öffentlich besucht werden konnte. Jedes Projekt wurde noch einmal kurz vorgestellt, bevor die Preise vergeben wurden.
Wie stärkt die Partnerschaft mit EWE den Wettbewerb nachhaltig?
Seit 25 erfolgreichen Wettbewerbsjahren begleitet EWE den Regionalwettbewerb als Patenunternehmen. Dieses Engagement geht weit über eine reine finanzielle Unterstützung hinaus. „Der Aufbau der Messestände, die Vorbereitung der Preisverleihung, die Urkunden und Preise, das leistet das Partnerunternehmen. Das ist Wertschätzung pur“, sagt Dr. Stiemer. Der kontinuierliche Einsatz des Patenunternehmens bildet die Basis dafür, dass jedes Jahr so viele Projekte erfolgreich realisiert werden können. „Ohne diesen Rückhalt würden deutlich weniger Ideen den Weg bis zur Präsentation finden“, sagt der Wettbewerbsleiter.
Gerade die langfristige Partnerschaft sendet ein starkes Signal an junge Menschen. Sie zeigt, dass Wirtschaft und Wissenschaft gemeinsam Verantwortung für Nachwuchsförderung übernehmen.
Was macht die Atmosphäre so besonders?
Neben wissenschaftlicher Exzellenz prägen emotionale Momente den Wettbewerb. „Der schönste Moment ist das Klatschen der anwesenden Eltern, Lehrkräfte und Besucher, wenn die Jugendlichen auf die Bühne kommen“, beschreibt Dr. Stiemer. Die leuchtenden Augen der Preisträgerinnen und Preisträger, der Stolz über das eigene Projekt und der Applaus im Audimax machen deutlich, wie viel Engagement hinter jedem Beitrag steckt.
Dr. Hendrik Stiemer spricht von der „Jugend forscht-Familie“. Dazu zählen Juroren, Projektbetreuende, Vertreter des Patenunternehmens und viele langjährige Mitwirkende. Über die Jahre sind Freundschaften entstanden, getragen vom gemeinsamen Interesse an MINT-Themen und der Förderung junger Talente.
Wie geht es nach dem Regionalwettbewerb weiter?
Mit dem Regionalentscheid in Wildau ist für viele Teilnehmende erst der nächste Schritt erreicht. Erfolgreiche Projekte werden nun auf Landesebene erneut präsentiert und von einer neuen Jury bewertet. Von dort aus führt der Weg für besonders überzeugende Arbeiten weiter zum Bundeswettbewerb.
Einige Teams arbeiten weiter an ihren Ideen, vertiefen ihre Ergebnisse oder entwickeln Folgeprojekte. In seltenen Fällen entstehen sogar Patentanmeldungen oder Gebrauchsmuster. Im Vordergrund steht jedoch weiterhin die Neugier. Es geht um Forschen, Entwickeln und Lernen.
Wie vielfältig und innovativ waren die prämierten Projekte?
Insgesamt 14 Projekte aus Ostbrandenburg qualifizierten sich für den Brandenburger Landeswettbewerb, der am 26. März in Schwarzheide stattfindet. Die ausgezeichneten Arbeiten stammen aus den Fachgebieten Arbeitswelt, Biologie, Chemie, Geo- und Raumwissenschaften, Mathematik und Informatik, Physik sowie Technik und zeigen die große thematische Bandbreite von Jugend forscht.
Die Jury aus Pädagoginnen und Pädagogen, Praxisexpertinnen und Praxisexperten sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern lobte insbesondere die kreativen, zeitgemäßen Projektideen mit hohem Praxisbezug. Viele Arbeiten verfügen über erkennbares Potenzial für eine Weiterentwicklung auf Landes- und Bundesebene.
Besonders hervor stach beispielsweise das Projekt „S.E.A.R.C.H. – Sensor Enhanced Alert & Rescue Coordination Hub“ von Felix Goers, Arvid Schachmann und Nora Henne aus Bernau im Fachgebiet Arbeitswelt. Sie entwickelten einen intelligenten Rauchmelder, der erkennt, wenn eine Person in einem Raum zusammenbricht, und automatisch per App die Feuerwehr alarmiert. Ebenfalls für den Landeswettbewerb qualifizierte sich Kim Luna Raschke vom Einstein Gymnasium Neuenhagen mit ihrer Untersuchung zum Einfluss von Hormonen auf Pflanzen.
Ausgewählte Jugend forscht-Projekte, die sich für den Brandenburger Landeswettbewerb qualifiziert haben
Bei der Preisverleihung würdigt Wettbewerbsleiter Dr. Hendrik Stiemer alle 82 Teilnehmenden für ihre Ideen und ihr außerschulisches Engagement.
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Linnea Rudolph aus Frankfurt (Oder) analysierte selbst hergestellte Plastikfliesen auf Wetterfestigkeit und Farbbeständigkeit und überzeugte mit einem ausgereiften Forschungsdesign. Auch Shaoxuan Wang vom Gymnasium Villa Elisabeth Wildau erreichte mit ihrem Projekt „Smart Capsules – Intelligente Mikrokapsel zur glukoseabhängigen Insulinfreisetzung“ das Landesfinale.
Mit ihren Projekten tragen die jungen Talente Brandenburg Ost nun ihre Forschung auf die nächste Wettbewerbsebene und unterstreichen, wie viel Innovationspotenzial in der Region steckt.
Junge Ideen für die Herausforderungen von morgen
Der Regionalwettbewerb Jugend forscht 2026 hat einmal mehr gezeigt, wie viel Innovationskraft, Verantwortungsbewusstsein und Zukunftsmut in der jungen Generation steckt. Wenn Schülerinnen und Schüler sich mit Themen wie erneuerbaren Energien, Umweltanalysen oder technischen Lösungen für gesellschaftliche Herausforderungen beschäftigen, entsteht genau die Kompetenzbasis, die für die Transformation unserer Wirtschaft und Gesellschaft notwendig ist.
Auch EWE verfolgt mit dem Ziel der Klimaneutralität in der nächsten Dekade eine klare Zukunftsstrategie. Nachwuchsförderung im MINT-Bereich und konkrete Schritte in Richtung nachhaltiger Energieversorgung greifen dabei ineinander. Hier erfahren Sie mehr zur Klimaneutralitätsstrategie von EWE.
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