Eine mobile Klimaanlage mit 1.000 Watt Leistungsaufnahme kostet bei einem Strompreis von 35 Cent rund 35 Cent pro Stunde. Läuft sie an 30 heißen Tagen täglich acht Stunden, entstehen rechnerisch 84 Euro Stromkosten. Eine Split-Klimaanlage arbeitet meist effizienter und im Innenraum leiser, muss aber fest installiert werden. Ein Ventilator verbraucht deutlich weniger Strom, senkt jedoch nicht die Raumtemperatur. Sogenannte Luftkühler oder Mini-Klimaanlagen sorgen nur in unmittelbarer Nähe für Erfrischung und können die Luftfeuchtigkeit erhöhen.
Was kostet eine Klimaanlage pro Stunde?
Die Stromkosten hängen von der elektrischen Leistungsaufnahme, der Laufzeit und Ihrem Stromtarif ab. Ein Gerät mit 1.000 Watt beziehungsweise einem Kilowatt verbraucht bei voller Leistung eine Kilowattstunde Strom pro Stunde. Bei einem angenommenen Strompreis von 35 Cent ergibt sich:
1 Kilowatt × 1 Stunde × 0,35 Euro = 0,35 Euro
Läuft das Gerät fünf Stunden, kostet der Betrieb entsprechend 1,75 Euro. Wichtig: Die elektrische Leistungsaufnahme ist nicht dasselbe wie die Kühlleistung. Die Kühlleistung zeigt, wie viel Wärme das Gerät aus dem Raum abführen kann. Die Leistungsaufnahme gibt an, wie viel Strom es dafür benötigt.
Ventilator, Luftkühler oder Klimaanlage?
| Gerät | Kühlt den Raum? | Beispiel-Leistung | Kosten pro Stunde* | Besonderheit |
| Ventilator | Nein | 40 Watt | 1,4 Cent | erzeugt nur einen kühlenden Luftzug |
| Luftkühler | Kaum | 80 Watt | 2,8 Cent | erhöht die Luftfeuchtigkeit |
| Mobile Klimaanlage | Ja | 1.000 Watt | 35 Cent | flexibel, aber häufig laut |
| Split-Klimaanlage | Ja | 700 Watt** | 24,5 Cent | effizienter, feste Installation |
**Beispielwert. Der tatsächliche Verbrauch hängt vom Modell und von der Nutzung ab.
Stromkosten für 30 heiße Tage
Die folgende Beispielrechnung geht von täglich acht Stunden Betrieb an 30 Tagen aus:
| Gerät | Verbrauch | Stromkosten* |
| Ventilator mit 40 Watt | 9,6 kWh | 3,36 Euro |
| Luftkühler mit 80 Watt | 19,2 kWh | 6,72 Euro |
| Splitgerät mit 700 Watt | 168 kWh | 58,80 Euro |
| Mobiles Klimagerät mit 1.000 Watt | 240 kWh | 84 Euro |
In der Praxis läuft eine geregelte Klimaanlage nicht unbedingt dauerhaft mit voller Leistung. Sobald die gewünschte Temperatur erreicht ist, kann sie ihre Leistung reduzieren oder den Kompressor zeitweise abschalten. Der tatsächliche Verbrauch hängt unter anderem von Raumgröße, Außentemperatur, Sonneneinstrahlung, Dämmung und gewählter Zieltemperatur ab. Mit einer geeigneten Messsteckdose lässt sich der Stromverbrauch eines mobilen Geräts direkt überprüfen.
Ventilator: sparsam, aber keine echte Kühlung
Ein Ventilator bewegt die Raumluft. Dadurch verdunstet Feuchtigkeit auf der Haut schneller und es fühlt sich kühler an - die Temperatur im Zimmer sinkt jedoch nicht. Ein Ventilator eignet sich daher vor allem für den Schreibtisch, das Sofa oder das Bett. Läuft er in einem leeren Raum, bringt das keinen Nutzen. Mit einer Leistungsaufnahme von beispielsweise 40 Watt kostet der Betrieb bei einem Strompreis von 35 Cent nur rund 1,4 Cent pro Stunde.
Luftkühler: kleine Wirkung, mehr Feuchtigkeit
Luftkühler werden auch als Aircooler, Verdunstungskühler oder Mini-Klimaanlagen verkauft. Sie führen Luft an Wasser oder feuchten Filtern vorbei. Der austretende Luftstrom kann sich dadurch etwas kühler anfühlen. Einen ganzen Raum kühlen kleine Geräte in der Regel nicht. Gleichzeitig gelangt zusätzliche Feuchtigkeit in die Luft. Bei schwülem Wetter sinkt die Wirkung, während eine dauerhaft hohe Luftfeuchtigkeit Schimmel begünstigen kann. Wasserbehälter und Filter müssen deshalb regelmäßig gereinigt werden. Vorsicht ist bei Werbeversprechen geboten, nach denen ein sehr kleines Gerät ganze Räume in wenigen Minuten stark herunterkühlen soll.
Mobile Klimaanlage: flexibel, aber stromintensiv
Mobile Klimaanlagen werden auch Monoblockgeräte genannt. Alle wichtigen Bauteile befinden sich in einem Gehäuse. Die Wärme aus dem Raum wird über einen Abluftschlauch nach draußen geleitet. Der Vorteil: Das Gerät benötigt kein fest installiertes Außenteil und kann grundsätzlich in unterschiedlichen Räumen eingesetzt werden.
Allerdings haben mobile Klimaanlagen mehrere Nachteile:
- Sie verbrauchen vergleichsweise viel Strom.
- Sie sind häufig deutlich hörbar.
- Der Abluftschlauch muss nach draußen geführt werden.
- Durch Fensterspalten kann neue warme Luft nachströmen.
Eine Fensterabdichtung verbessert die Wirkung. Wird der Schlauch lediglich durch ein weit geöffnetes oder gekipptes Fenster geführt, arbeitet das Gerät besonders ineffizient. Mobile Zweischlauchgeräte können effizienter arbeiten, weil sie keine bereits gekühlte Raumluft für den Abtransport der Wärme verwenden.
Split-Klimaanlage: effizienter und innen leiser
Eine Split-Klimaanlage besteht aus einem Innen- und einem Außengerät. Das Innengerät entzieht dem Raum Wärme, das Außengerät gibt sie an die Umgebung ab. Da sich der Kompressor draußen befindet, arbeitet die Anlage im Innenraum meist leiser als ein mobiles Gerät. Splitanlagen kühlen häufig schneller und benötigen für dieselbe Kühlwirkung weniger Strom. Dafür sind Anschaffung und Installation teurer. Der Einbau muss durch einen qualifizierten Fachbetrieb erfolgen. In einer Mietwohnung ist außerdem die Zustimmung des Vermieters erforderlich. Bei Eigentumswohnungen kann auch die Eigentümergemeinschaft einbezogen werden müssen.
Monoblock oder Splitgerät?
Eine mobile Klimaanlage eignet sich eher für den gelegentlichen Einsatz oder für Wohnungen, in denen keine feste Installation möglich ist. Eine Splitanlage ist meist die bessere Lösung, wenn ein Raum regelmäßig gekühlt werden soll.
| Kriterium | Mobile Klimaanlage | Split-Klimaanlage |
| Kühlwirkung | gut, aber mit Verlusten | meist sehr gut |
| Effizienz | eher geringer | meist höher |
| Lautstärke innen | häufig hoch | meist niedriger |
| Einbau | ohne Außengerät | Fachbetrieb nötig |
| Einsatz | gelegentlich | regelmäßig |
Wie viel Kühlleistung braucht ein Raum?
Als grobe Orientierung gelten etwa 60 Watt Kühlleistung pro Quadratmeter. Für einen Raum mit 20 Quadratmetern wären das mindestens rund 1.200 Watt.
| Raumgröße | Kühlleistung |
| 15 m2 | 900 Watt |
| 20 m2 | 1.200 Watt |
| 25 m2 | 1.500 Watt |
| 30 m2 | 1.800 Watt |
Worauf sollte man beim Kauf achten?
Entscheidend ist nicht allein der Kaufpreis. Prüfen Sie insbesondere:
- Kühlleistung: Sie muss zur Größe und Wärmelast des Raums passen.
- Stromverbrauch: Vergleichen Sie die elektrische Leistungsaufnahme ähnlicher Geräte.
- Effizienz: Bei Splitanlagen hilft der SEER-Wert. Je höher er ist, desto effizienter arbeitet das Gerät über die Kühlsaison.
- Lautstärke: Besonders im Schlaf- und Arbeitszimmer ist ein niedriger Geräuschpegel wichtig.
- Abluftführung: Bei mobilen Geräten sollte sich das Fenster gut abdichten lassen.
- Regelung: Thermostat, Timer und Nachtmodus vermeiden unnötigen Dauerbetrieb.
- Kältemittel: Achten Sie neben der Effizienz auch auf dessen Umweltwirkung.
So senken Sie den Stromverbrauch
Die günstigste Wärme ist die, die gar nicht erst in die Wohnung gelangt. Mit diesen Maßnahmen muss die Klimaanlage weniger arbeiten:
- Rollläden, Jalousien oder Markisen frühzeitig schließen.
- Morgens und nachts lüften, wenn es draußen kühler ist.
- Fenster und Türen während des Kühlens geschlossen halten.
- Den Raum nicht unnötig stark herunterkühlen.
- Nur genutzte Zimmer kühlen.
- Fernseher, Computer und andere Wärmequellen ausschalten.
- Filter regelmäßig reinigen.
- Timer und Thermostat nutzen.
- Eigenen Solarstrom nutzen: Wer eine Photovoltaikanlage besitzt, sollte die Klimaanlage möglichst dann betreiben, wenn die Sonne scheint und die Anlage viel Strom erzeugt. So lässt sich ein größerer Teil des Solarstroms direkt im Haushalt verbrauchen. Das senkt den Strombezug aus dem Netz, erhöht den Eigenverbrauch und kann die Stromkosten reduzieren.
Häufige Fragen zu Klimaanlagen
Ein Gerät mit 1.000 Watt kostet bei acht Stunden voller Leistung 2,80 Euro. Bei täglich acht Stunden an 30 Tagen sind es 84 Euro.
Ein Ventilator ist deutlich günstiger. Ein Gerät mit 40 Watt kostet rund 1,4 Cent pro Stunde. Es senkt jedoch nicht die Raumtemperatur.
Splitanlagen arbeiten in der Regel effizienter als mobile Monoblockgeräte. Der tatsächliche Verbrauch hängt aber auch vom Modell, der Dimensionierung und der Nutzung ab.
Kleine Luftkühler können in unmittelbarer Nähe für Erfrischung sorgen. Die Temperatur eines ganzen Raums senken sie normalerweise nicht wesentlich.
Eine Splitanlage ist innen meist leiser. Bei einem mobilen Gerät kann es sinnvoll sein, den Raum vor dem Schlafengehen zu kühlen und das Gerät anschließend abzuschalten.
Viele Splitanlagen können als Luft-Luft-Wärmepumpe auch heizen. Ob das sinnvoll ist, hängt von Gerät, Außentemperatur, Strompreis und bestehender Heizung ab.
Für eine einzelne Person reicht häufig ein sparsamer Ventilator. Wer einen ganzen Raum wirklich abkühlen möchte, benötigt eine Klimaanlage.
Mobile Geräte lassen sich flexibel einsetzen, verbrauchen aber vergleichsweise viel Strom und sind oft laut. Splitanlagen sind meist effizienter und komfortabler, erfordern jedoch eine feste Installation.
Unabhängig vom Gerät gilt: Sonnenschutz, richtiges Lüften und möglichst wenige Wärmequellen im Raum senken den Kühlbedarf – und damit auch die Stromkosten. Wer eine Photovoltaikanlage besitzt, kann zudem ausgerechnet die Sonne nutzen, die das Zuhause aufheizt: Läuft die Klimaanlage vor allem während der ertragreichen Sonnenstunden, kann sie einen größeren Teil des selbst erzeugten Stroms direkt verwenden.