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    Was unser Boden mit dem Klima zu tun hat – und wie Sie ihn schützen

    Böden sind weit mehr als der Untergrund für Pflanzen: Sie speichern Kohlenstoff und Wasser und helfen dabei, die Folgen von Hitze, Trockenheit und Starkregen abzufedern. Warum gesunde Böden fürs Klima wichtig sind und wie Sie Ihren Gartenboden jetzt auf den Winter vorbereiten.

    © olezzo / Adobe Stock

    Wenn im Herbst die letzten Beete abgeerntet sind und der Garten auf den Winter vorbereitet wird, lohnt sich auch ein Blick auf den Boden. Denn kahle Erde ist Regen, Wind und Frost besonders stark ausgesetzt. Eine schützende Bedeckung, möglichst wenig Störung und der richtige Umgang mit Laub helfen dabei, die Bodenstruktur und das Bodenleben über die kalte Jahreszeit zu erhalten.

    Gerade nach einem warmen und vielerorts trockenen Sommer ist das wichtig. Denn ein gesunder Boden kann Wasser besser aufnehmen und speichern – und hilft Pflanzen damit sowohl durch Trockenphasen als auch bei Starkregen.

    Das Wichtigste auf einen Blick
    • Gesunder Boden speichert Wasser: Eine gute Bodenstruktur hilft dabei, Regen aufzunehmen und Feuchtigkeit länger für Pflanzen verfügbar zu halten.
    • Humus ist doppelt wertvoll: Er verbessert die Bodenstruktur und speichert Wasser und Nährstoffe. Gleichzeitig wird darin Kohlenstoff gebunden.
    • Bedeckter Boden ist besser geschützt: Pflanzen, Mulch oder Laub schützen die Oberfläche vor Starkregen, Wind und Erosion.
    • Verdichtung und Versiegelung vermeiden: Sie erschweren es dem Boden, Wasser aufzunehmen, und beeinträchtigen das Bodenleben.
    • Im Herbst lässt sich viel tun: Beete bedecken, Laub sinnvoll liegen lassen, Gründüngung nutzen und nasse Flächen möglichst wenig betreten – so kommt der Gartenboden besser durch den Winter.

    Was Trockenheit mit unserem Boden macht

    Der Sommer 2026 war in Deutschland außergewöhnlich warm und vielerorts deutlich zu trocken. Nach vorläufigen Berechnungen des Deutschen Wetterdienstes lag die bundesweite Mitteltemperatur bei 19,6 Grad Celsius. Damit dürfte nur der Sommer 2003 noch etwas wärmer gewesen sein. Besonders auffällig war die Hitzewelle im Juni.

    Auch Regen fiel insgesamt deutlich weniger als üblich: Deutschlandweit kamen im Sommer rund 171 Liter pro Quadratmeter zusammen – knapp 72 Prozent des langjährigen Klimasolls. Regional gab es allerdings große Unterschiede: Während einige Gebiete besonders unter Trockenheit litten, fielen etwa am Alpenrand deutlich größere Regenmengen. Insgesamt prägten laut DWD dennoch ausgetrocknete Böden, niedrige Wasserstände sowie Wald- und Vegetationsbrände die Sommerbilanz.

    Was bedeutet das für den Boden? Bleibt Regen über längere Zeit aus, werden zunächst die Wasservorräte in den oberen Bodenschichten aufgezehrt. Pflanzen können über ihre Wurzeln immer weniger Wasser aufnehmen und geraten unter Trockenstress. Umso wichtiger ist es, dass Böden Niederschläge gut aufnehmen und möglichst lange speichern können.

    Was hat der Boden mit dem Klima zu tun?

    Ein gesunder Gartenboden funktioniert vereinfacht gesagt wie ein Schwamm: Seine Poren nehmen Wasser auf und speichern einen Teil davon für Pflanzen. Wie gut das gelingt, hängt unter anderem von Bodenart, Humusgehalt, Bewuchs und Bodenstruktur ab.

    Nach einer längeren Trockenphase löst auch Regen das Problem nicht automatisch. Trifft Starkregen auf einen unbedeckten, verdichteten oder oberflächlich verschlämmten Boden, kann das Wasser schlechter versickern. Ein Teil fließt oberirdisch ab und kann dabei wertvollen Oberboden mitnehmen. Ein gut strukturierter und bewachsener Boden nimmt Niederschlag dagegen besser auf und hält das Wasser länger zurück.

    Humus hilft beim Speichern von Wasser und Kohlenstoff

    Pflanzen nehmen beim Wachstum Kohlendioxid aus der Luft auf. Ein Teil des darin enthaltenen Kohlenstoffs gelangt über Wurzeln, abgestorbene Pflanzenteile und andere organische Stoffe in den Boden. Dort wird er teilweise in Humus gebunden.

    Für den eigenen Garten ist Humus aber noch aus einem anderen Grund wichtig: Er trägt zu einer stabilen Bodenstruktur bei, bietet Lebensraum für Bodenorganismen und hilft dabei, Wasser und Nährstoffe zu speichern.

    Was Gartenböden besonders belastet

    Neben Trockenheit setzen vor allem vier Dinge dem Boden zu:

    • Versiegelung: Asphalt, Beton oder dicht verlegte Beläge verhindern, dass Wasser und Luft in den Boden gelangen.
    • Verdichtung: Wird feuchter Boden stark belastet, werden Poren zusammengedrückt. Wasser versickert schlechter und Pflanzenwurzeln haben weniger Raum.
    • Erosion: Unbedeckter Boden ist Wind und Starkregen stärker ausgesetzt. Dabei kann fruchtbarer Oberboden abgetragen werden.
    • Humusverlust: Weniger organische Substanz kann die Bodenstruktur sowie die Fähigkeit beeinträchtigen, Wasser und Nährstoffe zu speichern.

    Die gute Nachricht: Im eigenen Garten lässt sich einiges tun, um den Boden zu schützen – gerade jetzt im Herbst.

    Gartenboden winterfest machen: 6 einfache Tipps

    Wer seinen Garten auf den Winter vorbereitet, muss den Boden nicht möglichst „sauber“ hinterlassen. Im Gegenteil: Eine schützende Bedeckung und möglichst wenig Störung helfen dem Boden und schützen die Oberfläche vor Witterung.

    1. Beete bedecken: Lassen Sie freie Erde möglichst nicht ungeschützt. Eine Mulchschicht aus geeignetem Laub, trockenem Rasenschnitt oder zerkleinerten Pflanzenresten schützt den Boden vor Starkregen und Erosion.
    2. Laub sinnvoll liegen lassen: Unter Hecken, Sträuchern und auf geeigneten Beeten darf Herbstlaub liegen bleiben. Es schützt die Oberfläche und wird mit der Zeit von Bodenorganismen zersetzt. Auf Wegen und rutschgefährdeten Flächen sollten Sie es dagegen entfernen.
    3. Gründüngung nutzen: Auf abgeernteten Gemüsebeeten kann eine passende Gründüngung den Boden bedecken. Die Wurzeln stabilisieren die Erde und Pflanzenreste liefern später organisches Material. Welche Arten sich eignen, hängt vom Aussaatzeitpunkt und vom Standort ab.
    4. Nicht unnötig umgraben: Starkes Umgraben bringt die gewachsenen Bodenschichten durcheinander und ist bei vielen Gartenböden nicht nötig. Eine Ausnahme können schwere, tonreiche Böden sein, bei denen Frost grobe Schollen aufbrechen kann.
    5. Nasse Flächen schonen: Nach längerem Regen sollten Beete möglichst wenig betreten und nicht mit schweren Geräten befahren werden. Feuchte Böden lassen sich besonders leicht verdichten.
    6. Versiegelung hinterfragen: Wenn ohnehin Veränderungen im Garten geplant sind, lohnt ein Blick auf Wege, Stellflächen oder Terrassenbereiche. Wasserdurchlässige Lösungen und begrünte Flächen ermöglichen, dass mehr Regen dort versickert, wo er fällt.

    Noch mehr Tipps für einen Garten, der mit Hitze, Trockenheit und Starkregen besser zurechtkommt gibt es im Beitrag Herbst im Garten und auf dem Balkon – so können Sie der Natur helfen.

    Gut zu wissen

    Mehr ist beim Düngen nicht automatisch besser. Eine pauschale Herbstdüngung ist für viele Gartenflächen nicht nötig und kann dazu führen, dass Nährstoffe über den Winter ausgewaschen werden. Kompost oder Dünger sollten deshalb immer zum tatsächlichen Bedarf von Boden und Pflanzen passen.

    Ein gesunder Boden arbeitet das ganze Jahr

    Auch wenn im Winter oberirdisch wenig passiert, bleibt der Boden ein lebendiges System. Pflanzenwurzeln, Mikroorganismen und Bodentiere tragen dazu bei, organisches Material umzusetzen und die Bodenstruktur zu erhalten. 

    Wer seinen Gartenboden jetzt schützt, schafft damit also auch gute Voraussetzungen für die nächste Gartensaison. Und das muss gar nicht aufwendig sein: Erde bedecken, Laub sinnvoll nutzen, nasse Flächen schonen und möglichst wenig versiegeln – schon kleine Maßnahmen helfen, den Boden gesund zu halten.

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