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    Klimaschützer aus der Region: Der mobile Unverpackt-Laden

    In einer fünfteiligen Serie stellt hallonachbar.de monatlich Klimaschutzprojekte aus der Region vor. Den Auftakt macht ein mobiler Unverpackt-Laden aus Ostfriesland, der verschiedene Produkte wie Müsli, Nudeln, Reis oder Käse verkauft – komplett ohne Plastik oder andere Wegwerfverpackungen.

    © privat
    Elisa Bodenstab Die Gründerin
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    Elisa Bodenstab ist Gründerin und Vorsitzende von "Perpetuum Mobility", einem Verein auf der Nordseeinsel Norderney, der sich für Klimaschutz und Nachhaltigkeit einsetzt und stets Jugendliche in die Arbeit mit einbindet.

    In Großstädten wie Hamburg, Berlin oder Bremen erleben kleine Unverpackt-Läden seit ein paar Jahren einen kleinen Boom. Ob Lebensmittel wie Müsli, Cornflakes, Obst, Gemüse oder Seife bis hin zu Toilettenpapier, Wasch- und Spülmittel – viele Dinge des täglichen Gebrauchs werden in kleinen Shops angeboten, die oft wie eine Mischung aus Bioladen und coolem Studenten-Café anmuten. Mit Beginn der Corona-Pandemie und den damit verbundenen Hygiene-Maßnahmen wurde der Trend zwar etwas ausgebremst, doch die Notwendigkeit,  auf Verpackungen zu verzichten, ist aktueller und dringlicher denn je: 227,5 Kilogramm pro Kopf verbrauchen die Deutschen pro Jahr an Verpackungsmüll und liegen damit knapp 50 Kilogramm über dem europäischen Mittelwert.

    „Wir haben uns gefragt, wie wir die Menschen in ganz Ostfriesland für das Thema erreichen können, also nicht nur in Orten wie Aurich, Leer und Wittmund, sondern auch in Dörfern“, sagt Elisa Bodenstab. Die 31-Jährige ist eine der Initiatorinnen von „Perpetuum Mobility“, einem Verein auf Norderney, der sich für Nachhaltigkeit und Umweltschutz einsetzt, stets mit dem Ansatz, Jugendliche in die Projekte einzubinden. Die Idee für den mobilen Unverpackt-Laden wurde im September 2021 im Rahmen eines internationalen Jugendprojekts in die Tat umgesetzt. Rund 25 junge Menschen aus der Slowakei, Spanien, Italien und Deutschland trafen sich für zwei Wochen in Norddeich, um sich zu verschiedenen Klimaschutzprojekten auszutauschen. Im vergangenen Jahr nahm der Verein auch am Klimaschutz-Wettbewerb „Wir. Hier. Jetzt.“ von EWE teil.

    Per Crowdfunding zum Unverpackt-Mobil

    Der mobile Verkaufsladen, der ab August 2022 zum ersten Mal in der Region unterwegs sein soll, ist ein klassisches Modell, wie man ihn von Wochenmärkten kennt: Vorne Auto, hinten Shop. „Wir haben in Emden ein älteres Exemplar gefunden, das wir gerne haben wollten. Über eine Crowdfunding-Aktion, bei der 174 Personen finanzielle Unterstützung geleistet haben, konnten wir den Wagen kaufen“, sagt Elisa Bodenstab. Vor allem trockene Lebensmittel und Hygieneartikel sollen angeboten werden, der Schwerpunkt liegt dabei auf Erzeugern aus regionaler Produktion. Als Pächter und Betreiber konnten die Betreiber vom Hof Faß aus Friedeburg gewonnen werden, die als Familienbetrieb seit langer Zeit Erfahrung auf dem Gebiet der Landwirtschaft und Milchviehzucht haben.

    „Wir wollen es einfach machen, Einwegmüll zu vermeiden und setzen dabei vor allem auf die Menschen. Ohne die geht es nicht“, sagt Elisa Bodenstab. Weitere Infos zu geplanten Standorten des Unverpackt-Mobils findet man bei Facebook oder Instagram oder auf der Projekt-Website.

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