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    Moore als natürliche Klimaschützer

    Moore speichern Kohlenstoff über Jahrtausende und helfen, Wasser in der Landschaft zu halten. Doch werden sie entwässert, kehrt sich ihre Klimawirkung um. Warum nasse Moore so wertvoll sind – und was Wiedervernässung bewirkt.

    © Nate.Rosso/stock.adobe.com
    Kurz erklärt: Warum sind Moore wichtig fürs Klima?

    Moore sind wichtig fürs Klima, weil sie große Mengen Kohlenstoff langfristig im Torf speichern. Voraussetzung dafür ist ein hoher Wasserstand. Werden Moore entwässert, zersetzt sich der Torf und Treibhausgase werden freigesetzt. Moorschutz und Wiedervernässung helfen deshalb vor allem dabei, bestehende Kohlenstoffspeicher zu erhalten und weitere Emissionen zu vermeiden.

    Moore wirken auf den ersten Blick still und unscheinbar. Für das Klima leisten sie jedoch Erstaunliches: In ihren Torfschichten speichern sie Kohlenstoff über Jahrhunderte und Jahrtausende. Weltweit bedecken Moore nur rund drei Prozent der Landfläche, enthalten aber ungefähr ein Drittel des in Böden gespeicherten Kohlenstoffs.

    Entscheidend ist dabei vor allem eines: Das Moor muss nass bleiben. Denn Wasser bremst den Abbau abgestorbener Pflanzenreste. Wird ein Moor dagegen entwässert, gelangt Sauerstoff an den Torf. Der darin gespeicherte Kohlenstoff wird nach und nach freigesetzt – vor allem als Kohlendioxid (CO₂). Aus einem langfristigen Kohlenstoffspeicher kann so eine Treibhausgasquelle werden.

    Moore: Natürliche Kohlenstoffspeicher

    Pflanzen nehmen beim Wachsen CO₂ aus der Luft auf und bauen den enthaltenen Kohlenstoff in ihre Biomasse ein. Sterben sie ab, werden ihre Reste normalerweise von Mikroorganismen zersetzt.

    In einem intakten Moor läuft dieser Prozess deutlich langsamer: Der Boden ist dauerhaft wassergesättigt und enthält nur wenig Sauerstoff. Ein Teil der Pflanzenreste wird deshalb nicht vollständig abgebaut. Stattdessen lagert sich das Material Schicht für Schicht ab und bildet Torf. Der darin gebundene Kohlenstoff bleibt über sehr lange Zeit gespeichert. Auf diese Weise sind Moore im Laufe von Jahrtausenden zu gewaltigen Kohlenstoffspeichern geworden.

    Warum werden entwässerte Moore zu einem Klimaproblem?

    Viele Moore wurden in der Vergangenheit entwässert, etwa um Flächen land- oder forstwirtschaftlich nutzen oder Torf gewinnen zu können. Sinkt der Wasserstand, kommt der Torf mit Luft in Kontakt. Mikroorganismen können das organische Material nun stärker zersetzen. Dabei wird der zuvor gespeicherte Kohlenstoff wieder freigesetzt.

    Wie relevant das ist, zeigen Zahlen des Umweltbundesamts[JR1.1]: Aus deutschen Moorböden wurden 2024 rund 52,2 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente freigesetzt. Das entsprach etwa acht Prozent der gesamten deutschen Treibhausgasemissionen des Jahres. Mehr als vier Fünftel der Moor-Emissionen entfielen auf landwirtschaftlich genutzte Moorböden.

    Moore in Zahlen
    • Rund 3 Prozent der weltweiten Landfläche sind Moore.
    • In ihren Torfschichten steckt ungefähr ein Drittel des globalen Bodenkohlenstoffs.
    • In Deutschland sind rund 95 Prozent der Moore degradiert.
    • Deutsche Moorböden verursachten 2024 rund 52,2 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente.

    Wiedervernässung: Moor- und Klimaschutz

    Beim Moorschutz geht es deshalb vor allem darum, den Wasserstand zu stabilisieren oder wieder anzuheben. Bei einer Wiedervernässung gelangt weniger Sauerstoff in den Torfkörper. Der weitere Abbau des Torfs wird gebremst und damit auch die Freisetzung von CO₂.

    Ein wiedervernässtes Moor ist allerdings nicht von heute auf morgen eine perfekte CO₂-Senke. Nasse Moore setzen natürlicherweise auch Methan frei. Entscheidend für die langfristige Klimabilanz ist, dass der über Jahrtausende aufgebaute Torfspeicher erhalten bleibt und nicht weiter durch Entwässerung verloren geht.

    Wiedervernässung bedeutet daher vor allem: vorhandenen Kohlenstoff im Boden bewahren und weitere Emissionen möglichst vermeiden. Unter geeigneten Bedingungen können sich langfristig auch wieder torfbildende Pflanzen ansiedeln.

    Lebensraum mit Speicherfunktion

    Klimaschutz ist nur eine ihrer Funktionen. Naturnahe Moore können große Wassermengen aufnehmen und zeitversetzt wieder abgeben. Damit helfen sie, Wasser in der Landschaft zu halten und Abflussspitzen nach starken Niederschlägen zu dämpfen. Gleichzeitig können sie Nähr- und Schadstoffe zurückhalten und so zur Wasserqualität beitragen.

    Auch für die Artenvielfalt sind Moore wertvoll. Viele Pflanzen und Tiere sind speziell an die nassen, häufig nährstoffarmen Bedingungen angepasst. Dazu gehören etwa Torfmoose, Wollgräser oder der fleischfressende Sonnentau. Außerdem wirken nasse Moorflächen durch Verdunstung ausgleichend auf das lokale Klima und können sich an heißen Tagen weniger stark aufheizen als trockene Flächen.

    Was kann ich selbst zum Moorschutz beitragen?

    Eine einfache Möglichkeit findet sich im Garten oder auf dem Balkon: beim Kauf von Blumen- und Pflanzerde. Torf wird aus Mooren gewonnen und dafür müssen Flächen entwässert oder abgebaut werden. Es ist deshalb empfehlenswert torffreie Erden, zum Beispiel auf Basis von Kompost, Holzfasern oder Rinde, zu verwenden.

    Wichtig ist der genaue Blick auf die Verpackung: Bezeichnungen wie „torfreduziert“ oder „torfarm“ bedeuten nicht automatisch, dass kein Torf enthalten ist. Wer Moore schützen möchte, sollte gezielt Produkte wählen, die als „torffrei“ oder „ohne Torf“ gekennzeichnet sind.

    Moore zeigen, wie eng Klima, Wasser und Artenvielfalt miteinander verbunden sind. Bleiben sie nass, bewahren sie Kohlenstoff, halten Wasser in der Landschaft und bieten spezialisierten Pflanzen und Tieren einen wertvollen Lebensraum. Ihr Schutz lohnt sich deshalb gleich mehrfach.

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