Was junge Menschen von einem guten Arbeitgeber erwarten
Wer sich für eine Ausbildung oder ein duales Studium entscheidet, schaut längst nicht nur auf den Beruf selbst. Wie ist das Betriebsklima? Was verdiene ich? Welche Perspektiven habe ich nach der Ausbildung? Und was tut mein Arbeitgeber dafür, dass ich mich bei der Arbeit wohlfühle?
Aktuelle Studien, zum Beispiel von der Bertelsmann Stiftung, zeigen: Zusatzleistungen können einen Ausbildungsplatz attraktiver machen – ausschlaggebend sind sie aber meist nicht. Besonders wichtig sind jungen Menschen ein gutes Betriebsklima, interessante Aufgaben, eine angemessene Vergütung sowie gute Perspektiven nach der Ausbildung. Bei den zusätzlichen Angeboten stehen finanzielle Leistungen und Weiterbildungsmöglichkeiten weit oben. Doch auch die Gesundheit spielt eine Rolle: Rund ein Viertel der befragten jungen Menschen bewertet betriebliche Gesundheitsförderung als sehr wichtig, weitere 42 Prozent als eher wichtig.
Gesundheit bedeutet mehr als Fitness
Dabei geht es längst nicht nur um Sport. Gerade für junge Beschäftigte gehören körperliches und mentales Wohlbefinden zunehmend zusammen. Dazu können Bewegung und gesunde Ernährung ebenso beitragen wie ein ergonomischer Arbeitsplatz, der Umgang mit Stress oder Unterstützungsangebote bei persönlichen Problemen.
Wie vielfältig das Thema sein kann, zeigte der diesjährige Azubi-Gesundheitstag bei EWE. Rund 170 Auszubildende und dual Studierende konnten sich unter anderem mit mentaler Gesundheit, Achtsamkeit, Entspannung, Ernährung, Ergonomie, Arbeitssicherheit, Fitness und Yoga beschäftigen. Hinzu kamen Informationen etwa zur Sozialberatung, zur BKK EWE sowie zu Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung.
Besonders daran: Organisiert wurde der Tag von vier Auszubildenden und dual Studierenden selbst. Bei der Zusammenstellung des Programms orientierte sich das Team auch an Rückmeldungen und Wünschen aus dem Vorjahr.
Auch im eigenen Alltag spielt das Thema Gesundheit für das Organisationsteam eine Rolle – mit viel Bewegung, bewusster Ernährung und einem zurückhaltenden Umgang mit Alkohol. „Ich fahre jeden Tag rund 20 Kilometer mit dem Fahrrad zur Arbeit und gehe regelmäßig joggen und ins Fitnessstudio“, erzählt Alina Volkmann, Auszubildende zur Industriekauffrau.
Das Organisationsteam des Azubi-Gesundheitstags: Delian Winkler, Alina Volkmann, Jolina Vössing und Jarne Poelmann (v. l.) haben das Programm gemeinsam geplant und umgesetzt. (Bild: EWE/Lorenz Anders)
Benefits sind ein Plus - die Ausbildung muss trotzdem stimmen
Dass Unternehmen solche Angebote stärker in den Blick nehmen, zeigt auch der Ausbildungsmarkt. In Stellenanzeigen werden Gesundheitsangebote inzwischen deutlich häufiger genannt als noch vor einigen Jahren. Dennoch bleiben sie ein Baustein unter vielen: Entscheidend ist für Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteiger weiterhin das Gesamtpaket aus Tätigkeit, Arbeitsbedingungen, Entwicklungsmöglichkeiten, Vergütung und Unternehmenskultur. Welche Möglichkeiten Ausbildung und duales Studium bei EWE bieten, zeigt unser Überblick zur Ausbildung bei EWE.
Ein Gesundheitstag allein macht noch keinen guten Arbeitgeber. Er kann aber zeigen, dass Themen wie Wohlbefinden, Prävention und mentale Gesundheit im Arbeitsalltag ihren Platz haben – und dass junge Beschäftigte selbst mitgestalten können, was ihnen dabei wichtig ist. Auch andere Angebote setzen auf persönliche Entwicklung: Bei den Mikroabenteuern für Auszubildende geht es darum, Neues auszuprobieren und gemeinsam über sich hinauszuwachsen.