Photovoltaik nach dem Sommer: Das sollten Sie jetzt prüfen
Wenn der Sommer zu Ende geht, ist ein guter Zeitpunkt, die Photovoltaikanlage einmal genauer anzusehen: Stimmen die Erträge, sind die Module sauber und hat sich die Verschattung verändert? Wir zeigen, was Eigentümer selbst prüfen können – und wann ein Fachbetrieb übernehmen sollte.
Wenn der Sommer langsam zu Ende geht, ist ein guter Zeitpunkt für einen kurzen Anlagencheck. Hat die PV-Anlage so viel Strom erzeugt wie erwartet? Haben sich Schmutz oder Laub auf den Modulen gesammelt? Und werfen inzwischen gewachsene Bäume oder Sträucher mehr Schatten aufs Dach? Wir zeigen Ihnen, was Sie selbst kontrollieren können – und wann besser ein Fachbetrieb übernimmt.
1. Ertrag prüfen: Hat die PV-Anlage geliefert wie erwartet?
Ob eine Photovoltaikanlage zuverlässig arbeitet, lässt sich häufig zuerst an ihren Ertragsdaten erkennen. Viele Wechselrichter oder Energiemanagementsysteme stellen die erzeugte Strommenge über ein Display, ein Online-Portal oder eine App bereit.
Schauen Sie nach dem Sommer deshalb einmal genauer auf die vergangenen Monate. Besonders hilfreich ist der Vergleich mit früheren Zeiträumen. Hat die Anlage unter ähnlichen Bedingungen deutlich weniger Strom erzeugt als im Vorjahr? Gibt es einzelne Tage oder Wochen, an denen der Ertrag ungewöhnlich eingebrochen ist?
Dabei gilt: Schwankende Erträge sind zunächst völlig normal. Wie viel Solarstrom eine Anlage erzeugt, hängt unter anderem von Sonneneinstrahlung, Jahreszeit, Ausrichtung, Neigung, Temperatur und Verschattung ab.
Neben dem Gesamtertrag lohnt sich auch ein Blick darauf, wie Sie Ihren selbst erzeugten Strom nutzen. Ein Stromspeicher kann beispielsweise dabei helfen, Solarstrom auch dann zu verbrauchen, wenn die Sonne gerade nicht scheint. Wie Photovoltaik, Speicher und ein dynamischer Stromtarif zusammenspielen können, erfahren Sie im Beitrag Photovoltaik, Stromspeicher und dynamischer Stromtarif.
Auffällig niedriger Ertrag? Das können die Gründe sein
Wenn sich der Rückgang nicht durch das Wetter erklären lässt, können verschiedene Ursachen dahinterstecken:
stärkere Verschattung einzelner Module
hartnäckige Verschmutzungen
technische Störungen oder Fehlermeldungen
Probleme am Wechselrichter
beschädigte Module, Leitungen oder Verbindungen
Bleibt der Ertrag ohne erkennbaren Grund deutlich hinter den üblichen Werten zurück, sollte ein Fachbetrieb die Anlage überprüfen.
Ein ungewöhnlich niedriger Ertrag bedeutet nicht automatisch, dass mit der Anlage etwas nicht stimmt. Wetter, Verschattung oder Verschmutzungen können eine Rolle spielen. Entscheidend ist, die Entwicklung im Blick zu behalten. Bleibt der Ertrag ohne erkennbaren Grund deutlich hinter den üblichen Werten zurück, sollte ein Fachbetrieb genauer hinschauen.
Andy Satzer, Solarexperte beim Energiedienstleister EWE
2. Module ansehen: Wie sauber ist die Anlage?
Pollen, Staub, Vogelkot, Blätter oder Ablagerungen aus der Umgebung können sich im Laufe des Sommers auf den Solarmodulen sammeln. Das bedeutet allerdings nicht automatisch, dass die komplette Anlage gereinigt werden muss.
Bei ausreichend geneigten Modulen übernimmt Regen einen großen Teil der Arbeit. Leichte Ablagerungen werden dadurch häufig von selbst abgespült. Hartnäckiger können beispielsweise Vogelkot, Flechten, Moos oder Verschmutzungen an den unteren Modulrändern sein. Auch sehr flach montierte Module profitieren weniger vom natürlichen Reinigungseffekt des Regens.
Tipp: Betrachten Sie Ihre Anlage nach Möglichkeit vom Boden oder aus einem sicheren Fenster heraus. Für die Kontrolle müssen Sie nicht aufs Dach steigen.
PV-Anlage auf dem Flachdach: genauer hinschauen
Wie gut Regen Staub und andere leichte Ablagerungen abspülen kann, hängt weniger von der Dachform als von der tatsächlichen Neigung der Module ab. Sehr flach montierte Module sollten Sie besonders im Blick behalten, da sich dort Schmutz leichter ansammeln kann.
3. Verschattung kontrollieren: Hat sich rund ums Dach etwas verändert?
Eine PV-Anlage kann heute andere Bedingungen haben als bei ihrer Installation. Bäume und Sträucher wachsen, Nachbargrundstücke verändern sich oder neue Bauteile werfen zu bestimmten Tageszeiten Schatten auf die Module.
Schauen Sie deshalb insbesondere morgens, mittags und am späteren Nachmittag einmal auf Ihr Dach. Fallen neue Schatten auf Teile der Anlage?
Verschattung kann den Stromertrag beeinträchtigen. Nicht jeder kurze Schatten ist allerdings ein Grund für Veränderungen an der Anlage. Entscheidend sind Dauer, Zeitpunkt und Aufbau des jeweiligen PV-Systems. Bei auffälligen Ertragsverlusten kann ein Fachbetrieb beurteilen, ob tatsächlich Handlungsbedarf besteht.
Der PV-Check in 5 Minuten
Ein kurzer Blick reicht oft schon, um Auffälligkeiten früh zu erkennen:
Ertrag prüfen: Gibt es ungewöhnliche Abweichungen gegenüber vergleichbaren Zeiträumen?
Module ansehen: Sind stärkere Verschmutzungen, Laub oder sichtbare Schäden erkennbar?
Verschattung beobachten: Werfen Bäume, Sträucher oder neue Hindernisse mehr Schatten auf die Anlage
Anlagenstatus kontrollieren: Zeigen Wechselrichter oder App Fehlermeldungen an?
Ist alles unauffällig, besteht meist kein unmittelbarer Handlungsbedarf. Bei deutlichen Ertragsverlusten, Schäden oder technischen Meldungen sollte ein Fachbetrieb übernehmen.
4. Rund um die Anlage: Gibt es sichtbare Veränderungen?
Auch ohne aufs Dach zu steigen, können Sie Ihre Photovoltaikanlage regelmäßig im Blick behalten. Achten Sie beispielsweise auf:
sichtbare Beschädigungen an Modulen
ungewöhnlich starke Verschmutzungen
Laub oder Äste auf beziehungsweise unmittelbar an der Anlage
sichtbare Veränderungen an der Position von Modulen oder Anlagenteilen
Fehlermeldungen am Wechselrichter oder in der Anlagen-App
Nach stärkeren Unwettern lohnt sich ein zusätzlicher Blick. Das gilt nicht nur für die PV-Anlage, sondern auch für das Dach selbst. Bei Anlagen auf Flachdächern können Sie aus sicherer Entfernung außerdem darauf achten, ob an den aufgeständerten Modulen oder ihrer Position sichtbare Veränderungen erkennbar sind. Vermuten Sie Schäden oder Verschiebungen, sollte ein Fachbetrieb die Anlage überprüfen.
Elektrische Bauteile, Verkabelungen und Anschlüsse sollten Sie dagegen nicht selbst öffnen oder überprüfen. Solche Arbeiten gehören in die Hände von Fachleuten.
5. Muss die Photovoltaikanlage jetzt gereinigt werden?
Nicht unbedingt. Eine regelmäßige Reinigung nach einem festen Kalender ist bei vielen privaten Dachanlagen nicht erforderlich. Wie häufig eine Reinigung sinnvoll ist, hängt unter anderem von Standort, Dachneigung und Art der Verschmutzung ab.
In Gegenden mit viel Staub, landwirtschaftlichen Betrieben, Industrie oder starkem Pollenflug kann eine Reinigung früher sinnvoll werden. Auch flach montierte Module können stärker verschmutzen. In anderen Fällen kann eine Anlage viele Jahre ohne professionelle Reinigung auskommen.
Ein guter Anhaltspunkt ist deshalb die Kombination aus Ertragsentwicklung und sichtbarem Zustand: Ist die Anlage deutlich verschmutzt und sinkt gleichzeitig der Ertrag auffällig, lohnt sich eine genauere Prüfung.
Photovoltaikanlage selbst reinigen?
Bei einer Dachanlage lautet die Empfehlung: besser nicht.
Für einen Anlagencheck muss niemand aufs Dach steigen. Vieles lässt sich über die Ertragsdaten und einen Blick vom sicheren Standort aus erkennen. Ist eine Reinigung notwendig oder gibt es Hinweise auf einen technischen Defekt, sollten Fachleute übernehmen. Das ist sicherer und schützt auch die Anlage vor Beschädigungen.
Andy Satzer, EWE-Solarexperte
Das Betreten des Dachs birgt ein erhebliches Unfallrisiko. Außerdem können Module durch falsche Reinigung beschädigt werden. Hochdruckreiniger, harte Bürsten oder aggressive Reinigungsmittel sind ungeeignet. Auch das Betreten der Module kann zu Beschädigungen führen.
Ist eine Reinigung tatsächlich notwendig, sollte sie deshalb von einem Fachbetrieb durchgeführt werden. Dabei kann gleichzeitig geprüft werden, ob Module, Befestigungen und weitere Anlagenteile in Ordnung sind.
Wann sollte ein Fachbetrieb die PV-Anlage prüfen?
Photovoltaikanlagen gelten grundsätzlich als wartungsarm. Trotzdem empfiehlt es sich, Funktion und Ertrag regelmäßig selbst im Blick zu behalten. Je nach Anlage und Herstellerangaben kann zusätzlich eine professionelle Überprüfung sinnvoll sein.
Früher sinnvoll ist eine Kontrolle beispielsweise, wenn:
der Ertrag unerwartet stark zurückgeht,
Fehlermeldungen auftreten,
Module oder andere Komponenten sichtbar beschädigt sind,
nach einem Unwetter Schäden vermutet werden oder
starke Verschmutzungen nicht durch Regen verschwinden.
So lassen sich Auffälligkeiten früh erkennen, bevor sie den Ertrag der Anlage über längere Zeit beeinträchtigen.
Eigenen Solarstrom möglichst gut nutzen
Ein Anlagencheck zeigt Ihnen nicht nur, ob Ihre Photovoltaikanlage technisch wie erwartet arbeitet. Er kann auch ein guter Anlass sein, den eigenen Stromverbrauch genauer anzusehen. Denn je mehr des erzeugten Solarstroms Sie direkt selbst nutzen können, desto weniger Strom müssen Sie in diesen Zeiten aus dem Netz beziehen.
Dabei kann es beispielsweise helfen, geeignete Haushaltsgeräte gezielt dann laufen zu lassen, wenn die PV-Anlage gerade viel Strom produziert. Welche Möglichkeiten es gibt, Stromverbrauch zeitlich zu verschieben und Geräte sinnvoll zu steuern, lesen Sie in unserem Beitrag Strom günstiger nutzen: Geräte richtig steuern.
Der kurze PV-Check nach dem Sommer
Sie müssen Ihre Photovoltaikanlage nach dem Sommer also nicht aufwendig auf den Winter vorbereiten. Ein paar einfache Kontrollen helfen aber, den Überblick zu behalten: Ertragsdaten ansehen, Module vom sicheren Standort aus kontrollieren, neue Verschattungen beachten und Fehlermeldungen ernst nehmen.
Ist alles unauffällig, kann Ihre PV-Anlage einfach weiterarbeiten. Fallen Ihnen dagegen deutliche Veränderungen oder unerklärliche Ertragseinbußen auf, ist ein Fachbetrieb der richtige Ansprechpartner.
Sonnenstrom vom eigenen Dach
Sie haben noch keine eigene Anlage und überlegen, künftig selbst Solarstrom zu erzeugen? Von der Frage, ob Ihr Dach geeignet ist, bis zur Inbetriebnahme sind einige Schritte zu beachten. Einen Überblick gibt unser Beitrag Schritt für Schritt zur Photovoltaik-Anlage.
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Photovoltaik mit EWE
Mit einer Photovoltaikanlage von EWE können Sie Sonnenenergie direkt auf Ihrem eigenen Dach nutzen und einen Teil Ihres Strombedarfs selbst decken. Je nach Bedarf lässt sich die Anlage mit einem Stromspeicher und weiteren Energielösungen für Ihr Zuhause kombinieren.
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