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    Sechs Ideen, die Zukunft greifbar machen

    Klimaschutz passiert nicht nur in großen Strategien und politischen Programmen. Er beginnt oft im Kleinen – dort, wo Menschen ihren Alltag gestalten: im Verein, auf dem Schulhof oder mitten in der Natur. Der EWE-Klimawettbewerb zeigt genau diese Perspektive. In der aktuellen Runde 2025/26 wurden erstmals in drei Regionen jeweils zwei Projekte ausgezeichnet, die mit ihren Ideen konkrete Veränderungen anstoßen.

    © Adobe Stock/Robert Kneschke

    Die Bandbreite der Gewinnerprojekte ist groß. Sie reicht von Umweltbildung für Kinder über nachhaltige Freizeitangebote bis hin zur Umgestaltung ganzer Schulgelände. Gemeinsam ist ihnen, dass sie Klimaschutz verständlich, erlebbar und im Alltag umsetzbar machen.

    Der EWE-Klimawettbewerb: Ideen aus der Region sichtbar machen

    Mit dem Klimawettbewerb „Wir. Hier. Jetzt. Gemeinsam für Morgen.“ unterstützt EWE gemeinnützige Vereine dabei, konkrete Projekte für mehr Nachhaltigkeit umzusetzen. Im Mittelpunkt stehen Initiativen, die vor Ort wirken und zeigen, wie Klima- und Umweltschutz ganz praktisch funktionieren kann. Bewerben können sich Vereine mit ganz unterschiedlichen Ansätzen, von Energieeinsparung über Umweltbildung bis hin zu Biodiversität oder nachhaltiger Mobilität.

    Der Wettbewerb ist mehrstufig aufgebaut. Nach der Bewerbungsphase wählt eine Jury aus allen Einreichungen die Finalprojekte aus. Anschließend entscheidet ein öffentliches Online-Voting darüber, welche Projekte gefördert werden. Dieses Zusammenspiel aus fachlicher Bewertung und öffentlicher Beteiligung sorgt dafür, dass sowohl Qualität als auch gesellschaftliche Relevanz berücksichtigt werden.

    In der aktuellen Runde wurde das Format weiterentwickelt und erstmals regional aufgeteilt. In den drei Regionen Weser-Ems, Weser-Elbe sowie Brandenburg-Rügen wurden jeweils zwei Projekte ausgezeichnet. Die Preisgelder unterstützen die Initiativen dabei, ihre Ideen umzusetzen und langfristig weiterzuentwickeln.

    Für Justine Ronken, Projektleiterin des EWE-Klimawettbewerbs, zeigt der Wettbewerb vor allem eines: „Klimaschutz wird dann wirksam, wenn Menschen vor Ort Ideen entwickeln und umsetzen. Genau dieses Engagement macht den Unterschied und bringt Nachhaltigkeit in den Alltag.“ 

    Justine Ronken

    Klimaschutz wird dann wirksam, wenn Menschen vor Ort Ideen entwickeln und umsetzen. Genau dieses Engagement macht den Unterschied und bringt Nachhaltigkeit in den Alltag. Justine Ronken, Projektleiterin des EWE-Klimaschutzwettbewerbs

    Die Gewinner des Klimawettbewerbs 2025/26

    FCG Oldenburg e.V.: Ein Bauwagen als Lernort für Nachhaltigkeit

    FCG Oldenburg e.V.: Ein Bauwagen als Lernort für Nachhaltigkeit

    Kinder auf einer Wiese

    1. Platz, Region: Ems-Weser

    Der erste Platz in der Region Weser-Ems geht an den FCG Oldenburg e.V. mit einem Projekt, das auf den ersten Blick schlicht wirkt und gerade deshalb überzeugt. Ein Bauwagen wird zum Ausgangspunkt für Umweltbildung.

    Hinter dem Projekt steht der Royal Rangers Stamm 192, der mehr als 100 Kinder aus Oldenburg und dem Landkreis Ammerland betreut. Die Nachfrage ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen, die vorhandenen Räume reichen nicht mehr aus. Der Bauwagen schafft neue Möglichkeiten und bleibt dabei bewusst nah an der Natur.

    Kinder zwischen vier und neun Jahren lernen hier nicht aus Büchern, sondern durch eigenes Erleben. Sie entdecken Pflanzen und Tiere, beobachten Veränderungen im Jahreslauf und verstehen, wie ökologische Kreisläufe funktionieren. Der Bauwagen dient als wetterfester Rückzugsort, als Lager für Materialien und als Treffpunkt für gemeinsame Aktivitäten. Nachhaltigkeit wird so Teil des Alltags und nicht nur ein Thema im Unterricht.

    Landjugend Hatten: Ein Klassenzimmer, das alle Sinne anspricht

    2. Platz, Region: Ems-Weser

    Den zweiten Platz belegt die Landjugend Hatten  mit der Weiterentwicklung ihres Grünen Klassenzimmers am Mühlenweg in Sandkrug. Der Lernort wurde gemeinschaftlich aufgebaut, 2025 fertiggestellt und bereits im Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ ausgezeichnet. Schon heute nutzen Schulen und Kitas das Gelände, um Lernen direkt in die Natur zu verlagern.

    Das bestehende Angebot mit Tafel, Sitzmöglichkeiten, Informationstafeln und Fühlkästen soll nun gezielt ausgebaut werden. Geplant sind unter anderem ein Barfußpfad, neue interaktive Infotafeln sowie zusätzliche Lernstationen zu Klima und Energie. Ergänzt wird das Konzept durch ein Mini-Windrad, ein Solarmodell und eine Wetterstation.

    So entsteht ein vielseitiger Lernort, der Naturerfahrung und erneuerbare Energien miteinander verbindet. Kinder und Jugendliche können hier nicht nur beobachten, sondern selbst ausprobieren und Zusammenhänge verstehen. Umweltbildung wird damit anschaulich, greifbar und dauerhaft im Alltag verankert.

    Naturbad Sauensiek e.V.: Freizeit neu gedacht

    1. Platz, Region: Weser-Elbe

    In der Region Weser-Elbe gewinnt der Naturbad Sauensiek e.V. mit einem Projekt, das zeigt, wie sich Klimaschutz in bestehende Strukturen integrieren lässt.

    Die Betreiber des Naturbades setzen bereits auf eine biologische Wasserklärung und verzichten damit auf klassische chemische Verfahren. Ergänzend wurden ein Tiefbrunnen installiert, um den Einsatz von Trinkwasser zu reduzieren, sowie eine Photovoltaikanlage mit Speicher, die den Stromverbrauch nachhaltiger gestaltet.

    Das Besondere an diesem Projekt ist seine Alltagstauglichkeit. Besucherinnen und Besucher erleben, dass nachhaltige Lösungen nicht kompliziert sein müssen. Sie sind Teil eines funktionierenden Freizeitangebots und machen Klimaschutz ganz nebenbei sichtbar.

    Schulverein Oyten: Lernen draußen, das ganze Jahr

    2. Platz, Region: Weser-Elbe

    Den zweiten Preis erhält der Schulverein „Die kleinen Strolche“ der Grundschule Oyten. Ziel des Projekts ist es, das bestehende Outdoor-Klassenzimmer so weiterzuentwickeln, dass es vom Frühjahr bis in den Herbst verlässlich genutzt werden kann.

    Im Mittelpunkt steht ein Lernort, an dem Kinder nicht nur über Umwelt und Nachhaltigkeit sprechen, sondern diese aktiv erleben. Sie pflanzen, pflegen, beobachten und ernten selbst. Natur wird so mit allen Sinnen erfahrbar und Teil des Schulalltags.

    Damit das gelingt, werden zentrale Herausforderungen gezielt angegangen. Eine schützende Hecke soll künftig vor Wind schützen, während Hochbeete den Pflegeaufwand reduzieren und die Arbeit für die Kinder erleichtern. Ergänzt wird das Konzept durch Naschpflanzen, eine begrünte Zaunfläche, zusätzlichen Stauraum in einer zweiten Gartenhütte sowie ein Regenwasser-Sammelsystem.

    So entsteht Schritt für Schritt ein geschützter, lebendiger Lernort für 13 Klassen mit insgesamt 286 Kindern, der langfristig funktioniert und Umweltbildung fest im Schulalltag verankert.

    Baumkuchen e.V.: Nachhaltigkeit beginnt im Erleben
    Kinder im Wald mit einer Betreuerin

    1. Platz, Region: Brandenburg-Rügen

    Der erste Platz in der Region Brandenburg-Rügen geht an den Baumkuchen e.V. aus Dahme/Mark. Im Mittelpunkt steht ein pädagogischer Ansatz, der auf entdeckendes und forschendes Lernen setzt.

    Kinder erfahren hier schon früh, wie eng ihr eigenes Handeln mit Umwelt und Natur verbunden ist. Ob auf dem Gemüseacker, in der Holzwerkstatt oder bei Waldtagen: Lernen geschieht durch eigenes Tun und durch sinnliche Erfahrungen.

    Die geplante Forscherzeit vertieft diesen Ansatz. Kinder werden ermutigt, Fragen zu stellen, Dinge auszuprobieren und Zusammenhänge selbst zu entdecken. Nachhaltigkeit wird so nicht nur erklärt, sondern verstanden und verinnerlicht. Das schafft eine Grundlage für verantwortungsbewusstes Handeln, die weit über den Kindergarten hinauswirkt.

    Oberstufenzentrum II Barnim: Vom grauen Schulhof zum grünen Lebensraum
    Grafik eines neu gestalteten Schulhofes

    2. Platz, Region: Brandenburg-Rügen

    Den zweiten Platz belegt der Förderverein des gewerblich-technischen Oberstufenzentrums II Barnim mit dem Projekt „Grün statt grau“ . Ziel ist es, ein stark versiegeltes Schulgelände schrittweise zu einem klimagerechten Schulhof umzubauen.

    Das Schulgelände des OSZ II Barnim ist bisher stark versiegelt, heizt sich auf, bietet wenig Schatten und nur geringe Aufenthaltsqualität. Geplant sind neue Grünflächen, blühende Bäume und schattige Aufenthaltsbereiche. Gleichzeitig sollen Elemente entstehen, die Umweltbildung direkt in den Schulalltag integrieren. Eine Kräuterspirale oder gemeinschaftliche Pflanzaktionen verbinden Lernen mit praktischer Umsetzung.

    Besonders stark ist der kooperative Ansatz: Die Schule arbeitet im Rahmen einer Kooperationspartnerschaft eng mit der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE) zusammen. Studierende entwickeln konkrete Ideen für die Umgestaltung, während die Schulgemeinschaft aktiv in Planung und Umsetzung eingebunden ist. Das Projekt zeigt, wie Klimaanpassung und Bildung zusammengedacht werden können. Ein Schulhof wird so nicht nur funktionaler, sondern auch lebenswerter. Schülerinnen und Schüler erleben unmittelbar, wie sich ihre Umgebung verändert und welchen Beitrag sie selbst dazu leisten können.

    Viele Wege, ein gemeinsames Ziel

    Die Gewinnerprojekte des EWE-Klimawettbewerbs 2025/26 machen deutlich, dass Klimaschutz viele Gesichter hat. Mal steht die technische Lösung im Vordergrund, mal die Bildung, mal das gemeinsame Erleben.

    Was alle Projekte verbindet, ist ihre Nähe zum Alltag. Sie setzen dort an, wo Menschen sich begegnen, lernen und ihre Freizeit verbringen. Genau das macht sie so wirksam. Denn Veränderungen beginnen oft nicht im Großen, sondern im direkten Umfeld.

    Die ausgezeichneten Initiativen zeigen, dass Engagement vor Ort einen Unterschied macht. Sie schaffen Räume, in denen Nachhaltigkeit sichtbar und erlebbar wird und geben Impulse, die weit über die eigene Region hinauswirken können.

    Schon mal vormerken und Ideen sammeln:

    Im Spätsommer geht es in die nächste Runde des EWE-Klimawettbewerbs „Wir. Hier. Jetzt. Gemeinsamt für morgen.“ Dann sind Vereine wieder gefragt, sich mit ihren Klimaschutzprojekten zu bewerben und mit ein bisschen Glück in die engere Auswahl zu kommen und letztlich beim öffentlichen Voting auf wir-hier-jetzt.com zu überzeugen.

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